"Land zwischen den Strömen (1): Von der Elbe bis zur Ems"

Dokumentationsreihe von Manfred Schulz

Mediathek: Online verfügbar bis 05.10.2021, 20.15 Uhr, ARD Mediathek;  Sendetermin: Mo, 05.04.2021, 20.15 Uhr, NDR-Fernsehen (Erstausstrahlung)

Mit einem ungewöhnlichen Wasserfahrzeug geht es auf eine ungewöhnliche Reise: die Elbe hinab und über das Wattenmeer zum Jadebusen nach Wilhelmshaven, dann immer weiter hinein in die norddeutschen Flusslandschaften.

Hier braucht man ein Boot, das durch flaches Wasser kommt und unter niedrigen Bücken hindurchfahren kann: ein historisches Plattbodenschiff, breit und behäbig. Als Entdecker am Ruder: Willem und Gerrit Ruempler, Vater und Sohn. Ideal für die romantische Fahrt auf dem schmalen Ems-Jade-Kanal, die quer durch Ostfriesland, das alte Land der freien Friesen und mächtigen Häuptlinge, führt.

von Torfbauern und Fehnschiffern urbar gemacht, liegt es oft unterhalb des Meeresspiegels. Ohne Entwässerungskanäle, Pumpen und Wasserschöpfmühlen wie die im Wynhamster Kolk würden viele Ostfriesen nasse Füße kriegen. In Emden gilt es, das Teegeheimnis der Ostfriesen zu lüften. Von dort führt die Reise über Ems und Leda hinein ins Fehngebiet, zum Elisabethfehnkanal. Eine ebenso spannende wie mühsame Etappe, wenn die Tide gegenan läuft. Nur einen Steinwurf entfernt lebt im Saterland eine alte Sprache wieder auf: das Saterfriesisch. Gesprochen in der kleinsten "Sprachinsel" Europas mitten im Moor kam es sogar ins "Guinness-Buch der Rekorde". Auf den Torffeldern ringsum forscht ein Erdenproduzent nach klimafreundlichen Alternativen.

Über den Küstenkanal geht es nach Oldenburg. Wieso sind die Oldenburger Farben Mittelpunkt des Königswappens von Dänemark? Was ist die "Oldenburger Palme"? Und wie kommt Grünkohl in die Praline?

Hunte und Weser bringen die Schiffer nach Bremen, der alten Hanse- und Kaffeestadt. Im Rathauskeller dort schlummern die ältesten und edelsten Tropfen weißen Weins.

Die Weser aufwärts lernt man visionäre Stromproduzenten, traditionelle Glasbläser und Herren kennen, die von einer verwunschenen Wassersägemühle begeistert sind. Und in der Nähe, in Wietze an der Aller, kam es zur ersten Erdölbohrung der Welt.

Am Wasserstraßenkreuz Minden quert der Mittellandkanal die Weser, die längste künstliche Wasserstraße Deutschlands. Nördlich davon, am Steinhuder Meer, rattern schon seit 250 Jahren die Leinenwebstühle. Dann kreuzt die Leine den Mittellandkanal. An ihrem Ufer steht ein wahres Märchenschloss: die Marienburg, das "Neuschwanstein des Nordens". Flussabwärts speist das Wasser der Leine in Hannover die Fontänen der zauberhaften Herrenhäuser Gärten.

Vom Mittellandkanal geht es in den Elbe-Seitenkanal. Nach der deutschen Teilung, als die Elbe hinter dem Eisernen Vorhang verschwand, wurde er als Verbindung nordwärts zur Elbe gebaut.

Mitten im Kanal steht eines der größten und beeindruckendsten technischen Bauwerke Europas: das Schiffshebewerk bei Lüneburg. Hier werden große Frachtschiffe im "Fahrstuhl" in die Höhe gehoben. Das märchenhafte Lüneburg ist nicht nur Spielort einer beliebten TV-Serie, es gab auch der Heidelandschaft vor ihren Toren den Namen. Berühmt für die Lüneburger Heide sind die lila blühenden Hügel und Täler mit Wacholder und Heidehonig. Sie ist aber auch Anbaugebiet für eine ungewöhnliche Pflanze: Ginseng, eine asiatische Heilwurzel.

Mit dem Boot über Flüsse und Kanäle, kreuz und quer durch Niedersachsen und Bremen, lässt sich eine Welt voller Wunder entdecken.


Text: NDR

Fotos: © NDR / MANFRED SCHULZ TV & FilmProduktion

Produktion: MANFRED SCHULZ TV & FilmProduktion

Gefördert mit Mitteln der nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH.

Siehe auch: LAND ZWISCHEN DEN STRÖMEN