"Wir, Geiseln der SS (2): Auf Messers Schneide"

Szenische Dokumentation von Christian Frey und Carsten Gutschmidt

Sendetermine: Di, 10.11.2020, 21.05 Uhr, ARTE; Fr, 20.11.2020, 11.20 Uhr, ARTE; Mediathek: Online vom 10.11.2020 bis 17.11.2020, arte.tv

April 1945: 139 Sonder- und Sippen-Häftlinge der SS, bestehend aus den Angehörigen der Hitler-Attentäter und Prominenten aus Europas Adel, Klerus, Politik und Militär, werden in die Alpen verschleppt. Das Kalkül hoher SS Führer und ihres Chefs Heinrich Himmler: Die Gefangenen könnten in Verhandlungen mit den West-Alliierten als Faustpfand dienen. Auf der Fahrt planen einige die Flucht und erleben sechs Tage zwischen Tod und Freiheit, ihr Schicksal liegt in den Händen skrupelloser und zunehmend nervöser Verbrecher. Doch die Geiseln halten zusammen, wenden das Blatt mit einer klugen List ...

Die Fahrt über den Brenner überstehen Geiseln und SS-Schergen unbeschadet. Am 28. April 1945 hält der Konvoi kurz vor dem kleinen Ort Niederdorf. Die SS-Sturmführer Stiller und Bader versuchen, Kontakt zu ihren Vorgesetzten aufzunehmen. Schließlich erzwingen die Häftlinge einen Aufenthalt in Niederdorf, indem sie eigenmächtig die Busse verlassen und sich unter das Volk mischen. Dadurch ist es für die SS unmöglich geworden, die Gefangenen gegebenenfalls unauffällig zu liquidieren. Der Transport macht vorerst in Niederdorf halt. Aber die SS- Bewacher sind nun ohne Kontakt zu ihrem Oberkommando - die Kommunikation mit Berlin oder anderen Dienststellen der SS ist zusammengebrochen. Das macht die SS-Bewacher unkalkulierbar und versetzt die Häftlinge in Angst und Schrecken.

Die Initiative des Obersten Bogislaw von Bonin bringt die ersehnte Wende. Dem deutschen Wehrmachtsoffizier, der wegen Befehlsverweigerung inhaftiert wurde, gelingt es, einen Hilferuf an das Oberkommando der Heeresgruppe Italien in Bozen abzusetzen. Die Wehrmacht ist nun über die Situation der Häftlinge informiert und bereit einzuschreiten. So kommt es, dass sich eine herbeigeeilte Wehrmachtskompanie und die SS-Einheit mit gezückten Waffen gegenüberstehen. Unter dem Druck der Umstände ist Obersturmführer Stiller bereit, die Verantwortung über die Sonder- und Sippenhäftlinge an die Wehrmacht abzugeben. Die Gefangenen werden unter der Obhut der Wehrmacht ins nahe gelegene Hotel Pragser Wildsee gebracht. Am 4. Mai 1945 erreichen die Amerikaner das Hotel, doch das Schicksal der Angehörigen ist weiter ungewiss.

Text: ARTE

Fotos, Produktion: Gebrueder Beetz Filmproduktion

Weitere Sendetermine: Di, 07.04.2015, 21.10 Uhr, ARTE (Erstausstrahlung); Mi, 08.04.2015, 09.50 Uhr, ARTE; Fr, 24.04.2015, 9.50 Uhr, ARTE; Fr, 20.05.2016, 9.50 Uhr, ARTE

Förderung: FilmFernsehFonds Bayern; Business Location Südtirol; nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH

Siehe auch: WIR, GEISELN DER SS