"Land zwischen Oderhaff und Newamündung: Vom Frischen Haff zum Memeldelta"

Dokumentationsreihe von Manfred Schulz

Sendetermin: Do, 28.12.2017, 16.10 Uhr, NDR-Fernsehen (Erstausstrahlung)

Jenseits der polnischen Ostseeküste liegen die noch jungen baltischen Staaten am Meer, davor die russische Exklave Kaliningrad. Jahrzehntelang vom Eisernen Vorhang abgeschottet, verbindet sie die gemeinsame Vergangenheit. Sie wurde vor allem geprägt vom Leben und Überleben an der Küste, von Schifffahrt und Handel. Wohlhabende Städte wie Danzig, das frühere Königsberg oder Memel sind daraus erwachsen, weltoffen und reich an Kultur. Lange Zeit verbotene Traditionen und vergessene Bräuche dürfen in Litauen und Kaliningrad wieder gelebt werden. Der Film begegnet ihnen und den Menschen in dieser vom Baltischen Meer, der Ostsee, geprägten Welt.

Das erste Ziel ist Baltijsk (Pillau). Jahrzehntelang war dort Sperrgebiet, ist noch heute Hauptstützpunkt der russischen Baltischen Flotte. Dahinter liegt die ehemalige Kornkammer Ostpreußens. Ein junger Landwirt aus Niedersachsen kämpft dort gegen Dornenbüsche an. Die Gebietshauptstadt Kaliningrad putzt sich langsam heraus und setzt auf ihre alten Wurzeln: 700 Jahre Königsberger Geschichte, die von den Sowjets fast ausgerottet wurde. Sie hinterließen eine Stadt ohne Historie und Seele. Heute ist Kaliningrad auf der Suche nach einer europanahen Zukunft.Die russischen Seebäder an der Küste haben ein anderes Problem: Die Ostsee hat ihnen den Sand geraubt. Küstenschutz gab es zur Sowjetzeit kaum. Dafür wurde und wird hier Bernstein abgebaut. 90 Prozent des Bernsteinvorkommens weltweit sollen hier sein.

Tilsiter Käse, das russische Nostalgiegetränk Kwas, Trakehner-Pferde: Nicht weit davon liegt das alte Memelland, heute ein Teil Litauens. Hier leben Hilde und Walter immer noch wie vor 100 Jahren ohne Wasser und Strom.

Die Kurische Nehrung mit ihren atemberaubenden Wanderdünen und dem malerischen Haff zieht jeden in ihren Bann. Auch dem Schriftsteller Thomas Mann ist es so ergangen. Zwischen bunten Holzhäusern und Kuren-Wimpeln ringt die Nationalpark-Chefin um den Sand auf der Nehrung. Aurelius fährt auf seinem Kuren-Kahn hinaus aufs Meer.

Das Johannisfest ist der Höhepunkt zur Mittsommersonnenwende. Das heidnische Fest ist vielleicht das wichtigste Ereignis für die Litauer mit seiner Prozession vom Fuße der Düne aus unter Blumenkränzen und lodernden Fackeln.

Vor der Nehrungsküste sorgt die Litauische Marine für Sicherheit am Strand. Immer noch werden dort Munitionsreste aus den Weltkriegen angespült. Ein Minensuchmanöver der NATO soll Abhilfe schaffen. Marinestützpunkt ist Klaipeda, das frühere Memel. Hier steht auch wieder das Denkmal "Ännchen von Tharau" nach dem Volkslied auf dem Theaterplatz.

Text: NDR

Fotos: © NDR/Manfred Schulz TV & FilmProduktion

Produktion: Manfred Schulz TV & FilmProduktion

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Siehe auch: LAND ZWISCHEN ODERHAFF UND NEWAMÜNDUNG