"Freistatt"

Spielfilm von Marc Brummund

Mediathek: Online verfügbar bis 21.06.2020 (ungekürzte Fassung), arte.tv

Sommer, 1968: Während die Studenten rebellieren und nach Freiheit streben, wird der 14-jährige Wolfgang von seinem Stiefvater in die abgelegene Fürsorgeanstalt Freistatt, ein Heim für Schwererziehbare, abgeschoben. Dort scheint die Zeit stehengeblieben zu sein: Verschlossene Türen, vergitterte Fenster und militärischer Drill sind allgegenwärtig. Doch für Wolfgang ist klar: Seine Sehnsucht nach Freiheit wird er so schnell nicht aufgeben … Der Film beruht auf wahren Begebenheiten und verleiht den unzähligen Kindern eine Stimme, die in Freistatt und ähnlichen Einrichtungen seelisch und körperlich misshandelt wurden.

Sommer, 1968: Der Wind der Veränderung ist in den norddeutschen Kleinstädten höchstens als Brise zu spüren. Mit Aufmüpfigkeit begegnet der 14-jährige Wolfgang seinem Alltag, seiner Mutter und vor allem seinem Stiefvater. Als er von seiner Familie in die abgelegene kirchliche Fürsorgeanstalt Freistatt abgeschoben wird, findet er sich in einer Welt wieder, der er nur mit noch unbändigerem Freiheitsdrang begegnen kann: verschlossene Türen, vergitterte Fenster, militärischer Drill während der als Erziehung verbrämten täglichen Arbeitseinsätze im Hochmoor.

Doch für Wolfgang ist eines klar: Seine Sehnsucht nach Freiheit wird er so schnell nicht begraben. "Uns hat diese unerhörte Gleichzeitigkeit fasziniert", sagt Regisseur Marc Brummund. "Auf der einen Seite eine Gesellschaft, die zwischen Rock 'n' Roll und Studentenrevolte schier unbändig nach Freiheit zu streben scheint, auf der anderen Seite die Fortschreibung eines institutionalisierten und in seiner Dimension kaum vorstellbaren Missbrauchs in Erziehungsheimen und Institutionen."

Marc Brummunds Spielfilmdebüt FREISTATT wurde mit dem Deutschen Filmpreis für das beste Drehbuch ausgezeichnet. Bei seiner Uraufführung im Rahmen des Saarbrücker Filmfestivals Max-Ophüls-Preis 2015 gewann der Film den Publikumspreis. FREISTATT entstand an Originalschauplätzen unweit von Brummunds Geburtsstadt und basiert auf wahren Begebenheiten: In den 50er und 60er Jahren wurden über 800.000 Kinder und Jugendliche in kirchlichen und staatlichen Heimen seelisch und körperlich schwer misshandelt.

Text: ARTE

Fotos: Boris Laewen

Produktion: Zum Goldenen Lamm Filmproduktion GmbH & Co KG

Förderung: DFFF - Deutscher Filmförderfonds; MFG Filmförderung Baden-Württemberg; BKM - Bundesministerium für Kultur und Medien; FFA - Filmförderungsanstalt; Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein GmbH; nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH

Weitere Sendetermine: Fr, 20.01.2017, 20.15 Uhr, ARTE (Erstausstrahlung); Mo/Di, 30./31.01.2017, 02.15 Uhr, ARTE Mi, 12.04.2017, 20.40 Uhr, ARD; Mi/Do, 12./13.04.2017, 00.30 Uhr, ARD; Mo, 10.07.2017, 20.15 Uhr, ONE; Sa, 15.07.2017, 23.45 Uhr, ONE; Mi, 31.01.2018, 22.25 Uhr, 3sat; Fr, 17.08.2018, 20.15 Uhr, ARTE (ungekürzte Fassung); Do/Fr, 06./07.09.2018, 00.55 Uhr, ARTE (ungekürzte Fassung); Fr, 22.05.2020, 20.15 Uhr, ARTE (ungekürzte Fassung)
Siehe auch: FREISTATT