"Obon"

Animierter Kurzdokumentarfilm von André Hörmann und Anna "Samo" Bergmann

Mediathek: Online verfügbar bis 02.09.2020, 3sat Mediathek; Sendetermin: Mo, 03.08.2020, 22.25 Uhr, 3sat (Erstausstrahlung) - Free-TV-Premiere anlässlich des 75. Jahrestags des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki am 6. August 1945

Akiko Takakura ist eine von nur zehn Menschen, die 1945 in nächster Nähe die Atombombenexplosion von Hiroshima überlebt haben. In dem animierten Dokumentarfilm erzählt sie ihre Geschichte. Noch heute, wenn sie als alte Frau durch die Stadt geht, blickt Akiko Takakura immer wieder zurück in diese Zeit.

Vor allem, wenn Obon, das Geisterfest, gefeiert wird, bei dem Akiko die Geister ihrer Eltern empfängt. Zu visuell und emotional bewegenden Bildern beschreibt Takakura, wie sie damals, mitten in einer Hölle von Schrecken und Alpträumen, einen seltenen Moment der Nähe zu ihrem Vater erlebte.

Während ihr Arbeitskollege und Freund an seinen Verbrennungen und einem gebrochenen Rücken starb, überlebte die damals 20-jährige Akiko Takakura durch pures Glück den Atombombenabwurf. Sie erinnert sich an kleinste Details und erweckt sie in ihren Erzählungen zum Leben.

Die Szenen des Films basieren ausschließlich auf Akiko Takakuras Erfahrungen. Sie ist inzwischen 95 Jahre alt und lebt unter der Obhut ihrer Familie in Hiroshima.

"Obon" ist der Name eines der wichtigsten buddhistischen Feste, bei dem sich die Familien an ihre verstorbenen Angehörigen erinnern. Dem Glauben entsprechend kehren deren Geister jedes Jahr für einen Tag zu den Lebenden zurück. Zur Vorbereitung auf die Ankunft der Geister putzen die Menschen ihre Häuser und hängen Laternen auf, um den Ahnen ihren Weg nach Hause zu erleichtern.

Am Feiertag selbst werden Speisen und Getränke auf dem heimischen Altar geopfert. Die Familiengräber werden gesäubert und mit Blumen geschmückt. Am Abend werden zu schneller Bon-Odoru-Musik auf den Tempelplätzen Tanzrituale ausgeführt. Am Ende verabschieden sich die Gläubigen von den Geistern und lassen die Laternen auf einem Fluss hinaus aufs Meer treiben. Sie sollen die Geister zurück in ihre Welt führen.

In Hiroshima hat das Obon-Fest eine besondere Bedeutung, weil dann die Opfer der Atombombenexplosion vom 6. August 1945 in die gemeinsame Erinnerung einbezogen werden.

Text: 3sat

Bilder: © ZDF/Hörmann Filmproduktion/Vizion Film/Anna Samo

Produktion: Hörmann Filmproduktion, Vizion Film in Koproduktion mit Tiger Unterwegs Filmproduktion

Förderung: Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH; Film- und Medienstiftung NRW GmbH; nordmedia − Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH

Siehe auch: OBON