"Wir, Geiseln der SS (1): Fahrt ins Ungewisse"

Szenische Dokumentation von Christian Frey und Carsten Gutschmidt

Sendetermine: Di, 10.11.2020, 20.15 Uhr, ARTE; Fr, 20.11.2020, 10.25 Uhr, ARTE; Mediathek: Online vom 10.11.2020 bis 17.11.2020, arte.tv

April 1945: 139 Sonder- und Sippen-Häftlinge der SS, bestehend aus den Angehörigen der Hitler-Attentäter und Prominen-ten aus Europas Adel, Klerus, Politik und Militär werden in die Alpen verschleppt. Das Kalkül hoher SS-Führer und ihres Chefs Heinrich Himmler: Die Gefangenen könnten in Verhandlungen mit den West-Alliierten als Faustpfand dienen. Auf der Fahrt planen einige die Flucht und erleben sechs Tage zwischen Tod und Freiheit, ihr Schicksal liegt in den Händen skrupelloser und zunehmend nervöser Verbrecher. Doch die Geiseln halten zusammen, wenden das Blatt mit einer klugen List ...

Am 26. April 1945 verlässt ein schicksalhafter Konvoi mit Gefangenen das KZ Dachau. Er transportiert die Sonder- und Sippen-Häftlinge der SS: 139 Menschen aus 17 Ländern Europas, von denen die Nazis glauben, sie seien "mehr wert als eine ganze Division". Adelige, Kleriker, hohe Kader aus Militär und Politik - darunter auch die Familien der Hitler-Attentäter. Sie alle sind Faustpfand in einem Plan, der wie Wahnsinn klingt, doch Methode hat: In den Alpen will sich die SS im Angesicht der drohenden Niederlage mit ihrem vermeintlich besten Druckmittel verschanzen. Das Kalkül ist schlichte Erpressung: Entweder Immunität und günstige Friedensbedingungen, oder Widerstand bis zum Letzten in der sogenannten Alpenfestung - das wäre der "worst case" für die Alliierten.

Die elitäre Schicksalsgemeinschaft erlebt auf der Fahrt sechs Tage zwischen Tod und Freiheit, ständig die Gefahr eines grausamen Massakers vor Augen. Ohne Kontakt zum Hauptquartier hadern die leitenden SS-Offiziere mit ihren Plänen: Alle sofort erschießen oder doch Kontakt mit den Amerikanern aufnehmen und die Geiseln austauschen? Unsicherheit und Nervosität als idealer Nährboden für irrationale Entscheidungen - auf beiden Seiten.

 

Die Lage spitzt sich dramatisch zu, doch die Geiseln begreifen: Um zu überleben, müssen sie zusammenhalten. Fluchtversuche Einzelner werden verhindert, politische Gesinnungen oder gesellschaftliche Stände treten in den Hintergrund. Ein kühner Streich wendet das Blatt: Die Gefangenen senden einen Hilferuf - plötzlich stehen sich Soldaten der SS und der Wehrmacht waffenstarrend gegenüber.

Text: ARTE

Fotos, Produktion: Gebrueder Beetz Filmproduktion

Förderung: FilmFernsehFonds Bayern; Business Location Südtirol; nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH

Weitere Sendetermine: Di, 07.04.2015, 20.15 Uhr, ARTE (Erstausstrahlung); Mi, 08.04.2015, 08.55 Uhr, ARTE; Fr, 24.04.2015, 8.55 Uhr, ARTE; Fr, 20.05.2016, 8.55 Uhr, ARTE

Siehe auch: WIR, GEISELN DER SS