"Norddeutsche Dynastien: Darboven - Ein Leben für den Kaffee"

Film von Dagmar WittmerS

Mediathek: Online verfügbar bis 19.03.2023, 12.00 Uhr, ARD Mediathek

Albert Darboven ist das bekannteste Gesicht der Kaffeebranche. Auf jeder Packung "Idee- Kaffee" verbürgt sich der Röster für sein Produkt. Darboven hat das koffeinhaltige Getränk in Deutschland populär gemacht. Die Idee, Kaffee mit Dampf zu behandeln und ihn dadurch bekömmlicher zu machen, hatte schon sein Vater.

Albert Darboven war gerade zwölf Jahre alt und hieß Albert Hoppusch, als Seniorchef Arthur Darboven ihn zu seinem Nachfolger bestimmte. Der kinderlose Großonkel adoptierte ihn, das Kaffeeunternehmen wurde sein Lebensinhalt. "Meine Familie das ist hier, die Firma!", sagt er heute. Der Hamburger Familienbetrieb hat es vom lokalen Anbieter zur Nummer fünf unter den Großröstern geschafft. Zum Mischen und Rösten der Bohnen braucht man neben Erfahrung eben auch Intuition und neue Ideen.

Vor 150 Jahren war der junge Kaufmann Johann Joachim Darboven in Hamburg der Erste, der seinen gerösteten Kaffee in Tüten abgepackt hat. Ein einträgliches Geschäft. Er behauptete sich gegen die Konkurrenz. Um 1900 hieß es in Hamburg, sein Kaffee schmecke am besten.

Die Söhne bauten vor dem Ersten Weltkrieg eine große Fabrik mit modernen Röstanlagen. In den 1920er-Jahren überraschte Darboven mit einem Werbecomic: Die "Darbohne", ein Kaffeebohnen-Kobold, erlebte Abenteuer. Für Kinder waren es heiß geliebte Sammelhefte. Traditionen, die Firmenchef Albert Darboven erhalten will.

Seit der Firmengründung ist das Unternehmen bis heute ständig gewachsen. Es gab zahlreiche Krisen; die Firma hat die beiden Weltkriege überstanden. Kaffee war Mangelware. Das Unternehmen brachte einen Muckefuck auf den Markt, der an Bohnenkaffee erinnerte. Im Krieg wurde die Fabrik von Bomben zerstört, doch im Keller lief die Produktion weiter. Stillstand gab es nie.

Text: NDR

Fotos: © NDR/doc.station GmbH/J.J. Darboven