"Land zwischen den Strömen (2): Von der Elbe bis zur Ostsee"

Dokumentation von Manfred Schulz

Sendetermine: Do, 23.12.2021, 20.15 Uhr, NDR-Fernsehen (Erstausstrahlung); Fr/Sa, 31.12.2021/01.01.2022, 03.10 Uhr, NDR-Fernsehen

Willem und Gerrit Ruempler entdecken auf ihrer ungewöhnlichen Reise mit einem Plattbodenschiff überraschende und berührende Geschichten aus Deutschlands Norden: Schwebefähren, versunkene Dörfer, verschollenes Handwerk, weltberühmte Orgeln und ein Storchenvater, der den Tränen nahe ist.

Mit dem Plattbodenschiff geht es über Flüsse und Kanäle, auf Elbe und Eider und deren verwunschenen Nebenflüssen. Und zuletzt ein Stück durch den Nord-Ostsee-Kanal, der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt. Mal einsam segelnd auf fast vergessenen Wasseradern, mal mitten im Getümmel der Containerriesen, mal auf Routen, die die alten Wikinger schon nutzten.

Eine Reise durch faszinierende und vielfältige Landschaften. Alle haben ihre ganz eigenen Geschichten: In Hamburg, der Metropole am Elbstrom, spielen Sturmflutschutz und Wasserversorgung seit jeher eine überlebenswichtige Rolle. Elbabwärts auf schleswig-holsteinischer Seite liegt die idyllische Haseldorfer Binnenelbe, Rückzugsort für Tiere und Planzen, die es nur hier noch gibt, und Heimat der Bandreißer.

Bandreißer stellen ein wichtiges Bauteil für Holzfässer her, eine Handwerkstradition, die speziell hier an der Unterelbe beheimatet ist und eine überraschende Renaissance erlebt. Eines der Dörfer, in dem viele Bandreißer lebten, Bishorst, wurde von einer Sturmflut verschlungen.

Die einst viel befahrene Krückau, die die Elbe mit Elmshorn verbindet, ist fast versandet. Die Fahrt auf ihr ist ein kleines Wagnis. Dicht am Elbufer liegt das verträumte Städtchen Glückstadt, einst dänisch und berühmt für seinen Matjeshering. Weiter westlich führt die Stör nach Wilster und zur Wilsterau, wo der Norden Deutschlands am tiefsten ist, dreieinhalb Meter unter Null. Gäbe es nicht Deiche und Schöpfmühlen, wäre hier zweimal am Tag Land unter.

Auf der niedersächsischen Seite zweigt die Oste von der Elbe ab und schlängelt sich durch alte Kulturlandschaften, in der reiche Marschbauern und arme Moorkolonisten lebten. Und Künstlerinnen und Künstler: Die Künsterkolonie Worpswede mitten im Teufelsmoor ist weltberühmt. Die Elbe mündet ins Wattenmeer, einem UNESCO-Weltnaturerbe, wo sich Robben, Krabben und Gliebfischer mit ihren Schiebenetzen tummeln. Vor der Vogelinsel Trischen lässt die Crew des Plattbodenschiffs ihr Boot trockenfallen. Und bekommt Besuch. Die Vogelwartin erzählt, was ihr Leben ganz allein auf Trischen so besonders macht.

Mit dem nächsten Hochwasser geht es weiter zur Eidermündung und von dort wieder landeinwärts, durch altes Siedlungsgebiet der Wikinger. Auch Dänen und Holländer haben hier Spuren hinterlassen, so wie auch im von Grachten durchzogenen Friedrichstadt. Den damals dänischen Eiderkanal zählte man einst zu den technischen Weltwundern. Die Flusslandschaften hier sind wieder anders: trockengelegtes Seenland, Refugium für bedrohte Wiesenvögel sowie Storchendörfer und uralte Feldsteinkirchen. Die alte Eisengießerei bei Rendsburg direkt am Nord-Ostsee-Kanal ist heute ein bedeutender Ausstellungsort für moderne Kunst.

Von hier ist Kiel-Holtenau nicht mehr weit mit seinen gewaltigen Schleusen auf die Förde hinaus zur Ostsee, dem Ziel dieser Reise. Eine Erlebnisfahrt kreuz und quer durch norddeutsches Land, wie sie kontrastreicher und spannender kaum sein kann.

Text: NDR

Fotos: © NDR / MANFRED SCHULZ TV & FilmProduktion

Produktion: MANFRED SCHULZ TV & FilmProduktion

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Siehe auch: LAND ZWISCHEN DEN STRÖMEN