"Kleine Inseln, große Chancen: Neustart im Wattenmeer"

Reportage von Franziska Voigt

Sendetermine: Mo, 03.05.2021, 15.00 Uhr, NDR-Fernsehen; Fr, 09.04.2021, 21.15 Uhr, NDR-Fernsehen (Erstausstrahlung); Mediathek: Online verfügbar bis 09.04.2022, 21.15 Uhr, ARD Mediathek

Viele Menschen träumen davon, auf eine kleine Insel zu ziehen, um etwas abgeschieden inmitten der Natur zu leben. Die Reportage begleitet sehr unterschiedliche Menschen, die auf den Ostfriesischen Inseln einen Neustart wagen: für ein Leben geprägt von Ebbe und Flut, den Jahreszeiten und neuen beruflichen Herausforderungen und Chancen.

Der neue Inselspediteur von Spiekeroog
Spiekeroog ist knapp 19 Quadratkilometer groß und autofrei. Fest leben hier nur rund 800 Menschen, aber jedes Jahr zieht es viele Urlauberinnen und Urlauber auf die Nordseeinsel. Alles was auf die Insel muss, ob Lebensmittel, Baustoffe oder Gepäck, wird mit dem Schiff geliefert und vom Hafen von der einzigen Spedition weitertransportiert. Als der alte Spediteur aufhören möchte, sucht man händeringend nach einem Nachfolger.

Bis sich Frederik Lüders bewirbt. Der 30-Jährige kommt aus Jever und war Filialleiter bei einer großen Supermarktkette. Für die Inselspedition krempelt er sein Leben um. "Am schwierigsten wird es, die Insulaner von mir zu überzeugen", sagt Frederik. Sein neuer Job wird zur Mammutaufgabe, denn die Inselspedition arbeitet an 364 Tagen im Jahr im Rhythmus der Schiffsankunftszeiten. Corona legt zunächst das Urlaubsgeschäft lahm, aber im Sommer wird die Insel voll. Frederik und sein Team transportieren dann bis zu 1000 Koffer pro Tag.

Eine neue Ärztin für Wangerooge
Lange gab es auf der Insel nur einen Arzt. Das machte es zuweilen schwierig, die medizinische Versorgung der Insulaner zu gewährleisten. Dann kam Frau Dr. Annick Goltz nach Wangerooge. Die Ärztin zog zusammen mit ihrem Mann Malte und ihrer achtjährigen Tochter Miso aus der Nähe von Rotenburg (Wümme) nach Wangerooge. Die Familie will hier eine neue Existenz aufbauen. Und Annick muss als Hausärztin das Vertrauen der Insulaner gewinnen. Ihr neuer Job verlangt ihr viel ab, denn sie hat jede zweite Woche Notdienst und muss im Sommer viele Touristen versorgen. Die Corona-Pandemie stellt die neue Ärztin vor zusätzliche Herausforderungen.

Vom Geflüchteten zum Elektroniker auf Borkum
Kassem Almidani floh 2015 aus seiner Heimat Syrien nach Deutschland. Gemeinsam mit 250 anderen Geflüchteten wurde er in der Jugendherberge auf Borkum untergebracht. Kassem entschied sich für eine Zukunft auf der Insel. Er holte seine Familie nach und machte eine Lehre zum Elektroniker bei einem Borkumer Betrieb. Handwerker sind gefragt auf der größten der Ostfriesischen Inseln. Kassem und seine Familie wollen ankommen auf Borkum. Sie haben ein Stück verwilderten Garten urbar gemacht und bauen sogar Gemüse an. "Echte Borkumer Kartoffeln", sagt Kassem stolz.

Die Reportage begleitet die "neuen Insulanerinnen und Insulaner" über mehrere Monate und zeigt, wie sie trotz eines anstrengenden Alltags ihre neue Heimat und die Schönheit der Natur im Watt genießen.

Text: NDR

Fotos: © NDR/AZ Media

Produktion: AZ Media GmbH

Gefördert mit Mitteln der nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH.

Siehe auch: KLEINE INSELN, GROSSE CHANCEN