CLOSEUP Bremen | Teams für Medienformate VIII

Team-Vorstellung 2025: Mit multimedialem Ausstellungsraum basierend auf Datenjournalismus, ein Podcast mit “disabled Gaze", klarer Haltung & Humor und Online-Residency für Künstlerinnen mit Kind

CLOSEUP Bremen-TEam 2026 | Jan, Sarah, Paul, Philipp, Christina, Johanna, Anna, Carolin
CLOSEUP Bremen-TEam 2026 | Jan, Sarah, Paul, Philipp, Christina, Johanna, Anna, Carolin

CLOSEUP Bremen startete am 1. April in das Stipendienjahr 2026: Drei Teams erhalten die Chance, ihre Medienprojekte mit Bremenbezug umzusetzen - finanziell unterstützt mit jeweils 20.000 Euro und begleitet durch erfahrene Akteur:innen der regionalen Medienbranche. Das Medienstipendium wird jährlich durch die nordmedia, die Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation und Radio Bremen zur Förderung des Nachwuchses vergeben.

Die Jury wählte aus zahlreichen Bewerbungen drei Projekte aus, die im Rahmen des Programms von April bis Dezember begleitet werden. Neben der finanziellen Förderung erhalten die Stipendiat:innen Unterstützung durch Mentor:innen aus der Bremer Medienszene, individuelles Coaching sowie Workshops zur fachlichen Qualifizierung. Zum Abschluss präsentieren die Teams ihre Projekte auf dem Filmfest Bremen 2027, was ihnen zusätzliche Sichtbarkeit sowie Zugang zum regionalen Mediennetzwerk ermöglicht. Folgende Teams konnten die Jury in der diesjährigen Bewerbungsrunde überzeugen:

Team DATA ATLAS | Philipp Buhlmann, Paul Stümpel, Kristina Schmidt, Johanna Rose-Jastram | Foto: nordmedia/Hannes von der Fecht
Team DATA ATLAS | Philipp Buhlmann, Paul Stümpel, Kristina Schmidt, Johanna Rose-Jastram | Foto: nordmedia/Hannes von der Fecht

DATA ATLAS: Bahnhofsvorstadt | Ankunftsort, Durchgangsraum und Teil des Alltags vieler Bremer:innen: Das Bremer Bahnhofsviertel ist ein viel genutzter Raum, der in der öffentlichen Wahrnehmung sowie der lokalen Berichterstattung jedoch häufig vorrangig im Zusammenhang mit seinen vermeintlichen Konfliktpotenzialen in Erscheinung tritt. Das Team von DATA ATLAS (Johanna Rose-Jastram, Kristina Schmidt, Paul Stümpel, Philipp Buhlmann) will hingegen mit dem Prinzip des Kartierens einen Raum schaffen, der die Bahnhofsvorstadt in ihrer Vielschichtigkeit und Gleichzeitigkeit abbildet. Dazu soll sich an aktuellen Innovationen des Journalismus, die über bloßen Sensationalismus, Einzelmeldungen und vereinfachende Narrative hinausgehen, orientiert und das Bahnhofsviertel als Stadtraum systematisch analysiert werden. Den Bremer:innen zugänglich gemacht werden soll das crossmediale Journalismusprojekt in Form einer multimedialen Ausstellung, in der das Team Datenjournalismus und räumliche Darstellungen visuell miteinander verknüpft.

Team UUUPS, STUFE | Jan Uhlenberg und Sarah Mehler | Foto: nordmedia/Hannes von der Fecht
Team UUUPS, STUFE | Jan Uhlenberg und Sarah Mehler | Foto: nordmedia/Hannes von der Fecht

UUUPS, Stufe | Inklusion darf nicht nur ein Buzzword sein, sagen Sarah Mehler und Jan Uhlenberg vom Team UUUPS, STUFE. Trotzdem finden sich im Journalismus und der Medienlandschaft oftmals nur selten die die Perspektiven und Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderung wieder. In ihrem dialogischen Podcast-Format wollen die beiden behinderten Autor:innen den Journalismus um einen „disabled Gaze“ erweitern und einen strukturierten Denkraum für Menschen sowohl mit als auch ohne Behinderung kreieren. In diesem sollen Alltagsituationen gemeinsam analysiert werden, wobei sichtbar wird, wie strukturelle Machtverhältnisse, Normalitätsannahmen und kommunikative Narrative wirken und unser gesellschaftliches Leben prägen. So soll ein audio- und visuelles Format geschaffen werden, das hohen journalistischen Anspruch hat, unterhält und aus Bremen heraus Haltung zeigt - für echte Repräsentanz und Teilhabe.

Team BREAK & REPAIR | Anna Bart und Carolin Klapp | Foto: nordmedia/Hannes von der Fecht
Team BREAK & REPAIR | Anna Bart und Carolin Klapp | Foto: nordmedia/Hannes von der Fecht

BREAK & REPAIR | Die strukturelle Vereinbarkeit von Familie und Job muss in zahlreichen Berufsfeldern immer wieder neu ausgehandelt werden, stellt jedoch vor allem für freischaffende Künstlerinnen eine besondere Herausforderung dar. Durch die Übernahme von Care-Arbeit und familienbedingte „Lücken“ im Lebenslauf sind viele künstlerische Förderprogramme für Mütter nur bedingt zugänglich. Mit dem Projekt BREAK & REPAIR wollen Anna Bart und Carolin Klapp ein hybrides Arbeits-, Produktions- und Netzwerkformat gestalten, das Künstlerinnen mit Kind erlaubt, unabhängig von Vernissage-Uhrzeiten und klassischen Präsenz-Residencies künstlerisch tätig zu sein und sich zu connecten. Der digitale Raum soll so als ernstzunehmender künstlerischer Arbeitsort etabliert werden und ein solidarisches Netzwerk bilden. Ortsunabhängig und zeitlich flexibel möchte das Team so konkret Künstlerinnen aus Bremen, aber auch deutschlandweit unterstützen.

Am 17. April stellten die neuen Teams sich und ihre Projekte bei der Veranstaltung CLOSEUP ON SCREEN & nordmedia-Branchenempfang im Rahmen des Filmfest Bremen 2026 persönlich vor. Außerdem feierten die Projekte der CLOSEUP Bremen-Teams 2025 hier ihre Abschlüsse.