Mehr als 15.000 Besucher feiern Independent-Kino auf dem 26. Int. Filmfest Oldenburg

Die Preisträger des 26. Internationalen Filmfest Oldenburg © Int. Filmfest Oldenburg / Lawrence Diederich
Die Preisträger des 26. Internationalen Filmfest Oldenburg © Int. Filmfest Oldenburg / Lawrence Diederich

Vom 11. bis zum 15. September 2019 waren in Oldenburg Filmschaffende aus aller Welt zu Gast, um risikofreudige Independentfilme und Erstlingswerke aus mehr als 20 Ländern zu feiern. Das von der Blickpunkt Film bereits als »europäisches Sundance« gepriesene Filmfest zeigte sich auch in diesem Jahr wieder als kreativer und lebendiger Ort für insgesamt 54 Lang- und Kurzfilme.

Rund 15.500 Besucher strömten in die Festivalkinos, die Kongresshalle der Weser Ems Hallen, das Oldenburgische Staatstheater und zu den weltweit einzigartigen JVA Vorführungen, bei denen Gäste und Insassen gemeinsam Kino erleben können. Neben dem Ehrengast Burkhard Driest (Tribute) zählten unter anderem die US-amerikanische Schauspielerinnen Bella Thorne (HER AND HIM), Amanda Plummer und Corinna Harfouch (LARA) zu den Gästen des diesjährigen Internationalen Filmfests Oldenburg.

Die Schauspielerin Patrycja Planik wurde für ihre Darstellung in LILLIAN mit dem Seymour Cassel Award 2019 geehrt. ©Int. Filmfest Oldenburg / Lawrence Diederich
Die Schauspielerin Patrycja Planik wurde für ihre Darstellung in LILLIAN mit dem Seymour Cassel Award 2019 geehrt. ©Int. Filmfest Oldenburg / Lawrence Diederich

Der Hauptpreis, der German Independence Award für den besten Film in der Independent-Reihe, ging an IN FULL BLOOM von Adam VillaSeñor und Reza Ghassemi. Das Boxepos feierte seine Weltpremiere in Oldenburg und fängt die politischen Spannungen nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen Japan und den USA ein. Der German Independence Award für den besten Kurzfilm wurde 2019 an BLUE HOUR von Kahina Le Querrec vergeben.

Für ihre Hauptrolle in LILLIAN wurde Patrycja Planik mit dem Seymour Cassel Award 2019 für die beste darstellerische Leistung ausgezeichnet. Das Roadmovie von Andreas Horvath erzählt die Geschichte einer Frau, die durch Amerika reist, um über die Beringstraße wieder in ihre Heimat Russland zu gelangen. Zachary Ray Sherman wurde für sein Spiel eines rechtsextremistischen Bloggers in Rob Lamberts Debütfilm CUCK ebenfalls mit dem Seymour Cassel Award 2019 geehrt.

Daniel Bertram stellt seinen Film BIS DIE WELT EINEN RAND BEKOMMT vor. Foto: nordmedia
Daniel Bertram stellt seinen Film BIS DIE WELT EINEN RAND BEKOMMT vor. Foto: nordmedia

Auch zwei nordmedia-geförderten Spielfilme waren im Programm des Festivals vertreten: BIS DIE WELT EINEN RAND BEKOMMT von Regisseur und Drehbuchautor Daniel Bertram feierte Weltpremiere und erzählt die Geschichte eines kleinen Mädchens, das den komatösen Zustand seines Vaters nicht versteht. Der Film wurde vor allem für die hypotisch anmutenden Bilder einer Parallelwelt gelobt, die im Lauf der Handlung für Vater und Tochter geschaffen werden.

Zum ersten Mal wurde auch WAS WIR WUSSTEN - RISIKO PILLE gezeigt. Der unter anderem im Emsland und in Hannover gedrehte Fernsehfilm nach dem Drehbuch des Autorenduos Eva Zahn und Volker A. Zahn wurde von Regisseurin Isa Prahl inszeniert. Der Film verhandelt den Gewissenskonflikt eines Pharmakonzern-Mitarbeiters, der bemerkt, dass auch seine Tochter die möglicherweise gesundheitsschädige Antibabypille seines Unternehmens einnimmt. 

v.l.: Torsten Neumann, Amanda Plummer, Rob Lambert, Deborah Kara Unger, RP Kahl. © Int. Filmfest Oldenburg / Lawrence Diederich
v.l.: Torsten Neumann, Amanda Plummer, Rob Lambert, Deborah Kara Unger, RP Kahl. © Int. Filmfest Oldenburg / Lawrence Diederich

Der 13. Stern auf dem OLB-Walk of Fame ging in diesem Jahr an die US-amerikanische Schauspielerin Amanda Plummer, die unter anderem in PULP FICTION oder MISS ROSE WHITE mitwirkte. Im Lauf ihrer Karriere erhielt sie bereits zahlreiche Preise und Nominierungen, darunter drei Emmys, einen Tony Award sowie den Outer Critics Circle Award.

In diesem Jahr vergab das Filmfest zum ersten Mal den German Independence Award für das beste Erstlingswerk und den German Independence Award für cineastische Kühnheit. Der Award für das beste Erstlingswerk ging ebenfalls an IN FULL BLOOM von Adam VillaSeñor und Reza Ghassemi, für cineastische Kühnheit wurde TITO von Grace Glowicki ausgzeichnet.

Mit der Closing Night Gala im Oldenburgischen Staatstheater ging mit dem Abschlussfilm HAPPY ENDINGS von Hella Joofs und der Bekanntgabe der Preisträger die 26. Ausgabe des Int. Filmfests Oldenburg feierlich zu Ende. 

Weitere Informationen: https://www.filmfest-oldenburg.de/