Setbesuch in Bremen: "Der blonde Hans" (AT)

v.l.n.r.: Thomas Schäffer (nordmedia), Picco von Groote ("Hansi Burg”), Ken Duken (“Hans Albers”), Michael Souvignier (Zeitsprung Pictures GmbH), Marc Brasse (NDR), Carsten Gutschmidt (Regisseur) © NDR/Zeitsprung Pictures/Michael Ihle
v.l.n.r.: Thomas Schäffer (nordmedia), Picco von Groote ("Hansi Burg”), Ken Duken (“Hans Albers”), Michael Souvignier (Zeitsprung Pictures GmbH), Marc Brasse (NDR), Carsten Gutschmidt (Regisseur) © NDR/Zeitsprung Pictures/Michael Ihle


Am 27. Januar 2020 waren wir am Set des nordmedia-geförderten Films DER BLONDE HANS (AT) auf dem ehemaligen Kaffee-Hag-Gelände in der Überseestadt in Bremen Walle. Regisseur Carsten Gutschmidt dreht seit Mitte Januar in Niedersachsen, Bremen und Bayern das NDR/rbb-Dokudrama über die konfliktreiche Beziehung zwischen dem Filmstar Hans Albers und seiner Freundin, der jüdischen Schauspielerin Hansi Burg - gespielt von Ken Duken und Picco von Groote.

Unter dem Arbeitstitel DER BLONDE HANS produziert die Zeitsprung Pictures GmbH den historischen Stoff nach einer wahren Begebenheit. Das Buch stammt von Dirk Eisfeld nach einer Vorlage von Nina Koshofer. Während Hans Albers zur NS-Zeit seine größten Erfolge feierte, musste Hansi Burg 1939 ins Ausland fliehen, um ihr Leben zu retten. Im Jahr 1949 treffen sich die beiden in Deutschland wieder. Nach acht Jahren Exil konfrontiert Hansi ihre frühere Liebe mit Fragen zu seinem damaligen Verhalten - von dieser emotionalen Begegnung erzählt der Film.

Dreharbeiten vom NDR/rbb-Dokudrama “Der blonde Hans” (AT) auf dem ehemaligen Kaffee-Hag-Gelände in der Bremer Überseestadt © NDR/Zeitsprung Pictures/Michael Ihle
Dreharbeiten vom NDR/rbb-Dokudrama “Der blonde Hans” (AT) auf dem ehemaligen Kaffee-Hag-Gelände in der Bremer Überseestadt © NDR/Zeitsprung Pictures/Michael Ihle

„Der Film ist kein Biopic - es ist ein Film über Haltung in schwierigen Zeiten”, hob Produzent Michael Souvignier hervor. Die widersprüchliche und komplexe Figur Hans Albers sei auch für NDR-Redakteur Marc Brasse besonders faszinierend. Was bedeutet Haltung für einen Unterhaltungskünstler, welcher Teil der nationalsozialistischen Propaganda war? Das Verhältnis von Albers zu den Nationalsozialisten würde nur indirekt deutlich, indem er sich beispielsweise bei Preisverleihungen krank meldete. „Albers war ein emotional getriebener Mensch“, so Schauspieler Ken Duken (INGLOURIOUS BASTERDS).

Da es wenig Archivmaterial gäbe, machen die szenischen Interpretationen den Hauptanteil des Filmes aus. Die Aussprache, die tatsächlich stattgefunden habe, wurde laut Brasse nach „bestem Wissen und Gewissen” mit Hilfe von Historikern und Fachberatern für eine möglichst realitätsnahe Darstellung rekonstruiert. Das aufwändig recherchierte Dokudrama enthalte außerdem Original-Filmausschnitte und historisches Film- und Fotomaterial.

Die Dreharbeiten starteten in Niedersachsen, unter anderem mit den Stationen Wrisbergholzen, Bückeburg und den Gronauer Lichtspielen in Gronau/Leine. In Bremen Blumenthal wurden bereits Szenen aus Josef Goebbels Büro in der historischen Wollkämmerei aufgenommen. Für die Restaurantszene am zehnten Drehtag wurde aus dem Hag-Marmorsaal in der Bremer Überseestadt die Berliner Adlon-Bar. Der Saal steht, wie auch die Fabrikgebäude von Kaffee Hag, unter Denkmalschutz und lässt Bremen 2020 zu Berlin 1933 werden. Die historischen Gebäude mit ihrer Architektur eignen sich hervorragend für die filmische Zeitreise, da keine größeren Umbauten nötig seien. Auf dem ehemaligen Hag-Gelände an der Rigaer Straße wurden außerdem Außenaufnahmen, wie eine Taxifahrt mit einem Opel Admiral, gedreht. Für die folgenden Drehtage geht es bis zum 4. Februar weiter nach Bremerhaven, unter anderem ins Tivoli Theater, und zu den Originalschauplätzen an den Starnberger See, in Hans Albers Villa Garatshausen in Bayern.

v.l.n.r.: Michael Souvignier (Zeitsprung Pictures GmbH), Carsten Gutschmidt (Regisseur), Marc Brasse (NDR), Thomas Schäffer (nordmedia),  © NDR/Zeitsprung Pictures/Michael Ihle
v.l.n.r.: Michael Souvignier (Zeitsprung Pictures GmbH), Carsten Gutschmidt (Regisseur), Marc Brasse (NDR), Thomas Schäffer (nordmedia), © NDR/Zeitsprung Pictures/Michael Ihle

nordmedia-Geschäftsführer Thomas Schäffer freut sich über das mittlerweile fünfte nordmedia-geförderte Projekt der Zeitsprung Pictures GmbH:

„Mit Zeitsprung verbinden wir so großartige Filme und Erfolge wie DAS WUNDER VON LENGEDE. Die jetzige Produktion schafft im Besonderen mit zahlreichen Drehtagen in Bremen/Bremerhaven und Hildesheim gute wirtschaftliche Effekte und verspricht mit dieser überraschenden Perspektive auf die Figur Albers, Geschichte in besonderer Weise an ein großes Publikum zu vermitteln“.

Ein Sendetermin für das Dokudrama DER BLONDE HANS (AT) steht noch nicht fest und ist für Ende 2020 in der ARD geplant.
Neben Ken Duken und Picco von Groote wirken unter anderem Dirk Martens, Christian Aumer, Sebastian Nakajew, Imme Beccard und Janko Kahle als DarstellerInnen mit.