34. Internationale Filmfestival Braunschweig als Online-Ausgabe

2. bis 8. November 2020

Das 34. Internationale Filmfestival Braunschweig findet erstmalig als reine Online-Ausgabe statt. Bereits im Juli hatten sich die Organisatoren um Festivaldirektor Andreas Lewin zu diesem Weg entschlossen. „Die Hoffnung, dass die Pandemie-Entwicklung im Herbst mehr zulassen würde, hat sich nicht erfüllt.“, stellt Lewin fest. Stattdessen häuften sich die Vorhersagen einer zweiten Welle, so dass die Online-Version sich als die Planungssicherste erwies.

Auf der neuen Plattform online.filmfest-braunschweig.de zeigt das Festival nun vom 2. bis 8. November insgesamt 81 Kurz-, Spiel- und Dokumentarfilme. Dank des Engagements der Festival-Förderer und -Sponsoren konnten die meisten Filmpreise in der Online-Ausgabe erhalten bleiben. Der Publikumspreis „Der Heinrich“ und der „Volkswagen Financial Services Award“ für europäische Debüt- und Zweitfilme mit je 10.000 Euro Preisgeld werden dank Hauptsponsor Volkswagen Financial Services ebenso vergeben wie der Frauenfilmpreis „Die TILDA“ (5.000 Euro), der „Braunschweiger Filmpreis“ für den/die beste/n Nachwuchsschauspieler*in (3.000 Euro), der Green Horizons Award für den besten Film zum Thema Nachhaltigkeit (2.500 Euro), der Deutsch-Französische Jugendpreis KINEMA und der Heimspiel-Preis (1.000 Euro) für den besten Film mit Bezug zur Region. 

Das Online-Programm präsentiert sich deutlich gestrafft in fünf großen Blöcken: Junges Europäisches Kino, Neues Internationales Kino, Neue Deutsche Filme, Kurzfilme und der neuen Sektion „Internationale Dokumentarfilme“. „In den vergangenen Jahren nahm die Zahl der Dokumentarfilme reihenübergreifend stetig zu. Da bot es sich an, diese in einer eigenen Sektion zu bündeln“, erklärt Lewin, selbst Dokumentarfilmregisseur. In Kooperation mit seinem Berliner Festival DOKUARTS zeigt Lewin in der Dokumentarfilmreihe das Programm „Fokus Kanada - Reclaiming Histories”. Diese lenkt den Blick nach Kanada, dem Land der Einwanderer, das sich mit seiner indigenen Bevölkerung und Zweisprachigkeit schon lange mit Diversität auseinandersetzt. 

Vier von nordmedia geförderte Produktionen laufen auf dem Filmfestival
Vier von nordmedia geförderte Produktionen laufen auf dem Filmfestival

32 Deutsche bzw. Internationale Premieren zeigt das Festival in diesem Jahr, sieben allein in den beiden Wettbewerben für europäische Debütfilme, wie MOSQUITO von João Nuno Pinto, der erste portugiesische Wettbewerbsfilm seit vielen Jahren. Im „Neuen Internationalen Kino“ sind der iranisches Cop-Thriller JUST 6.5 von Saeed Roustyi, LUNANA, die Geschichte eines Yaks im Klassenraum von Pawo Choyning Dorji aus Bhutan und THE PLANTERS von Hannah Leder und Alexandra Kotcheff (Tochter von „Rambo“-Regisseur Ted Kotcheff) erstmals in Deutschland zu sehen.

„Ich freue mich darüber, dass 40% der Filme unseres Programms von Regisseurinnen gemacht wurden“, so Lewin. Neun von ihnen sind für den FrauenFilmPreis „Die TILDA“ nominiert, wie z.B. Janna Ji Wonders für ihre Familiengeschichte WALCHENSEE FOREVER, Esen I?ik AL SHAFAQ - WENN DER HIMMEL SICH SPALTET oder Charlène Favier mit ihrer Coming-of-Age-Geschichte SLALOM.

Außerdem auf dem Filmfestival vertreten sind vier von nordmedia-geförderte Produktionen. Es laufen RIVALE (Marcus Lenz, Hanfgarn & Ufer Filmproduktion), PARADIES (Immanuel Esser), SCHLAF (Michael Venus) und WUQIAO CIRCUS (Lukas Berger). 

Trotz aller Online-Euphorie betont Lewin: „Filme gehören auf die große Leinwand. Das Gemeinschaftserlebnis Filmfest lässt sich nicht digital kompensieren.“ Daher ist geplant, Veranstaltungen zu einem späteren Zeitpunkt, etwa im Frühjahr 2021, live im Saal vor Publikum nachzuholen. Dann sollen die Gewinnerfilme vor Publikum im Kinosaal im Beisein der Filmschaffenden nachgeholt werden.