cast&cut-Preview: Zwei neue Kurzfilme aus Hannover

cast&cut-Preview am 17.10.2019 in Hannover
Fotonachweis: cast&cut/Helge Krückenberg
Bild vergrößert anzeigenVorhergehendes Bild anzeigenNachfolgendes Bild anzeigenv.l.n.r.: Regionspräsident Hauke Jagau, Anja Römisch, Stipendiatin Henrietta Langholz, Stipendiat Kenji Ouellet und Jochen Coldewey

Erneut wurden zwei in der Region Hannover gedrehte Kurzfilme im Rahmen der cast&cut-Preview präsentiert. Im Kino im Künstlerhaus feierten am 17. Oktober 2019 etwa 160 Gäste aus der Film- und Kunstszene mit den cast&cut-Stipendiaten Henrietta Langholz und Kenji Ouellet. Für die Stipendiengeber Stiftung Kulturregion Hannover und nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen begrüßten Hauke Jagau, Vorstand der Stiftung Kulturregion Hannover und Jochen Coldewey, Bereichsleiter Film- und Medienförderung der nordmedia. 

Durch den weiteren Abend führte die Journalistin Regine Stünkel. Sie sprach mit den FilmemacherInnen und Mitgliedern der Filmteams über ihre Dreharbeiten in der Region Hannover. So drehte Henrietta Langholz ihren technisch sehr aufwändigen 360°-Kurzfilm im Skatepark Linden-Süd am Ihme-Ufer. Die Szenerie besetzte sie mit den unterschiedlichsten Sportlern - Skatern, Kanufahrern, Parcours-Sportlern, einer Tischtennis-Gruppe u.v.m. Der bildgewaltige experimentelle Thriller von Kenji Ouellet entstand im Herrenhaus des Hermannshofs Völksen und in einem Klinikum in der Region Hannover.

Henrietta Langholz besuchte die Fachoberschule für Gestaltung in Bremen, und absolvierte mehrere Fotografie-Praktika, bevor sie Visuelle Kommunikation an der Hochschule für bildende Künste Hamburg studierte und 2015 bei Angela Schanelec und Wim Wenders abschloss. Neben dem Studium leitete sie zahlreiche Projekte kultureller Bildung. In der ersten Jahreshälfte 2018 war Henrietta Langholz in der Stipendienstätte Villa Minimo zu Gast und drehte hier ihren Kurzspielfilm GEBURTSTAG #11. Der Film wurde sowohl für die zweidimensionale Kinoleinwand als auch für den virtuellen Raum konzipiert. Er thematisiert die Nöte eines getrennten Paares, das eine gemeinsame Tochter erzieht. Aus einer konzentrierten emotionalen Geschichte auf der Kinoleinwand wird eine komplexe Erzählung durch die freie Wahl der Blickrichtung in der 360°-Version. 

Kenji Ouellet hat eine Ausbildung als klassischer Pianist an der Université Laval in Quebec und der City University of New York durchlaufen. Er schloss ein Studium der Digitalen Kunst an der Universität für Angewandte Kunst in Wien sowie der Experimentellen Me-diengestaltung an der Universität der Künste Berlin an. Mit seinen Videoarbeiten und experimentellen Filmen war er erfolgreich auf internationalen Ausstellungen und Festivals unterwegs und erhielt zahlreiche Preise. Kenji Ouellet war in der zweiten Jahreshälfte 2018 in Hannover zu Gast. Hier arbeitete er an dem experimentellen Kurzfilm CLARK OF GREEN GABELS. Der Film ist eine Art Psychothriller, der aus einer dichten, manchmal extravaganten Verkettung von überraschenden Wendungen und Zeitsprüngen besteht und nahtlos zu seinem Anfang wiederkehrt. Die Charaktere sind in einer Endlosschleife gefangen.

Seit 17 Jahren vergeben die Stiftung Kulturregion Hannover und die nordmedia gemeinsam das bundesweit einzigartige Kurzfilmstipendium cast&cut. Es ermöglicht Nachwuchs-RegisseurInnen für jeweils sechs Monate nach Hannover zu kommen und hier ein Kurzfilmprojekt zu verwirklichen. Das Stipendium ist inzwischen mit 20.000 Euro und einem monatlichen Stipendiengeld ausgestattet. Die StipendiatInnen beziehen ein geräumiges Appartement in der Villa Minimo in Hannover-List, das vom Wohnungsunternehmen Gundlach kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.

Fotos: cast&cut/Helge Krückenberg