Neustart- und Stabilisierungs-Programm: Rund eine Million Euro für die niedersächsische Film- und Medienwirtschaft in Zeiten der COVID-19 Pandemie

© Roman - stock.adobe.com
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Das Land Niedersachsen stellt der nordmedia, im Rahmen seines jüngst verabschiedeten Nachtragshaushalts, in 2020 zusätzlich eine Million Euro zur Verfügung, damit diese die niedersächsische Film- und Medienbranche bei ihrem Neustart in Zeiten der Corona-Pandemie unterstützen kann.

Die niedersächsische Film- und Kinobranche hat durch die Auswirkungen und Einschränkungen der Corona-Pandemie erhebliche Umsatzeinbußen. Filmprojekte mussten abgebrochen oder verschoben, Kinos monatelang geschlossen werden. Filmfestivals fanden nicht statt oder wurden ins Internet (Streaming) verlegt. Trotz der schrittweisen Wiedereröffnung von Kinos und der Wiederaufnahme von Filmproduktionen unter strengen Hygienevorschriften und Auflagen, sind die Corona bedingten Mehrkosten und Anlaufverluste aktuell hoch und die Erlöse deutlich geringer als noch vor der Pandemie. Mit den nachfolgenden Maßnahmen soll die Branche daher über die nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen gezielt und temporär unterstützt werden.

Ziele und Zielgruppen dieser zusätzlichen Förderung sind:

  1. Produktionsunternehmen, deren nordmedia geförderte Film- oder TV-Produktionen pandemiebedingt abgebrochen oder verschoben werden mussten. Dabei sind vorrangig die anerkannten Mehrkosten von Projekten zu berücksichtigen, die von der nordmedia gemeinsam mit anderen Fördereinrichtungen des Bundes und der Ländergefördert wurden und die Kriterien des gemeinsamen Hilfsprogrammes des Bundes und der Länder erfüllen. Dies betrifft eine Reihe von Projekten, deren Gesamtfinanzierung gesichert und deren Drehbeginn bis zum 30.06.2020 terminiert war. Nachranging können auch Produktionen gefördert werden, die ausschließlich eine Förderung der nordmedia erhielten.
  2. Zielgruppe der zusätzlichen Förderung sind die Betreiber von ortsfesten Programmkinos und Filmkunsttheatern sowie Filmtheatern mit bis zu sechs Sälen pro Betriebsstätte in Niedersachsen. In Orten mit bis zu 50.000 Einwohnern können auch Filmtheater mit mehr als sechs Sälen gefördert werden. Sie sollen nach der langen Zeit der Schließung eine Starthilfe in Höhe von bis zu 5.000 Euro pro Kino erhalten. Nicht förderfähig sind dabei nichtgewerbliche Spielstellen, sog. Uni-Kinos und Kinos in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft („Kommunale Kinos“). Hinzu tritt die bereits erfolgte Verdoppelung der Kinoprogrammpreise Niedersachsen.
  3. Veranstalter von niedersächsischen Filmfestivals, denen schriftliche Förderzusagen bis zum 18.03.2020 vorgelegen haben, können bei pandemiebedingtem Mehraufwand und Einnahmeausfällen für eine „hybride Durchführung“ der Veranstaltung zusätzlich gefördert werden. Voraussetzung ist, dass die Veranstaltung teils in Präsenz, teils online durchgeführt wird und Mehrkosten (z.B. für Streaming) und Einnahmeausfälle nicht durch Einsparungen im Rahmen des Projekts ausgeglichen werden können.
  4. Produktionsunternehmen, die in die parallele Entwicklung gleich mehrerer neuer Stoffe und Projekte investieren wollen, können dafür Mittel (sog. Slate Funding) beantragen. Dabei sollen Treatments und Drehbücher für zukünftige Langfilme und Miniserien entstehen. Damit wird auch dem Umstand Rechnung getragen, dass während der pandemiebedingten Beschränkungen viele AutorInnen nicht beauftragt oder Stoffe nicht abgenommen wurden.
  5. Antragsverfahren: Die Gewährung von Zuwendungen und Leistungen aus dem o.g. Wiederanlauf-Hilfsprogramm erfolgt im Rahmen einer derzeit in Abstimmung befindlichen Richtlinie und verfügbarer Mittel nur auf schriftlichen Antrag an die nordmedia. Die Antragsbegründung muss schlüssig darlegen, dass für Mehrkosten oder Einnahmeverluste auf Seiten der Antragsteller die Corona-Pandemie ursächlich ist. Die Anträge auf Starthilfe der Kinos sind auf bei nordmedia in Kürze erhältlichen Formularen zu stellen. Über die Modalitäten der Antragstellung und Termine informieren wir in Kürze.