SchulKinoWochen Niedersachsen mit beeindruckenden Gästen und Filmerlebnissen

gute Stimmung bei der Eröffnung der 12. SchulKinoWochen Niedersachsen in Bückeburg, Foto: Angela von Brill
gute Stimmung bei der Eröffnung der 12. SchulKinoWochen Niedersachsen in Bückeburg, Foto: Angela von Brill

VISION KINO - Netzwerk für Film- und Medienkompetenz und das Film & Medienbüro Niedersachsen ziehen als Veranstalter der 12. SchulKinoWochen Niedersachsen eine positive Bilanz. An dem landesweiten film- und medienpädagogischen Projekt beteiligten sich in diesem Jahr 97 Kinos in 83 Städten. 80.660 Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte sahen in über 1.000 Vorstellungen 85 unterrichtsbezogene inhaltlich und filmästhetisch anspruchsvolle Kinofilme.

Besonders nachgefragt waren die Filme RICO, OSKAR UND DAS HERZGEBRECHE und SHAUN DAS SCHAF - DER FILM mit zusammen 22.000 BesucherInnen. Aber auch die Dokumentarfilme MALALA - IHR RECHT AUF BILDUNG mit 3.683 Anmeldungen und der Beitrag zum Wissenschaftsjahr Zukunftsstadt 10 MILLIARDEN - WIE WERDEN WIR ALLE SATT? mit 1.042 Anmeldungen stießen auf großes Interesse bei den Klassen.

Spannende Filmgespräche

Wolfgang Rosenkötter, Foto: Frederike Wendt
Wolfgang Rosenkötter, Foto: Frederike Wendt

In zahlreichen Sonderveranstaltungen diskutierten Filmschaffende, Gäste und MedienpädagogInnen mit Schülerinnen und Schülern über Inhalte und deren filmische Umsetzung. Besonders beeindruckend waren hier die Vorstellungen mit dem Film FREISTATT mit mehr als 1.500 BesucherInnen und die Gespräche mit dem Zeitzeugen Wolfgang Rosenkötter, der nach der Vorführung vor die Leinwand trat: "Guten Tag, mein Name ist Wolfgang Rosenkötter. Ich bin der Wolfgang aus dem Film". Immer wieder herrschte nach dem Film Erstaunen, Sprachlosigkeit, Stille. Plötzlich wurde den Schülerinnen und Schülern bewusst, diese Geschichte aus den 1960er Jahren über die gleichnamige Jugenderziehungs-anstalt ist authentisch. Das Wichtigste, was Wolfgang Rosenkötter den ergriffenen Schülerinnen, Schülern und Lehrerkräften vermittelt: "Treten Sie ein gegen Unrecht! Wenn jemand geschlagen wird, begehren sie auf. Ich bin deswegen hier, um Ihnen das mit auf den Weg zu geben".

Thomas Kirchberg und Dr. Dirk Alt im Cinema Arthouse in Osnabrück, Foto: Kerstin Hehmann
Thomas Kirchberg und Dr. Dirk Alt im Cinema Arthouse in Osnabrück, Foto: Kerstin Hehmann

Mit Gerechtigkeit, Solidarität und Menschenwürde - auch im Zeichen des Flüchtlingsthemas - setzten sich auch weitere Filme der diesjährigen SchulKinoWochen auseinander. Ein Schwerpunkt dabei waren die Aufführungen von ASYLRECHT und MORGENLAND. ASYLRECHT, ein Film im Auftrag der Britischen Besatzungsbehörde 1949 erstellt, vermittelte Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll den Umgang mit Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg in Norddeutschland. Trotz einer historisch vollkommen anderen Situation gab es Parallelen zu heute. Ergänzt wurden die Vorführungen durch den aktuellen, von Flüchtlingen selbst realisierten Film MORGENLAND. ASYLRECHT wurde auch in Lehrerfortbildungen thematisiert. Im gemeinsam von der Bundeszentrale für politische Bildung und VISION KINO zusammengestellten Sonderprogramm »Flucht, Vertreibung, Asyl« wurden weitere Filme gezeigt und diskutiert.

Ansgar Ahlers (Regisseur von BACH IN BRAZIL) und Frauke Heiligenstadt (Niedersächsische Kultusministerin), Foto: Angela von Brill
Ansgar Ahlers (Regisseur von BACH IN BRAZIL) und Frauke Heiligenstadt (Niedersächsische Kultusministerin), Foto: Angela von Brill

Schon bei der Eröffnung der 12. SchulKinoWochen Niedersachsen am 15. Februar vor 280 Schülerinnen und Schülern und Gästen im voll besetzten Residenz Kinocenter Bückeburg stand mit BACH IN BRAZIL von Ansgar Ahlers ein Film auf dem Programm, der sich für Ausgegrenzte einsetzt und ein Interesse für fremde Kulturen weckt. Gäste bei der stimmungsvollen Veranstaltung waren u.a. die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und Ansgar Ahlers. Die SchulKinoWochen leisten einen wichtigen Beitrag für das Erlernen von Film- und Medienkompetenz, betonte die Ministerin.

Jörg Witte (Projektleiter) und Eva-Maria Schneider-Reuter von den Schulkinowochen Niedersachsen, Foto: Frederike Wendt
Jörg Witte (Projektleiter) und Eva-Maria Schneider-Reuter von den Schulkinowochen Niedersachsen, Foto: Frederike Wendt

Dies bestätigen auch Rückmeldungen von Lehrkräften: „Die SchulKinoWoche ist eine sehr gute Einrichtung, insbesondere für Schüler (z. B. auf dem Land), die sonst nicht bzw. sehr selten ein Kino besuchen. Das entsprechende Material dazu ist gut aufbereitet und die Auswahl der Filme entspricht meinen Ansprüchen“. Eine weitere Lehrkraft schreibt: „Ich bin für das Angebot sehr dankbar, weil ich mit diesem Angebot inhaltliche Arbeit und Klassenerlebnis gut und motivierend kombinieren kann. Im nächsten Jahr will ich gerne wieder mitmachen.“ 2017 stehen die SchulKinoWochen Niedersachsen voraussichtlich vom 20.02. bis 17.03.2017 auf dem Stundenplan.

Weitere Informationen: www.schulkinowochen-nds.de