Filmstart Bremen 03: Projektstipendium der nordmedia und des Filmbüro Bremen zum dritten Mal vergeben

Seit 2015 existiert das von der nordmedia und dem Filmbüro Bremen initiierte Bremer Projektstipendium Filmstart, das künstlerische Filme und Nachwuchsfilmprojekte mit einem Förderbedarf zwischen 1.000 und 10.000 Euro fördert. In der dritten Einreichrunde 2017 wurden aus insgesamt 41 eingereichten Projekten neun mit insgesamt 37.750 Euro gefördert. Thematisch reichen die geförderten Projekte von Grauzonen eines sexuellen Übergriffs über die animierte Biografie eines Hauses bis hin zu einem 360°-Experiment. Die hohe Qualität der eingereichten Anträge sowie die Vielfalt der Genres zeigt die hohe Relevanz des Nachwuchsprogrammes Filmstart auf. Eine unabhängige Jury - bestehend aus Edzard Wagenaar (Leitung Sektion Kurzfilm Internationales Filmfest Emden-Norderney), Roxana Richters (Produzentin Wechselstube Film, Berlin) und Bartosz Werner (Regisseur und Dramaturg, Berlin) - entschied über die zu fördernden Nachwuchsfilme.

Gefördert werden durch das Projektstipendium Filmstart 03:

Niciji Dom, Nevana Savic
Kurzfilm, 7.000 € Produktionsförderung
Ein Haus in Bosnien, wo ein alter Mann isoliert lebt. Während wir im Realfilm sehen, wie sich Ivicas Zustand zunehmend verschlechtert, zeigen kurze Animationssequenzen Szenen aus seiner Biographie, die mit dem Niemandsort verbunden sind.

Nachtbesuch, Johanna Vogdt
Kurzfilm, 5.600 € Produktionsförderung
Am frühen Morgen steht eine junge Frau zitternd mit Tränen in den Augen, verschmiertem Make-up und Backpacker-Rucksack vor einem Haus. Was ist passiert? Der Film erzählt eine Geschichte der vorhergegangenen Nacht und beleuchtet eine Grauzone zwischen Missverständnis und sexuellem Übergriff.

Leben (AT), Annette Ortlieb
Dokumentarfilm, 4.650 € Projektentwicklungsförderung
Zwei Menschen, ein Mann und eine Frau, die beide mit 19 Jahren entschieden haben, dass sie nicht töten wollen, die sich beide mit Leidenschaft für eine Veränderung der bestehenden Verhältnisse in ihrem Land eingesetzt haben und einsetzen. Ludwig Baumann, 95 Jahre, Deserteur der Wehrmacht. Tair Kaminer, 20 Jahre, Verweigerin der israelischen Verteidigungsarmee. Im Januar 2017 begegnen sie sich in Bremen.

Wilde Nächte '89, Jan Schmitt
Dokumentarfilm, 4.000 € Projektentwicklungsförderung
In einer Hafenstadt soll eine legendäre Kneipe dichtgemacht werden, sie steht kapitalen Interessen im Wege. Der Szene-Treff wird verrammelt und zugemauert. Lange hält das nicht. Jugendliche reißen die Mauern ein, Polizei rückt an und plötzlich stehen Väter ihren eigenen Kindern gegenüber.

Ein Stückchen Heimat. Vom Flüchtling zum Cricketmeister, Alexandra Hardorf und Christiane Schwarz
Dokumentarfilm, 4.000 € Produktionsförderung
Aus der Tristesse der Flüchtlingsheime holte die pakistanische Fußpflegerin Nisar Tahir junge Männer auf das Cricketfeld.

Zehn Worte. Episode III: Wanda Wilkomirska, Christine Jezior
Dokumentarfilm, 4.000 € Produktionsförderung
Zehn Gebote. Zehn Geschichten. Eine Stadt. In kurzen Episoden, die intime Einblicke in vollkommen verschiedene Lebensgeschichten und Entwürfe gewähren, entsteht das facettenreiche Bild einer aktuellen Auffassung von Ethik und nebenbei das komplexe Portrait einer Stadt und ihrer Bewohner.

Koexistenz, Johann Büsen
360° Reality Video, 3.000 € Produktionsförderung
Surrealer Episodenfilm, der mit Elementen aus Theater und Performance spielt. Dank 360 Grad Rundumblick und modernster Technik sind wir durch die VR-Brille mitten ins Geschehen eingebunden.

Nerds 4 Fame, Lars Czekalla
Komödie, 3.000 € Produktionsförderung
Eine Komödie über Rollenspielklischees und die nicht ganz alltäglichen Probleme des Alltags.

Heimatlos, Hassan Sheidaei
Dokumentarfilm, 2.500 € Produktionsförderung
Es gibt einen grundsätzlichen Unterschied zwischen den sanitären Anlagen in Europa und Asien. Der Unterschied besteht nicht nur in der Form des Klosetts, sondern vor allem in Vorhandensein des Wassers, sodass man sich waschen kann. Der Film thematisiert anhand dieses Unterschiedes die Probleme der Integration bei einem Flüchtling, der sich damit überfordert fühlt.