Rückblick 2008

Positive Resonanz auf die 2. Serious Games Conference: 200 Gäste besuchen die CeBIT-Veranstaltung

Mit der zweiten Auflage hat sich die von nordmedia und BIU ausgerichtete Tagung als fester CeBIT-Termin für die Unterhaltungssoftwarebranche etablieren können. Am 5. März besuchten rund 200 Gäste aus Hochschulen, dem öffentlichen Sektor und der Software-Industrie das großzügig gestaltete Konferenz-Forum in Halle 8. Der diesjährige Schwerpunkt, Serious Games & Health, stieß bereits im Vorfeld auf großes Medieninteresse.

Das in den USA sehr erfolgreiche PC-Spiel „Re-Mission“ zur Krebstherapie von Kindern und Jugendlichen sowie eine interaktive Erweiterung von klassischen Sport-Games wurden erstmals in Deutschland vorgestellt. Die Konferenz wurde in diesem Jahr von der Techniker Krankenkasse unterstützt, als weitere Partner beteiligten sich Gamesmarkt und GEE Magazin.

Der Vormittag widmete sich der internationalen Forschung zu „Serious Games for Health“ und wurde komplett auf Englisch abgehalten. Den Anfang machte die profilierte eLearning-Forscherin Dr. Sara de Freitas von der University of Coventry, die in ihrer Keynote einen Überblick über das Thema gab und einige Beispiele aus der Praxis präsentierte. Ellen LaPointe von der kalifornischen HopeLab Foundation stellte das weltweit einmaliges Projekt „Re-Mission“ vor, das zur Therapie krebskranken Kinder und Jugendlicher in amerikanischen Kliniken eingesetzt wird. HopeLab plant, weitere Computer- und Konsolen-Games als therapeutische Hilfe bei jeweils unterschiedlichen Krankheiten zu entwickeln. Im Anschluss befasste sich Prof. Dr. Ute Ritterfeld von der Freien Universität Amsterdam mit Serious Games aus Sicht der Medienpsychologie und ihrer Potenziale im Gesundheitssektor.

Die deutschsprachigen Vorträge nach der Mittagspause behandelten jeweils spezifische Fragestellungen zu gesundheitsfördernden Spielen. Oliver Wächter von Abraxas Medien aus Bremen und Ralf Heindorf, Psychologe am Reha-Zentrum Friedehorst, präsentierten ein bereits realisiertes Projekt zur neurologischen Therapie. Warum und auf welche Weise das Spielen an PC und Konsolen für Kinder und Jugendliche lernfördernd sein kann, erörterte Prof. Ulrich Götz von der Hochschule der Künste Zürich. Einen praxisorientierten Fokus hatte dagegen Lea Treese von Nintendo: Die von dem Konsolen-Hersteller anlässlich des Vortrags präsentierte „WiiFit“ soll User zu mehr körperlicher Bewegung motivieren. Bruno Kollhorst von der Techniker Krankenkasse befasste sich in seinem Vortrag mit den Möglichkeiten eines verstärkten Einsatzes von Serious Games. Sobald der wissenschaftliche Beweis des Nutzens erbracht sei, so Kollhorst, wäre auch der ökonomische Durchbruch des Themas denkbar. Die von Brendan Ludden von New Concept Gaming in Folge präsentierte Anwendung begeisterte die Zuhörer: So lässt sich mittels einer Schnittstelle beispielsweise ein Feldspieler bei „Fifa Soccer“ durch die eigenen Lauf-Bewegungen steuern.

Den Abschluss des Vortragsprogramms bildete das Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Peter Vorderer (Freie Universität Amsterdam), Dr. Christof Szymkowiak (Techniker Krankenkasse), Ralf Heindorf (Reha-Zentrum Friedehorst), Walter Staufer (Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien), Olaf Wolters (Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware) und Dr. Martin Riemer-Streicher (Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr). Moderiert von Moses Grohé vom GEE Magazin, wurden die Erfolgsaussichten von Serious Games in der deutschen Gesundheitswirtschaft diskutiert. Als Ausklang der Konferenz trafen sich Referierende und BesucherInnen zu einem Empfang in der Halle 8. Der Termin für die nächste Veranstaltung steht bereits fest: Am 6. März 2009 laden die Veranstalter wieder auf die CeBIT in Hannover zur nächsten Serious Games Conference ein.