"Die kleinen Ideen machen den Unterschied"

- Social Media-Strategien beim nordmedia Business-Frühstück

Es war kein leichter Weg zum Frühstücksbuffet am 8. Juli 2014: Um alle Interessenten unterzubringen, waren beim nordmedia Business-Frühstück in Hannover die Plätze aufgestockt worden. Sich mitten im Vortrag über "Social Media-Strategien für Medienprojekte" zu den Brötchen durchzuhangeln, gelang daher nur den Gästen, die sich gut positioniert hatten oder über akrobatische Fähigkeiten verfügten. Frische Servietten und viele Zuhörer, die sich Notizen machten, bestimmten daher das Bild.

Peter Berger
Peter Berger

So komprimiert wie die Raumsituation war auch der Vortrag von Peter Berger, der als Medientrainer, Journalist und Berater tätig ist und das Thema "Social Media-Strategien" sonst in mehrtägigen Seminaren vermittelt. Die Macht der kleinen Geschichten zum Leser bringen sei, laut Berger, ein wesentliches Prinzip von Social Media. Aus einer kleinen, pfiffigen Idee könne hier ein großer Erfolg werden. Anhand von Best-Practice-Beispielen zeigte er, wie das funktionieren kann. Sehr erfolgreich sei z.B. der Twitter-Account von Julia Probst, die die Idee hatte, der deutschen Fußballmannschaft während eines Spiels von den Lippen zu lesen und die für die TV-Zuschauer nicht hörbaren Sprüche auf Twitter zu veröffentlichen.

Eine erfolgreiche Social Media-Stategie beginne immer mit den Fragen "Was macht mein Projekt so besonders? Was bekommst Du nur bei mir?" Dies herauszufinden und ein Ziel festzulegen, sei enorm wichtig, um sein Projekt erfolgreich zu promoten.

Im nächsten Schritt müsse man dann recherchieren, "wo die eigene Zielgruppe unterwegs ist". Es gelte herauszufinden, welche Social Media-Kanäle für das jeweilige Projekt die passendsten sind. Erst dann gehe es darum, Inhalte zu erstellen, um Fans und Followers zu gewinnen und zu aktivieren.

Berger stellte dazu vier Arten von Inhalten vor, die häufig angewendet werden: den "Brand Centric Content" (unternehmens- bzw. projektbezogener Inhalt), das "Reactive Storytelling" (einen aktuellen Trend aufgreifen und einen Bezug zu seinem Projekt herstellen), den "Behind the Scenes Content" (Einblicke hinter die Kulissen des Projekts geben) und der "User Generated Content" (seine Fans aufrufen, selbst Inhalte zu erstellen,  z. B. durch Wettbewerbe). 

Bei der Redaktion von Postings sei es entscheidend, den richtigen Ton zu treffen, um mit seiner Community erfolgreich zu kommunizieren. "Eine Praktikantin, die erst zwei Wochen in der Firma ist, kann das nicht leisten", so Berger. Ein Social Media-Beauftragter müsse das Projekt und seine Zielgruppe daher sehr gut kennen.

Zur Umsetzung einer Social Media-Strategie sei viel Zeit und Geduld erforderlich. Wenn sich nach einem Jahr das gewünschte Ziel nicht einstelle, so Berger, sollte man seine Strategie überdenken.

In der sich anschließenden, längeren Diskussion wurde deutlich, dass auf das komplexe Thema im Rahmen des nordmedia Business-Frühstücks nur ein Schlaglicht geworfen werden konnte. So vielfältig die Projekte auf Social Media-Kanälen sind, so unterschiedlich und individuell waren auch die Fragen und Erfahrungen, die die Teilnehmer hatten. Aufgrund der angeregten Debatte blieb dieses Mal nur wenig Zeit, sich im Anschluss noch ausführlicher auszutauschen. Viele Teilnehmer nutzten aber die Möglichkeit, Herrn Berger nach der Diskussion direkt anzusprechen.

Fotos: Jörg Lorenz

Der Vortrag von Peter Berger steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.