Crossmediapreisverleihung 2016: And The Winners Are...

„Do Not Track“ in der Kategorie TV und „Auschwitz Stolpersteine“ in der Kategorie Hörfunk

Der Schütting in Bremen
Der Schütting in Bremen

Am Donnerstag den 3. März 2016 zeichneten Radio Bremen und die Bremische Landesmedienanstalt (bre(ma während der vierten Preisverleihung erneut die innovativsten crossmedialen Formate der knapp 50 Einreichungen von privaten und öffentlichen Rundfunksender aus. Alle Preise wurden im glamourösen Setting des Bremer Schüttings (Handelskammer) in Anwesenheit von rund 150 geladenen Gästen der Medienbranche an die Verantwortlichen der Projekte überreicht. Lena Döring moderierte das Event, welches von der nordmedia verwirklicht wurde.

Mit der Auschwitz Stolpersteine-Reihe ist N-JOY ein experimenteller Umgang mit dem Holocaust-Thema für eine junge Zielgruppe gelungen: Das crossmediale Format verknüpfte Zeitzeugenberichten von Auschwitz-Überlebenden mit künstlerisch-animierter Videountermalung von Studierenden. Elf berührende Youtube-Video-Stoplersteine entstanden. Darüber hinaus ließen unangekündigte Radio-Einspieler der historischen Originalberichte HörerInnen spontan via Social Media emotionale Resonanz zeigen. Cornelia Holsten erklärte: „Auschwitz Stolpersteine ist ein akustisches Mahnmal. Gerade in der heutigen Zeit kommt der Hass gegenüber dem Fremden leider wieder viel zu häufig vor. Umso wichtiger ist es, dass wir niemals vergessen, was vor 71 Jahren geschehen ist.“

In der Kategorie TV räumte die personalisierte Web-Serie Do Not Track den Preis ab: Internet-Tracking und das milliardenschwere Daten-Geschäft konnten UserInnen durch Eingabe ihrer E-Mail-Adresse am eigenen Leib erfahren. Durch die Anpassung an die MediennutzerInnen sowie die Verzahnung von TV-, Hörfunk-, Webepisoden und partizipativem Blog konnte das Format vom BR in internationaler Kooperation mit Arte beachtliche Erfolge verbuchen. Juror Egbert van Wyngaarden schwärmte: „Web-Analyse und User-Feedback der vorangegangenen Episoden flossen direkt in die nächsten Episoden ein, um eine größtmögliche Relevanz für die Mediennutzer zu schaffen. Dieser Ansatz entfernt sich weit von der klassischen top-down TV-Produktion und könnte wegweisend für die Zukunft sein.“

Neben den beiden Hauptpreisen vergaben die Veranstalter dieses Jahr erstmalig zwei Ehrenpreise. Die beiden Produktionen Marhaba - Ankommen in Deutschland (n-tv) sowie Deutschland. Dein Tag (NDR) nahmen sich Themen an, denen aktuell eine hohe Bedeutung zugemessen werden muss. Einerseits wurde die Definition von Heimat mittels einer Echtzeitdokumentation sowie einer interaktiven Selfie-Aktion vom NDR in all seinen Facetten erzählt. „Das Thema Heimat, diesmal überwiegend aus der Sicht derjenigen, die schon länger hier leben, wird über alle Medien hinweg durchdekliniert. So ein Formatbruch ist mutig und wird auch nicht immer mit guten Quoten belohnt. Aber: Vor allem bleibt es hängen.“, begründete Jan Weyrauch die Auslobung des Preises. Dem Thema des Fremdseins bzw. Ankommens in Deutschland widmete sich die n-tv-Produktion, indem sie Geflüchtete mit ihrer arabischen Sendung mit deutschen Untertitel direkt adressierte - und somit als crossmediales Medium der Vermittlung schlechthin fungierte. „Zum ersten Mal ist die Zielgruppe nicht mehr das mehrheitlich deutsche Publikum, sondern die Neuen, die Geflüchteten. Inzwischen haben andere nachgezogen, aber zu diesem Zeitpunkt war das ein mutiger und komplett neuer Ansatz“, so Frau Holsten in Ihrer Laudatio.

Für die musikalische Untermalung der Veranstaltung sorgte der gebürtige Bremer Sebó. Mit seinen Hits des aktuellen Albums „Alles Was Noch Kommt“ ließ er die Füße des Publikums wippen und Gesichter strahlen. Im Anschluss an die Preisverleihung genossen die Gäste den Abend bei Häppchen, Drinks und angeregten Gesprächen.

Wir bedanken uns bei allen Partnern und Sponsoren sehr herzlich für die Unterstützung!