Berlinale 2026: Begegnungen beim Empfang ON im OFF
Mit rund 300 Gästen feierte nordmedia am 13. Februar 2026, dem ersten Freitag der Berlinale, den Empfang ON im OFF in der Niedersächsischen Landesvertretung. Filmschaffende aus Niedersachsen und Bremen trafen hier auf internationale Gäste, Produzent:innen und Partner:innen der Branche, um regionale Geschichten in einem internationalen Kontext sichtbar zu machen.
Der Abend wurde von Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier eröffnet. In seiner Rede betonte er die besondere Rolle der Berlinale als Ort, an dem Filmkultur und Filmwirtschaft zusammenkommen. Niedersachsen und Bremen seien starke, vielfältige Filmstandorte - mit guten Produktionsbedingungen, engagierten Teams und Landschaften, die vom Harz bis zur Nordsee reichen. Die Verbindung aus regionaler Verwurzelung und internationaler Offenheit sei ein Erfolgsmodell, das immer wichtiger werde.
Anschließend richtete die Geschäftsführerin der nordmedia Meike Götz ihre Worte an die geladenen Gäste. Vier nordmedia-geförderte Filme auf der Berlinale - das sei ein Grund für echte Freude und auch Stolz. Die Berlinale sei nicht nur ein Festival, sondern ein Ort, an dem Ideen entstehen und Begegnungen neue Richtungen eröffnen. Beim Empfang gehe es deshalb darum, die Menschen zusammenzubringen, die diese Filme möglich machen.
Ein Highlight war die Eröffnung des Festivals mit NO GOOD MEN von Shahrbanoo Sadat, betonte Meike Götz. Ein nordmedia-geförderter Film als Startschuss der Berlinale - für viele Beteiligte ein besonderer Moment. Der zum Teil in Hannover gedrehte Film erzählt von einer Kamerafrau aus Kabul, die sich nach der Trennung von ihrem untreuen Ehemann gemeinsam mit ihrem Sohn in einer patriarchal dominierten Gesellschaft behaupten muss.
In der Sektion „Perspectives“ ist DER HEIMATLOSE von Kai Stänicke zu sehen. Gedreht unter anderem auf Norderney, erzählt der Film von Hein, der nach vierzehn Jahren in sein Heimatdorf auf einer Insel zurück kehrt, doch die Dorfgemeinschaft erkennt ihn nicht mehr und verlangt einen Prozess, in dem er seine Identität beweisen soll. Der Konflikt spaltet das Dorf und zwingt Hein, sich seiner Vergangenheit und einer schmerzhaften Wahrheit zu stellen. Besonders ist, dass das Projekt bereits seit der Drehbuchentwicklung von nordmedia begleitet wurde.
Mit SIRI HUSTVEDT - DANCE AROUND THE SELF von Sabine Lidl feiert in der Sektion „Panorama“ ein Dokumentarfilm Weltpremiere, der ein sehr persönliches Porträt der Autorin zeichnet. Meike Götz betonte in diesem Zusammenhang ihre große Wertschätzung für Siri Hustvedt, die für eine starke weibliche Selbstbestimmung steht.
Ebenfalls in der Sektion „Panorama“ vertreten ist STAATSSCHUTZ von Faraz Shariat. Er erzählt von einer jungen Staatsanwältin, die nach einem rassistischen Anschlag beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Ihr Kampf vor Gericht offenbart nicht nur die Täter, sondern auch strukturelle Verharmlosung rechter Gewalt innerhalb staatlicher Institutionen. Ein politischer Film, der gesellschaftliche Fragen stellt und Haltung zeigt. Genau solche Projekte, die nicht wegsehen, brauche es, so Meike Götz.
Neben den Filmen auf der Leinwand spielte der Austausch mit der Branche eine große Rolle. Gespräche über zukünftige Koproduktionen und internationale Partnerschaften prägten den Ausklang des Abends.
