Großartiges europäisches Kino an der Nordseeküste beim 30. Filmfest Emden-Norderney

12. bis 19. Juni 2019, Emden + Norderney

Zum 30. Mal heißt es am 12. Juni 2019 wieder „Film ab“ in den Kinos der Seehafenstadt Emden und der Insel Norderney. Das Internationale Filmfest Emden-Norderney feiert gemeinsam mit vielen Gästen aus Deutschland und Europa seinen runden Geburtstag. Mit dabei ist auch Schauspieler Jürgen Vogel, der in diesem Jahr mit dem Emder Schauspielpreis ausgezeichnet wird.

Im Jahr 1990 als Initiative des örtlichen VHS-Filmclubs gegründet, hat sich das Festival inzwischen zu einem national wie international vielbeachteten Publikumsfest entwickelt. Neben deutschen Filmen stehen alljährlich insbesondere Produktionen aus Nordwesteuropa im Mittelpunkt des Festivalprogramms. Mit insgesamt 51 Lang- und 23 Kurzfilmen - davon sechs Uraufführungen und 17 Deutschlandpremieren -  unterstreicht das Publikumsfestival im Nordwesten auch in 2019 seinen Anspruch, brandneue und zeitgeschichtlich hochaktuelle internationale Filmproduktionen zu präsentieren. Im Jubläumsprogramm sind sechs nordmedia-geförderte Produktionen vertreten.

In zehn Wettbewerben wird ein Preisgeld von insgesamt 65.500 Euro Preisgeld ausgelobt. Darüber hinaus vergibt das Festival mit dem Inselstipendiat „Ein Schreibtisch am Meer“ einen der einzigartigsten Filmpreise in Deutschland - eine Woche Norderney zum Drehbuchschreiben und Stoffentwickeln. So mancher Kino- und Fernsehfilm der letzten Jahre hat auf der Insel seinen Anfang genommen.

Das Programm

RAFAEL © Intramovies
RAFAEL © Intramovies

Für das Jubiläumsfestival hat das Team um Festivalleiter Rolf Eckard ein Programm zusammengestellt, welches hinsichtlich gesellschaftlicher Aktualität, künstlerischer Qualität und filmischer Internationalität Zeichen setzt. Auch in diesem Jahr haben gleich mehrere Filme Flucht und Integration zum Thema, darunter auch der Eröffnungsfilm des Festivals, das niederländische Drama RAFAEL von Regisseur Ben Sombogaart. Die gleichermaßen packende wie berührende Fluchtgeschichte angesiedelt im arabischen Frühling 2011 in Tunesien, feierte schon in den Niederlanden große Erfolge und wird als deutsche Erstaufführung erstmals zeitgleich in Emden und auf Norderney gezeigt. Über den Alltag in einer Flüchtlingsunterkunft im westfälischen Münsterland erzählt die Dokumentation KEINHEIMATFILM von Susanna Wüstneck, die hierfür in diesem Jahr mit dem Norderneyer Engel, dem Integrationspreis der Insel Norderney ausgezeichnet wird.

HAPPIER TIMES GRUMP  © Solar Films
HAPPIER TIMES GRUMP © Solar Films

Seine Uraufführung feiert die Tragikomödie ZOROS SOLO des gebürtigen Emder Regisseurs Martin Busker über einen afghanischen Flüchtlingsjungen, der in der schwäbischen Provinz dem örtlichen Kirchenchor beitritt, um während einer Konzertreise nach Ungarn seinen dort zurückgehaltenen Vater nach Deutschland zu schleusen.

In der internationalen Reihe präsentiert das Festival in diesem Jahr starke Filme aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Finnland und von den britischen Inseln, so u.a. die deutsche Erstaufführung des Dramas DON´T SHOOT von Belgiens Regie-Legende Stijn Coninx um einen der größten belgischen Justizskandale des 20. Jahrhunderts. Der Regisseur erhielt bereits 2015 für seinen Film MARINA den Bernhard Wicki-Preis beim Filmfest Emden-Norderney. Weitere Programm-Highlights sind die charmante französische Produktion DER GEHEIME ROMAN DES MONSIEUR PICK, eine fesselnde Parodie auf das dortige Verlagswesen und die finnische Komödie HAPPIER TIMES GRUMP rund um einen griesgrämigen Großvater.

Sechs nordmedia-geförderte Produktionen

SYSTEMSPRENGER © kineo/Weydemann Bros./Yunus Roy Imer
SYSTEMSPRENGER © kineo/Weydemann Bros./Yunus Roy Imer

Besonders freuen sich die Programmmacher in diesem Jahr über eine Reihe starker Debütfilme von Filmemachern, die schon seit ihren künstlerischen Anfängen mit dem Festival verbunden sind. Erik Schmitt, der bereits mit drei Kurzfilmen beim Festival zu Gast war, hat das berührende, nordmedia-geförderte Großstadtmärchen CLEO im Gepäck, das auf der diesjährigen Berlinale Premiere feierte. Nora Fingscheidt bringt ihren beindruckenden, nordmedia-geförderten Berlinale-Gewinnerfilm SYSTEMSPRENGER mit. Der mit dem „Silbernen Bären“ ausgezeichnete, erste abendfüllende Spielfilm der Regisseurin wurde schon vielfach prämiert - zum allerersten Mal vor drei Jahren mit dem „Emder Drehbuchpreis 2016“. Ein weiterer nordmedia-geförderte Debütfilm ist die außergewöhnliche Liebesgeschichte BONNIE&BONNIE von Ali Hakim, die in Emden Weltpremiere feiert.

VERACHTUNG © Zentropa/Henrik Ohsten
VERACHTUNG © Zentropa/Henrik Ohsten

Von der Berlinale nach Emden kommt auch der nordmedia-geförderte Dokumentarfilm ES HÄTTE SCHLIMMER KOMMEN KÖNNEN - MARIO ADORF von Dominik Wessely, ein sehr persönliches Porträt des Ausnahmeschauspielers.

Darüber hinaus sind zwei weitere nordmedia-geförderte Produktionen im Jubiläumsprogramm vertreten: Der Thriller VERACHTUNG - die vierte Romanverfilmung von Jussi Adler-Olsen ist die erfolgreichste dänische Produktion aller Zeiten. Außerdem dabei ist der erfrischend-komische Animationsfilm DIE SAGENHAFTEN VIER frei nach den „Bremer Stadtmusikanten“ von den Oscar-Preisträgern Christoph und Wolfgang Lauenstein.

Emder Schauspielpreis an Jürgen Vogel

Jürgen Vogel in STEREO © Wild Bunch Germany
Jürgen Vogel in STEREO © Wild Bunch Germany

Der Schauspieler Jürgen Vogel erhält in diesem Jahr den mit 5.000 Euro dotierten den Emder Schauspielpreis. Mit Kinoerfolgen wie KLEINE HAIE, DAS LEBEN IST EINE BAUSTELLE, SEXY SADIE, DIE WELLE, DER FREIE WILLE oder STEREO, aber auch mit verschiedenen TV-Rollen u.a. als Ermittler in dem ZDF-Mehrteiler BLOCHIN hat sich der gebürtige Hamburger als einer der herausragenden deutschen Schauspieler profiliert.

Aus Anlass dieser besonderen Ehrung zeigt das Festival eine Werkschau, die in enger Zusammenarbeit mit Jürgen Vogel erstellt wurde. Jürgen Vogel wird am Festivalsamstag zum traditionellen Filmtee mit Jenny Zylka im VHS-Forum erwartet.   

Marleen Lohse in CLEO © Detailfilm GmbH/Johannes Louis
Marleen Lohse in CLEO © Detailfilm GmbH/Johannes Louis

Neben Jürgen Vogel haben weitere prominente Filmgäste ihr Kommen zum 30. Internationalen Filmfest Emden-Norderney zugesagt, u.a. die deutschen SchauspielerInnen Franziska Weisz und Wotan Wilke Möring, die ihren neuesten TATORT: QUERSCHLÄGER vorstellen sowie Andrea Sawatzky, Marleen Lohse, Julia Koschitz, Justus von Dohnányi und ein Überraschungsgast.

Im Rahmenprogramm gibt es natürlich wieder beliebte Veranstaltungen wie die Mitternachtstalks, den Film-Tee und die Drehbuchlesung. Darüberhinaus bietet das Festival im Jubiläumsjahr weitere Highlights.

ES HÄTTE SCHLIMMER KOMMEN KÖNNEN - MARIO ADORF © COIN Film/NFP/Ralf Weber/Sabine Finger
ES HÄTTE SCHLIMMER KOMMEN KÖNNEN - MARIO ADORF © COIN Film/NFP/Ralf Weber/Sabine Finger

In Kooperation mit den Gezeitenkonzerten der Ostfriesischen Landschaft wird erstmals ein Portraitkonzert mit dem Filmkomponisten Gary Marlowe in der Neuen Kirche in Emden aufgeführt. In Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Emden wird darüber hinaus ein Dokumentarfilm über die Künstlergruppe SPUR im Festivalprogramm gezeigt. Beim Schulsonderprogramm „Na huus - Coming home“ ist in diesem Jahr der gebürtige Emder Filmemacher Felix Randau zu Gast, der u.a. mit seinem Film DER MANN AUS DEM EIS (mit Jürgen Vogel) internationale Erfolge feierte. Zum achten Mal bereits ist das "London Short Film Festival" zu Gast in Emden.

Und last but not least wird bei der zweiten Auflage des nordmedia-Dünentalks im Kurtheater auf Norderney Journalistin Hilke Theessen mit ihren Gästen über 30 Jahre Festivalgeschichte plaudern und einen Ausblick in die Zukunft des Publikumsfestes am Meer wagen.

Weitere Informationen: www.filmfest-emden.de