31. Internationales Filmfestival Braunschweig mit Matrix, Nina und Hexen

17.10.2017 bis 22.10.2017, Braunschweig

Das 31. Internationale Filmfestival Braunschweig startet am 17. Oktober 2017 mit dem Filmkonzert eines modernen Klassikers: „Matrix live. Film in Concert“. Das Staatsorchester Braunschweig spielt die Musik von Don Davis - der das Konzert selbst dirigieren wird. 

Und Davis ist nicht der einzige Gast, der einen Hauch von Hollywood mit nach Braunschweig bringt: Das BIFF widmet dem polnischen Oscar-Preisträger Jan. A.P. Kaczmarek eine Retrospektive mit sechs Filmen, darunter auch FINDING NEVERLAND mit Johnny Depp und Kate Winslet, für dessen Score er 2005 den Academy Award erhielt. In einem „Gesprächskonzert“ wird Kaczmarek über seinen Lebensweg zwischen Hollywood und Polen berichten und über die Zusammenarbeit mit bedeutenden Regisseuren wie Max Färberböck, Lasse Hallström und Lajos Koltal berichten.

Um Glaube und Religion geht es in der diesjährigen Beyond-Reihe. Mit BEYOND: FAITH kreist die Reihe um die Frage, wie sich der Weg im Glauben finden lässt, wenn der Kern des Glaubens verstellt wird. Dabei gehen die Filme ungewöhnliche Wege wie das Musical „Jeannette, the childhood of Joan of Arc“, das mit tanzenden Nonnen und Laienstimmen das Gegenteil einer Kitsch-Heiligen zeigt. In LITTLE CRUSADER versucht ein Vater, seinen Sohn zu retten, der sich den mittelalterlichen Kreuzzügen angeschlossen hat. Ein Film von unbedingter Aktualität, angesichts der 16-jährigen IS-Anhängerin aus Sachsen denkt, die in Mossul festgenommen wurde. Der beste Film der Reihe wird mit dem mit 2.500 Euro dotierten „Schwarzen Löwen“ ausgezeichnet.

Eine Jury aus sechs jungen Deutschen und Französinnen vergibt den KINEMA-Jugendpreis für den besten Debütfilm aus Deutschland oder Frankreich. Regisseur Gordian Maugg steht der jungen Jury beratend zur Seite.

SIMPEL von Markus Goller
SIMPEL von Markus Goller

Im Wettbewerb für europäische Debüt- und Zweitfilme um den „Heinrich“ präsentiert das Festival zehn Produktionen aus zehn Ländern, darunter acht deutsche Premieren. Über den Gewinner des mit 10.000 Euro dotierten Preis, gestiftet von Filmfestival-Hauptsponsor Volkswagen Financial Services, entscheidet das Publikum mit seinen Stimmen. 

Die „Goldenen Vier Linden“ gehen an den besten Film der „Heimspiel“-Reihe für Produktionen aus der Region. In der Jury: Bond-„Bösewicht“ Detlef Bothe, Regisseurin Anna Linke und Vorjahresgewinner Lars Jordan.

Stargast des Festivals ist die Schauspielerin Nina Hoss. Das Festival ehrt sie für ihre herausragenden darstellerischen Leistungen und Verdienste um die europäische Filmkultur mit der „Europa“. Den mit 15.000 Euro dotierten Preis stiftet Volkswagen Financial Services. Am Samstag, 21.10.2017, 15:30 Uhr wird Hoss zunächst dem Filmpublizisten Daniel Kothenschulte im Filmgespräch Rede und Antwort stehen, bevor sie am Abend im Staatstheater „Die Europa“ entgegennimmt.

Im „Neuen Internationalen Kino“ zeigt das Internationale Filmfestival Braunschweig die deutsche Uraufführung des neuesten Kim Ki-Duk Films THE NET, der den koreanischen Konflikt auf ein persönliches Schicksal herunter bricht. Als weitere Deutschland Premieren laufen der fulminante belgische Polit-Thriller BLIND SPOT von Nabil Ben Yadir, Wayne Roberts amerikanisches Kleinstadtdrama KATIE SAYS GOODBYE sowie AT WAR FOR LOVE vom italienischen Regisseur Pierfrancesco Diliberto.

Seine deutsche Premiere feiert auch die schweizerische Politsatire USGRÄCHNET GÄHWILERS von Martin Guggisberg in der Reihe „Neue Deutsche Filme“. Außerdem zeigt das Festival Markus Gollers SIMPEL, Barbara Alberts Romanverfilmung LICHT, Jürgen Vogel als Ötzi in DER MANN AUS DEM EIS von Felix Randau und Nikolaus Geyrhalters Dokumentation HOMO SAPIENS. Als weiterer nordmediageförderter Film läuft YELLA von Christian Petzold.

YELLA von Christian Petzold
YELLA von Christian Petzold

In diesem Jahr wird die Reihe „… at midnight“ von Hexen heimgesucht! Im Kino musste die Hexe stets für plakativen Horror herhalten. Das BIFF stellt mit WITCHES AT MIDNIGHT fünf Filme mit dem Fokus auf Frauen vor, die ihrem Schicksal entschlossen entgegentreten und zur Erreichung ihres Ziels unkonventionelle Mittel wählen. Psycho-Horror unter gleisender Sonne und im finsteren Haus bescheren THE NOONDAY WITCH und A DARK SONG. THE LOVE WITCH (deutsche Premiere) geht das Thema zwar retro-beschwingt, aber nicht weniger tödlich an.

Musik steht wieder im Mittelpunkt von „Sound on Screen“ mit sechs Filmen. Als deutsche Premieren zeigt das Internationale Filmfestival Braunschweig die Star-Porträts über den weltweit gefeierten Jazz- und Soulsänger Gregory Porter (DON'T FORGET YOUR MUSIC) sowie PLACEBO: ALT RUSSIA über die Alternative Rock-Heroen. 

Nach dem letztjährigen Erfolg verwandelt das Festival erneut den Innenhof der Braunschweiger Schloss Arkaden in ein „Open-In“-Kino. An den vier Abenden steht vor allem „Musik und Film“ im Vordergrund. Das Filmkonzert „Evelyn“, das Gesprächskonzert mit Oscar-Preisträger Jan A.P. Kaczmarek, die Doku über die Alternative Band Placebo PLACEBO: ALT. RUSSIA und LEFTO IN TRANSIT verwandeln die Kommerzhallen in einen Kino- und Konzertsaal. 

Insgesamt zeigt das Festival an sechs Tagen über 264 Filme aus 42 Ländern. Davon sind 100 Langfilme, von denen 21 ihre Deutschland-Premiere und eine Produktion ihre Weltpremiere in Braunschweig feiern. Außerdem laufen 164 Kurzfilme, davon 30 als deutsche und fünf als Weltpremiere, 32 Musikvideos außerdem ca. 30 Filme, die von Kindern und Jugendlichen gedreht wurden.

Weitere Informationen: www.filmfest-braunschweig.de