European Media Art Festival auch in 2026 zentraler Treffpunkt für Medienkunst

Ausstellung in der Kunsthalle Osnabrück bis zum 25. Mai 2026 geöffnet

Maja Roth (VdFk), Mayra Morán (Cutterin "Lengua muerta"), Masha Matzke; Foto: Kerstin Hehmann
Maja Roth (VdFk), Mayra Morán (Cutterin "Lengua muerta"), Masha Matzke; Foto: Kerstin Hehmann

Vom 22. bis 26. April 2026 fand in Osnabrück die 39. Ausgabe des European Media Art Festival (EMAF) statt. Unter dem Thema „An Incomplete Assembly“ präsentierte das Festival ein breit gefächertes Programm aus Filmvorführungen, Ausstellungen, Performances und Gesprächen und bot Raum für Austausch zwischen internationalen Künstler:innen, Fachbesucher:innen und Publikum.

Bereits die Eröffnung in der Kunsthalle Osnabrück stieß mit rund 1.000 Besucher:innen auf großes Interesse. Auch an den folgenden Tagen waren die Veranstaltungen gut besucht und machten das Festival erneut zu einem zentralen Treffpunkt für Medienkunst.

Ein Höhepunkt war die Vergabe des EMAF-Medienkunstpreises des Verbands der deutschen Filmkritik (VdFk), der in diesem Jahr an José Jiménez für seinen Film LENGUA MUERTA, DEAD TONGUE ging, der in Osnabrück seine Deutschlandpremiere feierte. Die Jury, bestehend aus Masha Matzke, Ursula von Keitz und Maja Roth, begründete die Entscheidung folgend: „`I want to tell you something, but I can’t´ ist kein voraussetzungsloser Satz. Im Halbdunkel einer rauen Küstenlandschaft konkretisiert sich ein einsamer von sechs Hunden begleiteter Wanderer. Auf seinem Weg, eine Erinnerung zu finden, bleibt das Gesicht jenes Wanderers abgewendet, seine Stimme konsequent vom Körper getrennt. LENGUA MUERTA, DEAD TONGUE von José Jiménez überträgt das Noch-nicht-Sagbare in die filmische Form. Die Fragmenthaftigkeit seines Gedächtnisses verbindet sich gekonnt mit einer Schwarzweiß-Ästhetik des Bruchs und der Leerstellen."

Eine lobende Erwähnung erhielt Maryam Tafakory für DARIA's NIGHT FLOWERS, der ebenfalls erstmals beim EMAF Premiere feierte. Der Film handelt von Daria, die ihr erstes Manuskript verfasst hat, in dem sie von ihrer Liebe zu einem geheimnisvollen Mädchen namens „Abi“ [blau] erzählt. Die Nachtblumen in ihrem Garten verbergen die Geheimnisse eines Landes, in dem Liebesgeschichten zu alltäglichen Tatorten geworden sind, so die Synopsis.

Die Jury schreibt: „Wie zeigen, was in der offiziellen Repräsentation nicht gezeigt werden darf? Maryam Tafakorys sinnlich-poetische Montage von Fragmenten des iranischen Kinos kreiert ein Gegenarchiv, das durch Verdichtung von Gesten und Blicken das verborgene Begehren von Frauen im Iran als auch deren brutale Sedierung und Auslöschung freilegt. In der dichten, halluzinatorischen, zärtlichen wie haptischen Textur des Films wird die gewaltsame Verinnerlichung der Zensur kunstvoll mit der Externalisierung unterdrückter Emotionen und Realitäten verwoben und sinnlich erfahrbar gemacht.“

Die von Inga Seidler kuratierte Ausstellung "An Incomplete Assembly" in der Kunsthalle Osnabrück ist noch bis zum 25. Mai 2026 zu den regulären Öffnungszeiten der Kunsthalle zu sehen. 

Das 40. European Media Art Festival findet vom 21. bis 25. April 2027 statt.