cast&cut Preview 2025 in Hannover präsentierte drei neue Kurzfilme

Bei der cast&cut-Preview 2025 im Künstlerhaus (v.l.): Nadine Otto (Gundlach), Stefan Becker (Stiftung Kulturregion Hannover), die Stipendiat:innen Julius Drommer und Anastasia Veber, Dr. Frank Eretge (Gundlach) und Meike Götz (nordmedia)
Bei der cast&cut-Preview 2025 im Künstlerhaus (v.l.): Nadine Otto (Gundlach), Stefan Becker (Stiftung Kulturregion Hannover), die Stipendiat:innen Julius Drommer und Anastasia Veber, Dr. Frank Eretge (Gundlach) und Meike Götz (nordmedia)

Am 6. November 2025 wurden im Kino im Künstlerhaus in Hannover die neuesten Werke der cast&cut-Stipendiat:innen des Jahrgangs 2023/2024 in einem Preview präsentiert. Vor geladenem Publikum wurden die u.a. in der Region Hannover entstandenen Kurzfilme A SOIL A CULTURE A RIVER A PEOPLE, OPERA OF HORROR AND SALVATION und GARBSEN gezeigt. Stefan Becker, Geschäftsführer der Stiftung Kulturregion Hannover, und Meike Götz, Geschäftsführerin der nordmedia, eröffneten den Abend. Die Moderation übernahm der Kultur- und Fernsehjournalist Wilfried Köpke, der die Filmemacher:innen und Teammitglieder beim Q & A nach den Screenings interviewte.  

Mit seinem Kurzdokumentarfilm GARBSEN zeichnet Julius Dommer ein zärtlich-humorvolles Portrait einer Autobahnraststätte bei Hannover. Der Film berichtet über das Kommen, Gehen und Bleiben an diesem Ort des Transits, von flüchtigen Begegnungen genauso, wie von der ukrainischen Familie, die seit Kriegsbeginn im Autobahnmotel lebt.

Julius Dommer war von Juli bis Dezember 2024 in der Stipendienstätte Villa Minimo in Hannover zu Gast. Er ist 1988 in Ratzeburg geboren und studierte an der Kunsthochschule für Medien Köln. Julius Dommer lebt und arbeitet als Filmemacher und Editor in Köln. 2015/2016 studierte er als Stipendiat an der EICTV Kuba. Seine Filme laufen bei nationalen und internationalen Festivals und wurden mehrfach ausgezeichnet (u.a. Oberhausen, EMAF, Clermont Ferrand, Fest-Portugal, PÖFF Tallin).

Anastasia Vebers experimenteller Kurzfilm OPERA OF HORROR AN SALVATION ist ein audiovisuelles Experiment, das Kino und Oper miteinander verschmilzt. Die Geschichte eines jungen wehrpflichtigen Russen entfaltet sich in einem mythischen Raum zwischen dokumentarischer und inszenierter Realität, zwischen Horror und Erlösung. Anastasia Veber, geboren 1995, ist Regisseurin, Drehbuchautorin und Dozentin. Sie studierte an der Saint Petersburg School of New Cinema und lebt und arbeitet in Berlin. Sie nahm an der Cannes Residency, dem Torino ScriptLab, dem »Less is More«-Programm und der Locarno Filmmakers Academy teil. Ihr Kurzfilm TRAP wurde mit dem Goldenen Bären für den besten Kurzfilm ausgezeichnet und erhielt den 2. Preis im NRW-Wettbewerb beim Internationalen Kurzfilmfestival Oberhausen. Anastasia Veber war von Januar bis Juni 2024 in Hannover zu Gast.

In ihrem experimentellen Kurzfilm A SOIL A RIVER A CULTURE A PEOPLE erzählt die Filmemacherin Viv Li von einer dystopischen Zukunft, in der die Grenzen zwischen Ländern auf unbestimmte Zeit geschlossen sind. Eine Replik der Stadt Hannover ist die einzige Möglichkeit, westliche Kultur zu erleben. Bürger Yu streift durch diese Stadt, die aus Erinnerungen an die Vergangenheit erbaut wurde. Der Film feierte im September diesen Jahres seine Weltpremiere auf der Biennale in Venedig. Die Regisseurin wurde bei der Preview in Hannover von ihrem Produzenten Julian Schwandner vertreten.

Viv Li, 1990 in Peking geboren, ist Filmemacherin, Künstlerin, Autorin und Comedian und lebt in Berlin. Sie studierte Englische Literatur in Peking, Theater- und Filmwissenschaften in Manchester und Regie mit DocNomads im Erasmus-Stipendienprogramm. Mit ihren Filmen war sie auf zahlreichen Filmfestivals zu Gast und erhielt internationale Auszeichnungen.

Das bundesweit einzigartige Kurzfilmstipendium »cast&cut« ermöglicht Nachwuchs-Regisseur:innen, für jeweils sechs Monate nach Hannover zu kommen und in der Region ein Kurzfilmprojekt zu verwirklichen. Das Stipendium ist mit 20.000 Euro und einem monatlichen Stipendiengeld ausgestattet. Ein geräumiges Appartement in der Villa Minimo wird vom Wohnungsunternehmen Gundlach kostenfrei zur Verfügung gestellt. Nach den Screenings gab es noch Gelegenheit, sich bei Antipasti und Getränken auszutauschen.

(Fotos: cast&cut/Helge Krückeberg)