Setbesuch in Hannover: "Geburtstag" (AT)

das Team von GEBURTSTAG (AT) im Skatepark in Hannover Linden-Süd mit Regisseurin Henrietta Langholz (2. v.l.) © Lea Siebler
das Team von GEBURTSTAG (AT) im Skatepark in Hannover Linden-Süd mit Regisseurin Henrietta Langholz (2. v.l.) © Lea Siebler

Kurzfilmdreh im Skatepark: Die Regisseurin und Produzentin Henrietta Langholz drehte am 13. und 14. Juni 2018 die 2D/360°-Produktion GEBURTSTAG (AT). Am ersten Drehtag durften wir sie und ihr Team in Hannover Linden-Süd begleiten. GEBURTSTAG (AT) wurde in zwei Varianten, in 360° und als 2D-Fassung, umgesetzt.

Die Story erzählt eine Familiengeschichte, mit Luise Heyer (bekannt aus JACK, DARK u.a.) als Mutter und Phillipe Goos (Schauspielhaus Hannover) als Vater: Sandra und Mikkael leben in Trennung. Zum elften Geburtstag ihrer gemeinsamen Tochter Matthea wollen sie den Tag als Familie im Park verbringen. Kuchen, Wunderkerzen und sogar das Geburtstagskind scheinen jedoch nebensächlich zu den Streitigkeiten der Eltern zu sein.

Eine ideale Location für die siebenminütige Komödie fand Henrietta Langholz in dem Skatepark zwischen der Auestraße und der Ihme in Hannover Linden-Süd.

v.l.: Mutter Sandra (Luise Heyer), Geburtstagskind Matthea (Klara Johanna Gross) und Vater Mikkael (Philippe Goos)
v.l.: Mutter Sandra (Luise Heyer), Geburtstagskind Matthea (Klara Johanna Gross) und Vater Mikkael (Philippe Goos)

Nach intensiven Proben wurden am ersten Drehtag die Einstellungen für die Eröffnungsszenen sowie die 360°-Version des Films aufgenommen. Die zweidimensionale Version des Films wurde am Folgetag gedreht. Für den 360°-Dreh mussten die Abläufe gründlich geprobt werden - vor allem, da es sich um nur eine Sequenz handelt, die nicht geschnitten wird. Mit einem Kanuverein, einer Tischtennisgruppe, Basketballspielern, Gitarristen, Parkourläufern, Skatern, Polizisten und einer Grillgemeinschaft waren zahlreiche Komparsen vor Ort. Der gesamte Park vom Ihme-Ufer über die Sportgeräte bis zum Parkourplatz und etwa 60 Komparsen waren in den Dreh involviert.

Für räumlichen 360°-Tonaufnahmen wurde eine spezielle Mehrkanaltechnik (AMBEO, unterstützt durch die Sennheiser electronic GmbH & Co) verwendet, die es erlaubt, Klang, der von allen Seiten kommt, von einem einzigen Punkt im Raum aus einzufangen. Dies geschieht nicht nur horizontal, sondern es wurden auch von oben oder unten kommende Klänge eingefangen. Wie das Bild soll sich auch der Klang bei der Betrachtung von dem 360°-Video mitdrehen.

die Location: Skatepark zwischen Auestraße und Ihme
die Location: Skatepark zwischen Auestraße und Ihme

Trotz aller Herausforderungen war die Regisseurin, die sich während der Aufnahmen hinter einer Mauer versteckte, nach fünf Durchläufen zufrieden: „Wir haben es uns sehr schwer gemacht, indem wir eine Plansequenz mit vielen Kindern unter freiem Himmel gedreht haben. Ich bin sehr glücklich, dass alles so gut geklappt hat.“ Auch für die Schauspieler war es eine neuartige Erfahrung. Durch die ungeschnittene Sequenz gleicht es eher einem Theaterstück - die Darsteller prägen den Film auf besondere Weise, da in der Postproduktion nicht viel verändert werden kann.

Durch das Kurzfilmstipendium „cast & cut 2018“, eine zusätzliche nordmedia-Produktionsförderung und die Unterstützung durch die ATARA FILM GmbH bekam die Filmemacherin die Möglichkeit, ihr innovatives Projekt sowohl in 2D als auch in 360° umzusetzen. Von Januar bis Juni 2018 konnte die Stipendiatin im Appartement der Villa Minimo in Hannover-List die Produktion vorbereiten und in der Region durchführen. Förderreferent Henning Kunze betreute das Projekt, sodass die Hamburgerin in Hannover ein Team auf die Beine stellen konnte. Henrietta Langholz lernte die Stadt über die Drehortsuche kennen: „Das ist ganz anders als das typische Sightseeing. Jetzt kenne ich alle Skatebahnen der Stadt.“

v.l.: Kameramann Alexander Haßkerl und Regisseurin Henrietta Langholz am Set von GEBURTSTAG (AT) © Lea Siebler
v.l.: Kameramann Alexander Haßkerl und Regisseurin Henrietta Langholz am Set von GEBURTSTAG (AT) © Lea Siebler

Die dort entstandenen Kurzfilme, in Rundumsicht und zweidimensional, stehen für sich und befinden sich nun in der Postproduktion. Sie sollen weltweit auf Festivals eingereicht oder bei Ausstellungen gezeigt werden. Die Regisseurin plant, zusätzliches Material von GEBURTSTAG (AT) - wie ein Making-of und Trailer - online zu veröffentlichen. 

Henrietta Langholz sieht in dem 360°-Erlebnis keinen Ersatz von 2D-Filmen. Es sei vielmehr ein eigenes Medium: „Anders als auf der Kinoleinwand kann ich als Betrachter meine Aufmerksamkeit aktiv auf die verschiedensten Dinge richten und ständig Neues entdecken. Das sind völlig neue Wege, narrativ zu erzählen und es macht mir sehr viel Spaß, mich damit experimentell zu beschäftigen."