"Die zwei Leben der Lufthansa"

Zweiteilige Dokumentation von Peter Bardehle

Mediathek: Online verfügbar bis 16.06.2026, arte tv

Die Geschichte der Lufthansa beginnt mit der Junkers F13 als "Mutter" der Passagierluftfahrt. Auf die ersten Jahre folgen die Militarisierung und die dunklen Kapitel im Zweiten Weltkrieg. Mit unveröffentlichten Archivbildern und Eindrücken von Zeitzeugen bringt die zweiteilige Dokumentation unbekannte Facetten der Lufthansa ans Licht. Der zweite Teil  zeigt, wie sich die Lufthansa ab 1955 zurück in den Markt kämpft. Nach einem bescheidenen Start bringen die 1960er Jahre erste Gewinne ein. Als Staatsbetrieb diente die Lufthansa oft politischen Interessen, was langfristig zu finanziellen Problemen führte. Trotz Krisen entwickelte sich die Lufthansa zu einem der wichtigsten Luftfahrtkonzerne der Welt.

1: Pioniere und Propaganda

Der erste Teil setzt sich mit den spannenden Anfängen der Passagierluftfahrt in Deutschland auseinander. PIONIERE UND PROGAGANDA  begleitet die Entwicklung der Deutschen Luft Hansa von deren Gründung 1926, damals noch mit getrennter Schreibweise, bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Reise beginnt mit der legendären Junkers F13, die als innovatives Flugzeug zur Mutter der zivilen Luftfahrt wird und den Pioniergeist einer ganzen Generation prägt. Abenteuerliche Flugrouten, neue Strecken und der Ausbau des "Heimathafens" Tempelhof stehen für Aufbruch in die Moderne, Technikbegeisterung und internationalen Wettbewerb.

Doch der Film beleuchtet nicht nur Glanz und Innovation: Schon früh werden auch militärische Ambitionen sichtbar, mit denen die Luft Hansa im Auftrag des Deutschen Reichs den Versailler Vertrag umgeht. Sie bildet heimlich viel mehr Piloten aus als benötigt werden - für eine neue Luftwaffe. Die zivile Fluglinie sorgt für Weltgeltung im Sinne der NS-Propaganda und wird im Krieg ein Reparatur- und Rüstungsbetrieb für die Luftwaffe. In dieser Zeit macht sie hohe Gewinne dank Zwangsarbeit, auch an ihrem "Heimathafen" Tempelhof. Mit seltenen Archivaufnahmen und Zeitzeugeninterviews enthüllt der Film wenig bekannte Seiten der Lufthansa-Geschichte.

2: Zweite Stunde Null

Teil 2 setzt 1955 ein - mit dem Neustart nach ihrem Verbot durch die Alliierten zum Kriegsende 1945. Aus bescheidenen Anfängen und mit kargen Mitteln ausgestattet, nimmt die Lufthansa den Linienbetrieb wieder auf. Ab 1960 bringen die ersten Jets des Typs Boeing 707 Auftrieb und verwandeln das schwächelnde Unternehmen in eine aufstrebende Airline. Doch jedes Jahrzehnt bringt nicht nur Erfolge, sondern auch existenzielle Krisen: Die Entführung der "Landshut" 1977 durch Terroristen wird zu einer Bewährungsprobe, ebenso 2015 der Selbstmord-Flug eines Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings, der 149 Menschen in den Tod schickt. Ab 2020 bedroht die Corona-Krise die gesamte Luftfahrt.

Der Film lässt Menschen zu Wort kommen, die den Wandel immer aus nächster Nähe erlebt haben: Die jüngste Pilotin kommt ebenso zu Wort wie der studierte Ingenieur Carsten Spohr, der seit 2014 das Unternehmen steuert. Neben den Erfolgen und Innovationen beleuchtet die Dokumentation auch die Herausforderungen des Geschäfts. Airlines aus dem Nahen Osten und der Türkei machen auf der Langstrecke Konkurrenz, in Europa sind es die Billigflieger, die mit harten Bandagen die traditionellen Airlines wie die Lufthansa herausfordern.

Originalaufnahmen aus dem Jetset-Zeitalter und persönliche Schilderungen von Fluggästen und Ingenieuren erlauben einen Blick in die Geschichte des Umsatz-Marktführers. Gezeigt wird, wie Wandel und Wachstum, Rückschläge und Erfolge, Verantwortung und Neubeginn die Geschichte der Lufthansa bis heute prägen.


Text: ARTE

Fotos:  © Vidicom Bardehle + Lufthansa

Produktion: Vidicom Media

Weitere Sendetermine: Do, 19.03.2026, 20.15 Uhr (Teil 1) + 20.55 Uhr (Teil 2), ARTE (Erstausstrahlungen); Mo, 30.03.2026, 08.55 Uhr (Teil 1) + 09.40 Uhr (Teil 2), ARTE

Gefördert mit Mitteln der nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH.

Siehe auch: DIE ZWEI LEBEN DER LUFTHANSA