"Stumme Schreie - Frauen kämpfen gegen häusliche Gewalt im Iran"

Dokumentation von Mina Keshavarz

Sendetermin: Di, 23.07.2019, 23.00 Uhr, ARTE (Erstausstrahlung)

Männer im Iran wenden Gewalt an, demütigen und missbrauchen ihre Frauen - ganz legal. Die iranische Filmemacherin Mina Keshavarz erzählt die Geschichte einer Kampagne von Frauenaktivistinnen, um häusliche Gewalt gegen Frauen im Iran zu stoppen. Sie stoßen auf erheblichen Widerstand, doch die Aktivistinnen glauben an ihr Ziel: Sie legen dem Parlament einen Gesetzesentwurf vor, der häusliche Gewalt zu einem Verbrechen machen soll.

In ihrer Kampagne gegen häusliche Gewalt im Iran sammeln Aktivistinnen Erfahrungen von geschlagenen und gedemütigten Frauen. Damit wollen sie eine Grundlage für einen Gesetzesentwurf zum Verbot häuslicher Gewalt schaffen. In einem ersten Schritt hilft die Kampagne den Opfern häuslicher Gewalt, ihre Scham zu überwinden, damit sie das weit verbreitete Schweigen brechen können.

Alles muss im Geheimen geschehen: Meinungsfreiheit gibt es im Iran nicht, und es wäre ein Verbrechen, die Kampagne öffentlich durchzuführen. Selbst das öffentliche Gespräch über Frauenfragen ist im Iran verboten und gefährlich. Frauen, die für ein Bewusstsein dieser katastrophalen Situation kämpfen, laufen schnell Gefahr, verhaftet und verurteilt zu werden.

Dennoch sind die Aktivistinnen aus Teheran entschlossen, das Thema der häuslichen Gewalt gegen Frauen so lange anzusprechen, bis die Dringlichkeit eines neuen Gesetzes nicht mehr geleugnet werden kann. Die Filmemacherin Mina Keshavarz hat die mutigen Frauen bei ihrer einjährigen Kampagne durch den Iran begleitet.

Und sie hat Fragen gestellt: Woher kommt die Akzeptanz von Gewalt gegen Frauen? Haben die Aktivistinnen eine Chance, wenn sie innerhalb eines diktatorischen Systems Aufmerksamkeit erregen? Wie gehen sie mit den Widerständen um? Und vor allem - wird es ihnen gelingen, das Schweigen zu brechen und das Gesetz im Parlament einzubringen?

Text: ARTE

Fotos: © Mina Keshavarz

Produktion: TAG/TRAUM Filmproduktion GmbH

Gefördert mit Mitteln der nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH.

Siehe auch: STUMME SCHREIE