"Die Elbe von oben: von Schnackenburg bis Cuxhaven"

Dokumentarfilm von Marcus Fischötter

Sendetermin: So, 13.05.2018, 20.15 Uhr, NDR-Fernsehen

DIE ELBE VON OBEN, von Schnackenburg bis Cuxhaven, 250 Kilometer lang, so wie man sie noch nicht gesehen hat. Mit der modernsten Helikopter-Kamera der Welt, der Cineflex, konnten spektakuläre Luftaufnahmen vom zweitlängsten Fluss Deutschlands aufgenommen werden.

Im Zentrum dieser Dokumentation stehen die einzigartigen Bilder aus der Luft, fließend verwoben mit den Geschichten von Menschen, die an und mit "ihrer" Elbe leben. Sie zeigen die Elbe auf dem Weg zum Meer, vom Dreiländereck bei Schnackenburg bis zur Mündung in Cuxhaven, und beeindruckende Annäherungen an Menschen, Landschaften, Dörfer und Städte. Die Elbe ist ein Fluss mit Gegensätzen.

Die Helikopter-Kamera gleitet in gut 200 Meter Höhe über den Elbvorort Hamburg-Blankenese, immer näher wird der Aussichtsturm auf dem Süllberg herangezoomt. Thomas Kunadt, Shipspotter und einer der Protagonisten des Films, fotografiert vom Turm aus Schiffe auf der Elbe und scheint zum Greifen nah.

Fast 40 Jahre lang war die Elbe auf 100 Kilometern, zwischen Schnackenburg und Lauenburg, innerdeutsche Grenze. In der Abgeschiedenheit der Sperrzone konnte sie ihre Ursprünglichkeit weitgehend bewahren. Hier fahren nur wenige Schiffe, Auwälder und Feuchtwiesen prägen die Ufer. 1997 erklärte die UNESCO die Flusslandschaft zum Biosphärenreservat. Die Luftbilder zeigen einen Fluss, der sich idyllisch durch die Landschaft windet. Natur und Tiere prägen das Bild der Elbe, bis sie kurz vor Hamburg Deutschlands wichtigste Wasserstraße ans Meer wird.

Von der Freien und Hansestadt Hamburg aus bis Cuxhaven ist die Elbe einer der meist befahrenen Flüsse der Welt. Die Fahrrinne der Elbe ist auf etwa 15 Meter Tiefe ausgebaggert, damit können bei Flut auch die größten Containerschiffe den Hamburger Hafen anlaufen. Der Einfluss der Gezeiten wird immer mächtiger, mehr und mehr öffnet sich der Mündungstrichter des Stromes. Bei Cuxhaven ist die Elbe 15 Kilometer breit, ehe sie hinter Neuwerk im Meer verschwindet.

Einen Sommer lang reisten Autor Marcus Fischötter und Kameramann Michael Dreyer entlang der Elbe durch Norddeutschland. Sie filmten Biber und Seeadler, bedrohte Tiere, die schon fast ausgestorben waren und nun wieder am Fluss heimisch sind. Und sie trafen Menschen, deren Leben eng mit dem Strom verbunden ist. Echte Elboriginale, wie der Fischer, der wegen der Elbvertiefung um seine Existenz fürchtet, und die Obstbäuerin, die stolz ist, den fruchtbaren Marschboden kultivieren zu dürfen. Die Schiffsführerin im Hamburger Hafen behauptet sich in einer Männerdomäne und der Künstler hinterm Deich schnitzt knollennasige Figuren aus Holz.

DIE ELBE VON OBEN erzählt aber auch die Geschichte vom Wandel und von der Veränderung. Vor fast 40 Jahren musste Elisabeth Schwartau ihre Heimat Altenwerder verlassen. Das Fischerdorf wurde abgerissen und musste dem neuen Containerterminal im Hamburger Hafen weichen. Nur die Kirche steht noch. Karsten Hinrichsen war Aktivist im erbitterten Protest gegen das Atomkraftwerk in seiner Heimat Brokdorf. Es ist das einzige von vier Kernkraftwerken zwischen Schnackenburg und Cuxhaven, das noch heute am Netz ist.

Rüterberg bei Dömitz war 1967 von DDR-Grenztruppen komplett abgeriegelt. Durch seine Lage, auf einer Landzunge in der Elbe, grenzte das Dorf zu drei Seiten an das Gebiet des "Klassenfeindes". Der ehemalige Bürgermeister Meinhard Schmechel erinnert an 22 Jahre Isolation. Mit dem Fall der Grenze wird aus "einem der schmutzigsten Flüsse der Welt", so Ulrich Wiegel vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, "einer der fischartenreichsten Ströme Europas".

Text: NDR

Fotos: © NDR/doc.Station

Produktion: Docstation GmbH Medienproduktion

Weitere Sendetermine: So, 20.10.13, 20.15 Uhr, NDR-Fernsehen (Erstausstrahlung 90 min-Fassung); Fr, 27.12.13, 15.15 Uhr, MDR-Fernsehen; Fr, 18.4.14, 15.35 Uhr, NDR-Fernsehen; So, 9.11.14, 20.15 Uhr, NDR-Fernsehen; Sa, 21.2.15, 20.15 Uhr, Phoenix; Sa/So, 21./22.2.15, 3.00 Uhr, Phoenix; So, 22.2.15, 6.45 Uhr + 18.30 Uhr, Phoenix; Mo, 06.04.2015, 20.15 Uhr, rbb-Fernsehen; Mo, 04.01.2016, 13.30 Uhr, NDR-Fernsehen; Do, 05.05.2016, 20.15 Uhr, Phoenix; Do/Fr, 05./06.05.2016, 00.45 Uhr, Phoenix; Fr, 06.05.2016, 07.30 Uhr + 14.30 Uhr, Phoenix; Sa, 07.05.2016, 11.30 Uhr, Phoenix; So, 28.05.2017, 20.15 Uhr, Phoenix; So/Mo, 28./29.05.2017, 01.00 Uhr, Phoenix; Mo, 29.05.2017, 07.30 Uhr + 18.30 Uhr, Phoenix

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Siehe auch: DIE ELBE VON OBEN