"Der Traum von der Neuen Welt: die Rekorde"

Dokumentationsreihe von Kai Christiansen

Sendetermin: Sa, 13.01.2018, 11.30 Uhr, NDR-Fernsehen

Der Atlantische Ozean liegt zwischen Europa und Amerika: Seine Wasserfläche bedeckt ein Fünftel der Erde. Im 19. Jahrhundert ist seine Tiefe noch unbekannt. Heute wissen wir, dass im Durchschnitt 3.000 Meter zwischen Meeresboden und Wasserspiegel liegen. Durch seine Größe hat er sehr breite, aber nicht sehr hohe Wellen. Doch sie erreichen immerhin bis zu 3,5 Meter Höhe. In den vergangenen tausend Jahren haben Menschen den Atlantik immer wieder überquert. Zwischen 1840 und 1939 träumen viele von der Neuen Welt, es ist ein Zeitalter der Rekorde. Die Mobilität und die Kommunikation verändern sich so rapide, dass die Erde zusammenrückt wie noch nie zuvor in ihrer Geschichte.

Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Auswanderung nach Amerika zu einem Massenphänomen geworden. Herkömmliche Segelschiffe, die über eine geringe Ladekapazität verfügen und wochenlang auf See sind, können mit dem rasant gestiegenen Passagieraufkommen nicht Schritt halten. Der Einsatz von Dampfmaschinen an Bord ist nur eine von vielen revolutionären Innovationen der damaligen Zeit. Als ebenso entscheidend erweist sich die Schiffsschraube als Alternative zu den schwerfälligen und schlecht zu navigierenden Schaufelrädern der ersten Dampfschiffe. Immer schnellere und größere Schiffe werden gebaut. Eine Entwicklung, die bei vielen große Begeisterung hervorruft - die aber auch von mehreren Katastrophen geprägt wird, schon lange vor dem berühmten Untergang der „Titanic“ 1912.

Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen historische Persönlichkeiten wie der österreichisch-böhmische Forstbeamte und Erfinder Josef Ressel, der den Schiffspropeller zur technischen Reife brachte. Außerdem der irische Kapitän Richard Roberts, der mit dem Dampfschiff „Sirius“ einen ersten Geschwindigkeitsrekord aufstellte. Für die Strecke zwischen Europa und Amerika brauchte er lediglich 18 Tage und vier Stunden. Immer mehr, immer größere und immer schnellere Schiffe überqueren den Atlantik. Wie für die französische Auswanderin Victoire Lacasse, die 1898 als einzige Frau ein Schiffsunglück vor New York überlebte, blieb diese Reise gefährlich und immer auch ein existenzielles Risiko. Der Traum vom technischen Fortschritt, den Jules Verne in seinen Romanen beschrieb, wurde immer mehr Wirklichkeit. Der Traum von Freiheit und Wohlstand für alle ging jedoch noch lange nicht in Erfüllung.

Die aufwändige, vierteilige Dokumentations-Serie erzählt von der größte Wanderungsbewegung in der Geschichte, in deren Zuge Millionen Europäer der Alten Welt den Rücken kehrten, um in der Neuen Welt ihr Glück zu suchen. Zu Wort kommen die Auswanderer selbst, die in Briefen, Tagebüchern und Memoiren ihre Motive und ihr Erlebnisse hinterlassen haben. Doch auch Kapitäne und Erfinder, die die Atlantiküberquerung möglich machten, erhalten ebenso eine Stimme wie die Reeder, für die das Geschäft mit den Auswanderern zur Goldgrube wurde, investigative Journalisten, die inkognito reisen und die Zustände anprangerten, sowie ein Dolmetscher, der in Ellis Island - der „Insel der Tränen“ bei New York - das Schicksal von Hunderten Menschen miterlebte.

Text: ARTE

Fotos: © Looks International/Steffen Runke

Produktion: Looks International

Weitere Sendetermine: Sa, 03.06.2017, 21.05 Uhr, ARTE (Erstausstrahlung); So, 11.06.2017, 14.05 Uhr, ARTE; Mi, 21.06.2017, 18.05 Uhr, ARTE

Förderung: nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH; HessenInvest

Siehe auch: DER TRAUM VON DER NEUEN WELT