"Der Traum von der Neuen Welt: der Aufbruch"

Dokumentationsreihe von Kai Christiansen

Sendetermin: Sa, 06.01.2018, 11.30 Uhr, NDR-Fernsehen

Von 1840 bis 1939 verlassen 55 Millionen Europäer ihre Heimat und machen sich auf Richtung Westen, um in Nord- und Südamerika zu siedeln. Sie alle eint der Traum von der Neuen Welt. Die Auswanderer erleben Abenteuer und Verzweiflung, sie brechen Rekorde oder verlieren alles, was ihnen lieb und teuer ist. Viele haben später davon berichtet. 20 Frauen und Männer erzählen in der vierteiligen Dokumentation ihren Traum von der Neuen Welt. Es gibt Anfang des 19. Jahrhunderts viele Gründe, Europa den Rücken zu kehren. Viele Menschen leben in Armut. Religiöse Verfolgung erleiden vor allem Juden und Mitglieder freikirchlicher Gemeinschaften. Bürokratische Vorschriften behindern die freie Entfaltung. Freiheit ist auch Jahrzehnte nach der Französischen Revolution nur ein schöner Traum.

So fasst zu dieser Zeit der deutsche Emigrant Carl Schurz das amerikanische Versprechen von Freiheit und Wohlstand zusammen: Als Kind habe er „zum ersten Mal von dem unermesslichen Lande jenseits des Ozeans“ gehört, „von der jungen Republik, wo es nur freie Menschen gäbe, keine Könige, keine Grafen, keinen Militärdienst und, wie man bei uns glaubte, keine Steuern“. Vielen der Auswanderer gelingt es, in der Neuen Welt Fuß zu fassen. Carl Schurz musste mit seiner Frau Margarethe aus Deutschland fliehen, da er politisch verfolgt wurde. Wie viele Auswanderer befeuerten sie die USA mit ihren Ideen, um in Freiheit leben können. Die Irin Ann Mac Nabb arbeitet als Köchin und Kindermädchen zugleich, so hart, dass sie ihre ganze Familie, Eltern und Geschwister, in die USA holen kann. Der schwedische Auswanderer Gustaf Fair steigt nach vierjähriger Mühsal als Hilfsarbeiter zum wohlhabenden Farmer auf und bewirtschaftet seine erste eigene Parzelle. Dorothea Louise Ludwig wird von sogenannten Mädchenhändlern aus Deutschland in die USA gebracht, wo sie tageweise als Begleitdame an Gastwirte vermietet und zur Schau gestellt wird. Sie kann sich in einer gesetzlosen Welt behaupten. Die Demokratie in den USA wird zum Erfolgsmodell, und die Berichte aus Amerika verstärken schließlich auch in Europa den Wunsch nach Veränderung.

Die aufwändige, vierteilige Dokumentations-Serie erzählt von der größte Wanderungsbewegung in der Geschichte, in deren Zuge Millionen Europäer der Alten Welt den Rücken kehrten, um in der Neuen Welt ihr Glück zu suchen. Zu Wort kommen die Auswanderer selbst, die in Briefen, Tagebüchern und Memoiren ihre Motive und ihr Erlebnisse hinterlassen haben. Doch auch Kapitäne und Erfinder, die die Atlantiküberquerung möglich machten, erhalten ebenso eine Stimme wie die Reeder, für die das Geschäft mit den Auswanderern zur Goldgrube wurde, investigative Journalisten, die inkognito reisen und die Zustände anprangerten, sowie ein Dolmetscher, der in Ellis Island - der „Insel der Tränen“ bei New York - das Schicksal von Hunderten Menschen miterlebte.

Text: ARTE

Foto: © Looks International/Steffen Runke

Produktion: Looks International

Weitere Sendetermine: Sa, 03.06.2017, 20.15 Uhr, ARTE (Erstaussstrahlung); So, 11.06.2017; 13.10 Uhr; ARTE; Di, 20.06.2017, 17.15 Uhr, ARTE

Förderung: nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH; HessenInvest

Siehe auch: DER TRAUM VON DER NEUEN WELT