22. Bremer Symposium zum Film mit großem Publikumszuspruch

- Film als Forschungsmethode

Das 22. Internationale Bremer Symposium zum Film, das sich vom 3. bis  7. Mai 2017 im CITY 46 damit befasst hat, wie in der Vergangenheit und heute forschend mit Film gearbeitet wird, erlebte in diesem Jahr einen besonders großen Zulauf. Ein Drittel mehr Interessierte aus Wissenschaft, Filmvermittlung und Produktion als im Vorjahr kamen aus ganz Deutschland nach Bremen. Mit ihrer abwechslungsreichen Mischung aus kurzen und langen Vorträgen, Diskussionen und Filmprogrammen zog die Veranstaltung über 1.800 Besucher*innen ins Kommunale Kino CITY 46. Erstmals wurden die Vorträge als Livestream auf Facebook übertragen und ermöglichten es weiteren über 1.100 Interessierten, der Tagung auch außerhalb von Bremen zu folgen.

14 internationale Filmraritäten luden zum Entdecken ein und zeigten ein spannendes Kaleidoskop an Forschungsansätzen - vom Beginn der Filmgeschichte bis in die Gegenwart und in verschiedenen Formen, von fiktional bis hin zu experimentell oder dokumentarisch.Darunter befanden sich viele Raritäten der Filmgeschichte, die nur selten auf der Leinwand zu erleben sind. Mit der Verzahnung von Forschung und Filmkultur in Form von Vortragsprogramm plus Beispielen aus der Filmpraxis stieß die Konferenz sowohl bei Fachbesuchern als auch das Kinopublikum auf großes Interesse. Das Kino als Veranstaltungsort schaffe eine außergewöhnliche Atmosphäre für eine Konferenz und ermögliche einen interessanten Austausch zwischen Kino- und Fachpublikum, lobten die Gäste. Auch die Gelegenheit, die Filme nach den Vorträgen in voller Länge auf der großen Leinwand sehen zu können, wurde sehr gut angenommen.

Auf großes Publikumsinteresse stieß der Film MEMORIES OF THE EICHMANN TRIAL (ISR 1979/2011), der, in Kooperation mit dem Yad Vashem Visual Center und dem israelischen Fernsehsender IBA, erstmals in Deutschland vorgeführt wurde. Besondere Höhepunkte waren die Filme CINEMA FUTURES (A 2016), nach dessen Vorführung der Regisseur Michael Palm mit einem begeisterten Publikum über die Vergangenheit und die Zukunft des Kinos diskutierte, sowie die Vorführung des Stummfilmklassikers DER MANN MIT DER KAMERA (UdSSR 1929) mit Livemusik-Begleitung der Berliner Stummfilmpianistin Eunice Martins.

Paolo Favero (Antwerpen), Catherine Russell (Montreal) und Sylvie Lindeperg (Paris) gaben in ihren Hauptvorträgen Einblicke in verschiedene Ansätze zum Forschen mit Film. In vier Foren wurden verschiedene Aspekte vom Forschen mit Filmen diskutiert: 14 internationale Referent*innen gaben in 20-minütigen Kurzvorträgen einen Einblick in ihre Forschung und regten lebhafte Diskussionen an. Im Format „Projekte + Film“ präsentierten drei Wissenschaftler*innen die im Kontext ihrer Forschung entstandenen Filme und diskutierten darüber mit dem Publikum. Das gemischte Publikum aus Fachbesucher*innen und Kinofans hatte genug Ausdauer für die fünf Tage: Konstante Besucherzahlen lassen die Veranstalter - Universität Bremen und Bremer Kommunalkino / CITY 46 - zufrieden zurückblicken.

Fotos: Klaas Dierks

Weitere Informationen: www.city46.de/symposium