Rückblick: Serious Games Conference 2014

Al Lowe appelliert an den Humor in Serious Games: Don't make them boring

Al Lowe
Al Lowe

Auch im siebten Jahr begeisterte die Serious Games Conference auf der CeBIT. nordmedia und der BIU - Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. hatten dazu für den 11. März 2014 eingeladen. nordmedia Geschäftsführer Thomas Schäffer war von der regen Teilnahme begeistert. ?Es ist toll, dass die Konferenz so stark angenommen wurde und die Referenten mit den Teilnehmern ins Gespräch gekommen sind.? Dr. Maximilian Schenk vom BIU betonte in seiner Keynote die Bedeutung von Serious Games für die Silver Gamer.Games-Professorin Linda Breitlauch moderierte die Veranstaltung.

Ulrich Schulze Althoff | Kaasa Health GmbH
Ulrich Schulze Althoff | Kaasa Health GmbH

Der renommierte Spieldesigner Al Lowe appellierte in seiner Keynote an den Spaßfaktor bei Serious Games. Denn nur wenn Spieler Games genießen, nutzen sie diese auch. Referent Ulrich Schulze Althoff von Kaasa Health fasste den Gedanken auf und sprach in seinem Vortrag ?Brot und Spiele, was hat das mit Gesundheit zu tun?? über Einfachheit und Belohnungssysteme bei Health Games. ?Die Spiele müssen sehr leicht verständlich sein, sonst werden die Spieler abgeschreckt?, so Schulze Althoff weiterhin. Das machte auch Peter Enste von der Westfälischen Hochschule deutlich. Er forscht im Rahmen des Projekts MobiltyMotivator, das die soziale Teilnahme von älteren Menschen fördern soll. ?Das spielerische Konzept kann helfen, die technischen Barrieren zu überwinden und zu motivieren.? Die Senioren haben dabei zum Beispiel die Aufgabe, verschieden Plätze aufzusuchen und vor Ort Fotos zu machen. Roland Weiniger vom PIAGET Institute for Human Game Interaction HGMI gab zu bedenken, dass die Spiele auf die Nutzer angepasst werden müssten. Weiniger bemängelte dabei die Anwendungen auf dem aktuellen Spielemarkt, sie würden lediglich zufällig zu der Zielgruppe passen. Wichtig sei allerdings, dass man für die heterogene Zielgruppe der Silver Gamer spezielle Spiele erstellt. Die Themen, die die Zielgruppe 55plus bei Serious Games ansprechen, decken sowohl den Bereich der Pflege als auch der Inklusion und des kognitiven und motorischen Trainings ab.

Dr. Stefan Göbel | TU Darmstadt
Dr. Stefan Göbel | TU Darmstadt

Dr. Stefan Göbel von der Technischen Universität Darmstadt hat durch die langjährige Arbeit auf dem Gebiet der Health Games festgestellt, dass die Spieler durch die gesundheitsfördernden Games ihre Ausdauer verbessern konnten. Er machte in seinem Vortrag klar, dass die Unternehmen allerdings nur investieren würden, wenn die Ergebnisse messbar seien. Die Robert Bosch GmbH investiert bereits in Serious Games: Der Geschäftsführer der Ranj Serious Games GmbH Herbert Frick machte an dem Beispiel des Bosch Value Concepts deutlich, welchen Nutzen Unternehmen aus den Serious Games ziehen können. Bei diesem Spiel lernen die Bosch-Mitarbeiter diese Managementstrategien kennen, in dem sie verschiedene Prinzipien im Spiel simulieren.

Simone Stoffers von der ARD.ZDF medienakademie referierte über einen weiteren Aspekt der Serious Games und gab Impulse für journalistische Anwendungen. Stoffers nannte als Beispiel das Spiel My Cotton Picking Day, bei dem die Anwender erfahren, welchen Anstrengungen ein Baumwollpflücker auf dem Feld ausgesetzt ist, um das Material für Bekleidung zu liefern. Die Medienakademie plant gemeinsam mit nordmedia einen Hackathon, der vom 17. Juli bis 18. Juli stattfinden soll. Bei der 48-stündigen Veranstaltung sollen Journalisten mit Spielentwicklern zusammengebracht werden, um gemeinsam neue Spielkonzepte für journalistische Anwendungen zu finden.

Fotos: Ole Hoffmann Fotografie