Kinematheks-Kinopreise 2016: Spitzenpreis für das Kino im Sprengel in Hannover

Jurymitglied Philipp Aubel und  Peter Hoffmann vom Kino im Sprengel bei der Preisverleihung in Berlin (v.l.)
Jurymitglied Philipp Aubel und Peter Hoffmann vom Kino im Sprengel bei der Preisverleihung in Berlin (v.l.)

Am 24.09.2016 wurden in Berlin zwanzig Kommunale Kinos und filmkulturelle Initiativen mit dem Kinopreis des Kinematheksverbundes ausgezeichnet. Den neu eingerichteten Spitzenpreis („Lotte-Eisner-Preis“) in Höhe von 6.000 Euro erhielt das Kino im Sprengel in Hannover.

Der "Lotte-Eisner-Preis" wurde erstmals für herausragende nichtgewerbliche Programmarbeit verliehen, "die Maßstäbe setzt und eine begeisterte und kritische Auseinandersetzung mit der Filmgeschichte und ihren Präsentationsformen", so der Kinematheksverbund.

Die Begründung der Jury: "Die Jury zeichnet das Kino im Sprengel in Hannover mit dem "Lotte-Eisner-Preis" für sein hervorragendes künstlerisches wie politisches und stets originelles und zukunftsorientiertes Programm aus. Sie sind bis zu elf ehrenamtliche Filmenthusiastinnen und Filmenthusiasten, haben kaum Fördermittel und präsentieren trotzdem nun schon seit 1988 ein außerordentliches Programm. Ihre Arbeit wurzelt einerseits tief in der Vergangenheit und hält so unsere Filmgeschichte in ihren verschiedensten Facetten wach. Zur Retrospektive Hamburger Filmemacher Cooperative waren Filmer wie Werner Nekes, Helmut Herbst, Wilhelm Hein oder Klaus Wyborny zu Gast. Rainer Komers, Wolfgang Höpfner, der japanische Filmemacher Kô Nakahira oder die Kieler Chaos-Filmgruppe waren den Kinomachern eigene Programme wert. Aber der Blick geht nicht nur zurück, wie beispielsweise auf „Japan im Krieg“ oder „national-bolschewistische Kampflichtspiele“, sondern auch nach vorn. Filmreihen zur Gentrifizierung, über die „Totale Kontrolle“ oder „Architektur und Film“ standen 2015 ebenfalls auf dem Programm."

die Preisträger des Kinopreises 2016
die Preisträger des Kinopreises 2016

Das Kino im Sprengel ist das einzige Kino aus Niedersachsen und Bremen, das in diesem Jahr mit einem Kinopreis des Kinematheksverbundes ausgezeichnet wurde. Der Kinopreis wurde nach fünfzehn Jahren novelliert. Dank der Unterstützung der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, Monika Grütters, wurde die Gesamtsumme der Preise erhöht und mit insgesamt 30.000 Euro ausgestattet. Zudem ist der „Lotte-Eisner-Preis“ als Spitzenpreis eingerichtet worden, um ein besonders verdienstvolles oder innovatives Kino zu prämieren.

Fotos: Marian Stefanowski

Weitere Informationen: www.deutsche-kinemathek.de