Osnabrück / Emsland
Regierungsbezirk Weser-Ems
entstand 1978 aus den Bezirken Oldenburg und Osnabrück. In der Region, die von den Ostfriesischen Inseln bis zum Teutoburger Wald und von der holländischen Grenze bis zur Weser reicht, leben rund 2,3 Millionen Menschen in 12 Landkreisen und fünf kreisfreien Städten.
Das Osnabrücker Land
Zwischen Wiehengebirge und
Teutoburger Wald
im Südwesten Niedersachsens liegt die über 1200 Jahre alte Bischofsstadt Osnabrück, heute mit rund 165.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes. Hier besiegte 783 Karl der Große nach langem Kampf die sächsischen Heiden mit ihrem Anführer Widukind. Etwas nördlich von Osnabrück, bei Kalkriese, hat - wie jüngste Ausgrabungsfunde bestätigen - die berühmte „Schlacht am Teutoburger Wald" stattgefunden. Das Museum Kalkriese gibt Einblick in diese Epoche.
Es gab aber auch friedfertige Zeiten: Mit der Verkündung des Westfälischen Friedens von der
Rathaustreppe in Osnabrück
wurde am 26. Oktober 1648 der Dreißigjährige Krieg beendet. An die Vergangenheit erinnern trotz der großen Zerstörungen des 2. Weltkrieges der
Dom,
die Johanniskirche und der zahlreiche Häuser in der restaurierten Altstadt.
Bis Ende der 70er Jahre war Osnabrück zusammen mit Georgsmarienhütte aufgrund der Steinkohle- und Eisenerzvorkommen ein Zentrum der Schwerindustrie. Die Steinkohleförderung aus dem Piesberg wurde allerdings 1898 eingestellt. Heute sind im dortigen
Museum Industriekultur
viele Zeugnisse aus der Zeit zu sehen. Im Rahmen der EXPO 2000 wurde eine alte Stollenanlage wieder zugänglich gemacht. 20 Kilometer südlich des Piesbergs in Georgsmarienhütte entstand 1856 ein Stahlwerk, das heute mit moderner Technik produziert.
In der Mittelgebirgslandschaft des Naturparks Nördlicher Teutoburger Wald / Wiehengebirge liegt Bad Rothenfelde, ein altes Solebad, dessen Gradierwerke unter Denkmalschutz stehen.
Das Emsland
Das Wasser spielt eine bedeutende Rolle in diesem ehemals moorreichsten Gebiet Niedersachsens. Viele der großen Moore wurden allerdings im Rahmen des „Emslandplans" zwischen 1950 und 1989 durch dampfgetriebene Riesenpflüge urbar gemacht. 140.000 ha Moor wurden so in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt. Über 800 km Straßen und unzählig viele Entwässerungskanäle mußten angelegt werden.
Häufig anzutreffen sind die „Kopfnicker", die Ölpumpen, die im Emsland und der angrenzenden Grafschaft Bentheim mit zur Ansiedlung von Industriebetrieben beigetragen haben. Die wichtigsten Städte sind: Lingen als größte Stadt der Region, in deren ehemaliger Universität heute das Theaterpädagogische Zentrum untergebracht ist; Meppen, das bereits 946 das Marktrecht erhielt; Bad Bentheim mit mittelalterlicher Burg und Thermalbad; Nordhorn mit dem ehemaligem Augustinerkloster Frenswegen in der Nähe; Papenburg, 1638 als erste Moorkolonie nach holländischem Vorbild gegründet und heute bekannt durch die 200 Jahre alte
Meyer-Werft,
in deren überdachtem Trockendock Ozeanriesen gebaut werden, deren Überführung auf der Ems in die Nordsee jeweils zu touristischen Events werden. Ebenfalls ein Anziehungspunkt ist die
Transrapid - Magnetschwebebahn die zwischen Dörpen und Lathen auf einer 30 km langen Teststrecke mit über Tempo 400 km ihre Runden dreht.
Im Zentrum der Region befindet sich der Hümmling, ein sagenumwobener bewaldeter Geestrücken, in dem der Hünenkönig Surwold in einem goldenen Sarg begraben sein soll. Hier liegt bei Sögel das zwischen 1737 und 1750 sternförmig angelegte Schloß Clemenswerth, eine der schönsten Rokoko-Bauten in Niedersachsen. Während hier der Adel prasste, mussten sich die Moorbauern von Buchweizen ernähren, das einzige, was im mühsam entwässerten Moor wuchs.
Die Nazis ließen in den Mooren die berüchtigten Emslandlager bauen. Tausende der „Moorsoldaten" starben in den drei Konzentrations- und 14 Arbeitslagern. Das Informationszentrum Esterwegen unterrichtet über die Entwicklung dieser Lager und die Schicksale der Menschen, die dort gefangengehalten wurden. Der bekannteste von ihnen, Carl von Ossietsky, starb 1938, kurz nach seiner durch internationale Proteste erzwungenen Entlassung, an den Folgen seines Lageraufenthalts.