Digital oder analog? HD oder SD? In der Medienbranche lassen sich diese zentralen Fragen einer Filmproduktion nur mit der nötigen Fachkenntnis beantworten. Die 200 Teilnehmer aus der Film- und Fernsehbranche der 6. Hands on HD-Veranstaltung (21.7. bis 27.7.08) sind jetzt fit für die Produktion im High Definition-Format. Denn wer im Filmbereich erfolgreich sein will, muss sich in der digitalen Filmwelt auskennen. Die High Definition-Technologie (HD) etabliert sich als Produktions- und Sendestandard in der Kino-, TV- und Werbefilmproduktion.
41 deutsche und europäische Experten und eine exklusive technische Ausstattung haben die Workshop- und Tagungs-veranstaltung zu einem weltweit einmaligen Ereignis werden lassen.
Sieben Tage lang standen praktische Übungen und Vorträge für die Workshop-Teilnehmer aus den Bereichen Kamera und Postproduktion auf dem Programm. Regisseuren und Produzenten wurde in einem zweitägigen Seminar ein ausführlicher Einblick in das Thema High Definition geboten.
Durch die Unterstützung von rund 50 Sponsoren und Kooperationspartnern standen mehr als 50 HD-Kameras und 25 Schnitt-plätze der aktuellen und nächsten Generation zur Verfügung, darunter die brandneue „Sony F35“, die neue „Red One“ und die „Arri D21“. Die Teilnehmer hatten so die seltene Gelegenheit, fast alle auf dem Markt befindlichen Kamerasysteme kennen zu lernen.
Ziel der Hands on HD-Veranstaltung ist neben der intensiven Technik- und Workflowschulung auch die Vermittlung der Veränderungsprozesse in der gesamten Film- und TV Produktionsbranche.
In den Postproduktions-klassen wurde an unterschiedlichen Bearbeitungsgeräten in kleinen Gruppen geschult und die Funktionsweisen der verschiedenen Systeme in der Praxis angewendet. An 25 Schnittplätzen von Apple Final Cut, verschiedene Avid Systeme, DVS Clipster, Dreamwalks Scratch, Nukoda und Canopus lernten die Teilnehmer auch die Handhabung von HD-Material der verschiedenen Kameratypen kennen, da die zuvor in den Kameraklassen gedrehten Szenen in der Postproduktion nachbearbeitet wurden. Im täglichen Produktionsablauf haben Kameraleute und die Postproduktion wenig Gelegenheit sich auszutauschen. Der Workshop gab so allen Beteiligten die Möglichkeit, auf die speziellen Bedürfnisse der Bereiche jeweils zu reagieren. Da die höhere Auflösung von High Definition weniger Fehler verzeiht, ist eine genaue Abstimmung schon während der Aufnahme unerlässlich.
Zukünftig wird diese Frage in der Filmbranche ein Kriterium für die Jobvergabe sein. Die Teilnehmer können den Slogan der Hands on HD-Veranstaltung jetzt mit Ja beantworten. In über 30 Vorträgen und Seminaren lernten sie die Vorzüge und Probleme einer HD-Produktion kennen.
Fünf Kameraklassen wurden unter der Anleitung von nationalen und internationalen Experten, u.a. Phillipe Ros und Louis Phillipe Capelle, in die High Definition-Technik eingewiesen. 50 Kameras von Sony, Arri und Thomson Grass Valley, darunter die speziell für Film-Produktionen entwickelten Kameras Sony F35, Arri D21 und Thomson Viper, standen für praktische Übungen an vorbereiteten Sets und Außendrehs zur Verfügung.
Die gerade neu auf den Markt gekommenen neuen Modelle XDCam und Red One und insbesondere die brandneue Sony F35 feierten ihre Premiere auf dem HD-Workshop. Für die erstmalig angebotene 3D-Stereo-Kameraklasse stellte P+S Technik eigens ein 3D-Spiegel Rig für Stereoaufnahmen zur Verfügung. Das Rig ist flexibel gestaltbar für die Aufnahme unterschiedlicher Kameramodelle. DVS aus Hannover zeigten ihren weltweit einzigen 4K-Player, den Cine4K. Ein weiterer Höhepunkt war der Einsatz eines Kamera-Helikopters mit HD-Equipment der Firma Heliteam.
Rund 50 namhafte Sponsoren und Kooperationspartner, die mit Technikbeistellungen im Wert von vierzehn Mio. Euro die Veranstaltungen möglich machten, waren durch Vertreter anwesend und nutzten die Gelegenheit, in die neueste Technik einzuführen. Im Messebereich konnten sich die Teilnehmer über die aktuellen Angebote im High Definition Bereich informieren.
Netzwerke sind in der Medienbranche von großem Wert: Während des Hands on HD-Events konnten die Medienschaffenden ihre jeweiligen Erfahrungen austauschen, neue Kontakte knüpfen sowie zukünftige Projekte planen - die ein oder andere Idee bekam dadurch neuen Input.
Digital oder analog? Noch sind es zumindest bei Filmen für die Kinoleinwand Mischformen, die der Zuschauer zu sehen bekommen. Dies zeigte der Spielfilm „Nichts als Gespenster“, der bei der Tagung im eigens eingerichteten Kinosaal gezeigt wurde: Der Film ist digital auf HD gedreht und kommt als analoge 35mm-Kopie auf die Leinwand.
Sebastian Wolters, Projektleiter nordmedia, erklärte nach dem Workshop: „Mittlerweile wird unsere Hands on HD Veranstaltung von der Branche genutzt, um neue HD-Technik noch vor Markteinführung hands on zu präsentieren. Das macht diese Veranstaltung für alle Beteiligten weltweit einzigartig und etabliert Hannover als Standort für das Zusammenkommen von einmaligem HD-Knowhow.“
Hendrik Vogt, Projektleiter Band Pro Munich: „Wenn man für sieben Tage 300 Filmschaffende durchgehend in ein Gebäude steckt, das Ganze mit rund 50 Kameras und 25 Schnittplätzen vermischt, einen HD- Studiohubschrauber vor die Tür stellt, und alle gut gelaunt sind sowie die Grenzen der Technik auslotet -> wie nennt man das??? HANDS ON HD 2008!”
Die Veranstalter Band Pro Munich und nordmedia werden auch im kommenden Jahr wieder zu Hands on HD nach Hannover einladen.
Weitere Informationen: www.handsonhd.de
30.07.2008
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