
Ruinen der Diamantenindustire in Elizabeth Bay, Namibia
Film von Hartmut Jahn und Armin Fausten
Redaktion: Michael Krey
Sendetermin: Mi, 13.10.10, 15.15 Uhr, NDR-Fernsehen
Wo im Südwesten Afrikas Atlantik und Wüste aufeinander treffen liegt ein riesiger Schatz auf dem Meeresboden: das reichste Schmuckdiamaten-Vorkommen der Welt.
Unterwasser, in der blauen Kälte des Atlantischen Ozeans vor Südafrika: Nur mit einer Brechstange bewaffnet arbeiten sich die Taucher durch den Meeresboden und lösen einen Felsbrocken nach dem anderen. Auf die darunterliegenden Sandflächen werden grosse Saugschläuche gelegt, die den Kies ansaugen und zu dem kleinen Schiff transportieren. Die Taucher arbeiten in einer Tiefe von 8 bis 12 Metern maximal drei Stunden lang bei einer Wassertemperatur von nur sieben Grad Celsius an der Grenze der körperlichen Belastbarkeit. Diamantentaucher an der Westküste Südafrikas - es sind Bergarbeiter unter Wasser.

Saugschläuche für die Diamantensuche bei den Skippern in Port Nolloth, RSA
Seit 1970 ist Port Nolloth im Diamantenfieber. Wie ein Lauffeuer hatte sich die Nachricht von den Bodenschätzen verbreitet. Über Nacht überschwemmte eine ganze Flotte von kleinen Bootskonzessionären und Glücksrittern den Ort.
Übertage, im Wüstensand der Namib Wüste. Frauen schleppen riesige Schläuche über den Wüstenboden. Ein Aggregat wird gestartet: Staubsaugen in der Wüste – dieser Albtraum ist hier Realität geworden. Bei gleißender Sonne wird ein 100 mal 100 Meter großes Feld erst von den darauf liegenden Sandschichten gereinigt. Am Ende wird der Boden abgesaugt, in den Vertiefungen des ehemaligen Meeresbodens liegen die jackpots, Ansammlungen von mehreren tausand Karat Diamanten.

Auch ein Diamant - in Port Nolloth, RSA schwimmen die Lobster in den Mund
Größere konzentrierte Vorkommen von Diamanten finden sich heute fast nur noch auf dem Meeresgrund. Denn der Orange-River wusch die Edelsteine aus dem Kimberlit-Gestein um Johannesburg und trug sie über 2000 Kilometer bis zur Mündung in den Atlantischen Ozean. Durch Hebung und Senkung der Erdplatte in den letzten 25 Millionen Jahren änderte auch der Fluss seinen Lauf und verstreute die Diamanten über eine Küstenstrecke von 400 Kilometer.
Dieses Gebiet ist seit den zwanziger Jahren Sperrgebiet. Hier kommt man nicht hinein – und auch nicht ohne Durchleuchtung hinaus. Terra incognita nicht nur für den Touristen, auch für die Anwohner. Gleich mehrere Genehmigungen waren für die Dreharbeiten notwendig.
Wir begleiten den Abbau im Sperrgebiet der geschlossenen Ortschaft Oranjemund und die Diamanten-Taucher im kleinen Hafen von Port Nolloth.
Produktion: Hartmut Jahn Filmproduktion in Zusammenarbeit mit PANTAFILM Hanover und Kick-Nord Hannover
Fotos: © H. Stuckmann / Jahn Filmproduktion
Weitere Sendetermine: Fr/Sa, 12./13.11.04, 1.30 Uhr, NDR-Fernsehen (Erstausstrahlung)
Gefördert mit Mitteln der nordmedia Fonds GmbH in Niedersachsen und Bremen.
Siehe auch: DIE TIEFSTEN LÖCHER DER WELT
31.08.2010
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