Zum zweiten Mal wird Gordian Maugg mit dem Dieterle-Filmpreis geehrt. Die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung erhält der Filmemacher, der bereits 1993 mit DER OLYMPISCHE SOMMER zum Preisträger gekürt wurde, für sein von der nordmedia gefördertes Werk ZEPPELIN!. Aus einem breiten Feld erfolgreicher und zum Teil bereits preisgekrönter Filme, wie z.B. ALLES AUF ZUCKER! und SOPHIE SCHOLL hat sich die Jury, bestehend aus den Professoren Hans Beller (Kunsthochschule für Medien, Köln), Dr. Thomas Koebner (Universität Mainz) und Georg Seeßlen (Buchautor und Filmjournalist), einstimmig für ZEPPELIN! entschieden.
Die Begründung der Jury für Gordian Maugg und den Film ZEPPELIN! lautet:
"Der Film erzählt eine Geschichte aus deutscher Vergangenheit und übergreift dabei drei Generationen. Angelpunkt ist die Explosion des letzten großen Zeppelin bei seiner Ankunft in den USA: Eine der großen Technik-Katastrophen des zwanzigsten Jahrhunderts, dem Untergang der "Titanic" vergleichbar. Maugg erfindet eine mögliche Vorgeschichte, in der sich Melodram mit Ingenieursabenteuer verbindet. Seiner Methode gemäß verbindet der Regisseur auf virtuose Weise recherchiertes, dokumentarisches Filmmaterial mit sorgfältig einmontierten inszenierten Passagen.
Der Film ZEPPELIN! zitiert dabei historische Filmstile und deckt zugleich etwas von der deutschen Denk- und Lebensart auf, die vermutlich über die zwanziger und dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinaus wirkt. Es geht auch um die unaufhebbare Spannung zwischen Männerwünschen und Frauensehnsüchten (zwischen Technik-Enthusiasmus und Liebe). Maugg versteht es auch Schauspielerinnen und Schauspielern Gesicht und Haltung zu verleihen, die diese Jahre der Zwischenkriegszeit wieder bewusst machen. Insbesondere die Schauspielerin Agnieszka Piwowarska erinnert an Portraitaufnahmen aus dieser Zeit.
In diesem Film kommen viele Qualitäten zusammen: Die meisterliche Kombination unterschiedlicher filmischer Materialien zu einem am Ende einheitlichen Werk. Die erstaunliche Verbindung von Recherche und Spannungsdramaturgie. Die raffinierte Erzähltechnik, der behutsame Umgang mit den Figuren und die unaufdringliche, nie einfältige Einbindung politischer und wirtschaftlicher Konflikte."
Der William Dieterle Filmpreis 2005 wird voraussichtlich 2006 bei einem Festakt zum ersten Mal während des Eröffnungsprogramms der II. Internationalen Festspiele Ludwigshafen am 21. Oktober 2006 vergeben.
Siehe auch ZEPPELIN!
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