Besucherrekord beim 24. Internationalen Filmfest Braunschweig: 25.300 Zuschauer sahen an sechs Tagen 167 Kurz- und Langfilme. Festivalleiter Volker Kufahl führte dies vor allem auf drei großen „B’s“ zurück: Brillen, Berlin und – Bregenwurst.
Um Brillen drehte sich alles beim Schwerpunkt „Zur Zukunft des Kinos – Film und Raum in 3D“. Referenten aus Theorie und Praxis erläuterten Geschichte und Zukunftspotential des 3D-Kinos, darunter Stefan Drößler vom Filmmuseum München und Alaric Hamacher, Stereograph und 3D Consultant bei „Virtual Experience“.

Markus Metz und Georg Seeßlen (v.l.) bei ihrem 3D-Vortrag
Markus Metz und Georg Seeßlen untersuchten, inwiefern sich durch das 3D-Kino unsere Wahrnehmungsmuster verändern. Produzent Michael Wolff und Regisseur Nikolai Vialkowitsch präsentierten den ersten in Deutschland produzierten 3D-Dokumentarfilm DAS AUGE 3D, während Holger Tappe von den Dreharbeiten am ersten deutschen 3D-Animationsfilm KONFERENZ DER TIERE berichtete.
Prof. Heike Klippel und Florian Krautkrämer vom Institut für Medienforschung der HBK Braunschweig warfen einen Blick zurück auf die Stationen und wiederkehrenden Hochphasen des 3D-Kinos. Prof. Marcus Magnor vom Institut für Computergraphik der TU Braunschweig stellte die Möglichkeiten der Nachbearbeitungen von Stereo-3D-Filmen vor.

METROPOLIS in der Stadthalle Braunschweig
Berlin war das Thema der beiden Stummfilmkonzerte. Das Staatsorchester Braunschweig führte die rekonstruierte Fassung von METROPOLIS unter der Leitung von Helmut Imig auf und zeigte in einem weiterem Filmkonzert Ruttmanns BERLIN - DIE SINFONIE DER GROSSSTADT vor ausverkauften Häusern.

Julia Westlake mit Stellan Skarsgard
Für das dritte „B“ sorgte Stargast Stellan Skarsgard. Er wurde mit dem Hauptpreis des Festivals, der „Europa“ ausgezeichnet. Die Laudatio hielt sein Regisseur Hans Petter Moland (EIN MANN VON WELT). Skarsgard, der Gefallen an einer Braunschweiger Spezialität gefunden hatte, bedankte sich mit den Worten: „I hope, we continue to make films like Bregenwurst - with brains in it.”

Essé Lawson mit dem HEINRICH
Der Publikumspreis „Der Heinrich“ für europäische Debüt- und Zweitfilme ging nach Belgien an ILLEGAL von Regisseur Olivier Masset-Depasse. Stellvertretend für ihn nahm Schauspieler Essé Lawson nahm den Preis entgegen. Die Hälfte des Preisgeldes von 10.000 Euro geht an einen deutschen Verleih, der den Film in die Kinos bringt (Rechteinhaber: Telepool). ILLEGAL ist bereits als belgischer Beitrag für den Auslands-Oscar nominiert. Das Preisgeld stiftet der Filmfest-Hauptsponsor Volkswagen Financial Services.

LEO-Gewinner Florian Pross mit den LEO-Jurymitgliedern Pia Hoffmann und Christian Heyne
Den deutsch-französischen Jugendpreis KINEMA vergab die junge, zweisprachige Jury an die kanadische Produktion J’AI TUÉ MA MÈRE (I KILLED MY MOTHER, Verleih: Kool) von Xavier Dolan.
Die „Leo“-Jury mit Komponist Chris Heyne, Music Consultant Pia Nordmann, Arte-Redakteur Thomas Neuhauser und Regisseur Marco Mittelstedt verlieh den mit 2.000 Euro dotierten Kurzfilmmusikpreis an ein Team der Filmhochschule Baden-Württemberg für die Animation LOOM.

Volker Kufahl, Shigeru Umebayashi und Mike Beilfuss (Cinema Musica, v.l.)
Stargast der Reihe „Musik und Film“ war der japanische Filmkomponist Shigeru Umebayashi. In Kooperation mit dem Kammermusikensemble des Staatsorchesters Braunschweig und dem Filmmusikmagazin Cinema Musica präsentierte er ein Konzert mit 23 seiner Melodien.

Schauspielerin Dworka Gryllus
In der Reihe „Neues deutsche Filme“ feierte DER KAMERAMÖRDER, den Schauspielerin Dworka Gryllus vorstellte, seine Deutschlandpremiere. Chris Kraus, der mit seinem Debüt VIER MINUTEN vor Jahren den „Heinrich“ gewonnen hatte, stellte mit Jeanette Hain seinen neuen Film POLL vor, der Anfang nächsten Jahres in die Kinos kommt. Im „Neuen Internationalen Kino“ waren Valdís Óskarsdóttir aus Island mit KINGS ROAD und Igor Šterk aus Slowenien mit 9:06 zu ihren Deutschlandlandpremieren angereist.
Weitere Informationen: www.filmfest-braunschweig.de
Fotos: Marek Kruszewski
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