Seit Gutenberg hat sich die Medienwirtschaft bis zum Ende des 20. Jahrhunderts im Grundsatz nur wenig verändert. Nun - am Ende der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts - stehen wir mitten in einem fundamentalen Umbruch. Sprach man in der Vergangenheit von Medien, meinte man die so genannten klassischen Medien: Buch, Zeitungen, Radio, Fernsehen etc. Der Begriff wurde dann auf die „Neuen Medien“ ausgedehnt und schloss dabei hauptsächlich zum einen die Kommunikationsmedien, die auf der Grundlage digitaler Informations- und Kommunikationstechnologie funktionieren ebenso ein wie auch die technischen Geräte zur Berechnung, Aufzeichnung, Speicherung, Verarbeitung, Distribution und Darstellung von digitalen Inhalten.
Heute muss der Medienbegriff weiter gefasst werden. Die Innovationen bei den Informations- und Kommunikationstechnologien verändern das Verhalten der Medienkonsumenten grundlegend. Auch Unternehmen aus zunächst medienfremden Branchen treten immer mehr als Publizisten auf. Man spricht von Bürgerjournalismus, Web 2.0, Enterprise 2.0, etc.
Die veränderte Nutzung des Internets spiegelt sich in der Generation wieder, die nach 1980 geboren nunmehr ausschließlich mit den neuen Medien aufgewachsen sind, den Digital Natives. Sie bestimmen in Zukunft die Arbeitswelt. Zudem verschwimmt die Abgrenzung vom Produzenten und Konsumenten von Medieninhalten. Die Rezipienten bringen sich ein, vernetzen sich mit Hilfe von Social Media Tools. Wikis, Blogs, themenbezogene Onlineportale sowie Netzwerke wie Facebook, XING oder StudiVZ sind allgegenwärtig. Wobei hier die Grenzen zwischen beruflicher und privater Nutzung und zwischen Informationsgewinnung und Informationsweitergabe zunehmend verschwimmen und zeitlich parallel verlaufen. Hinzu kommt die mobile Anwendung, die neben zeitlichen Einschränkungen auch die räumliche Begrenzung auflöst. Inhalte werden jederzeit und überall generiert und sind unmittelbar verfügbar.
Diese grundlegenden Veränderungen betreffen die Medienbranche in besonderem Maße, doch auch in allen anderen Wirtschaftsbranchen und natürlich in Politik und Verwaltung bietet die Digitalisierung große Chancen, wenn die Herausforderungen gelöst werden.
Die umfassenden Auswirkungen dieses Wandels sind derzeit nicht absehbar. Bedeutsam ist, dass begriffen wird, dass dieser Wandel sich aktuell vollzieht und alle Lebensbereiche davon betroffen sind. Veränderungen stellen Herausforderungen, bieten aber gleichzeitig große Möglichkeiten.
06.01.2011