
Dr. Wilms Buhse
„Wie möchte ich Menschen in einer digitalen Welt leiten?“ „Welche Erwartungen haben Arbeitnehmer heutzutage an ihren Vorgesetzten?“ Diesen und weiteren spannenden Fragen ging Dr. Willms Buhse am 8.11.2011 in der Session „Leader in the Digital Age: Lernen vom LIDA-Award Gewinner 2011 – Vineet Najar“ auf dem ConventionCamp in Hannover nach.
Buhse ist Internet-Pionier, Gründer des Beratungsunternehmens DoubleYUU und anerkannter Experte für Social-Media und Enterprise 2.0. In seiner Session präsentierte er zunächst die Führungskonzepte des LIDA-Award Gewinners, Vineet Najar, und diskutierte im Anschluss mit dem Publikum innovative Managementmethoden und mögliche Kandidaten für den LIDA-Award 2011.

LIDA Award 2011 Gewinner international: Vineet Nayar, HCL Technologies mit Jörg Bode (Niedersächsischer Wirtschaftsminister)
Vineet Najar ist seit 2005 CEO des indischen IT-Dienstleisters HCL Technologies und erhielt im März 2011 den Leadership in the Digital Age Award in der Kategorie International für seinen modernen, unkonventionellen und überaus erfolgreichen Führungsstil.
Nach Meinung von Vineet Najar ist das Management eines Unternehmens den Mitarbeitern gegenüber ebenso rechenschaftspflichtig, wie die Mitarbeiter gegenüber dem Management rechenschaftspflichtig sind. Aus diesem Grund begann er sofort nachdem er 2005 die Führung von HCL Technologies übernahm mit der Demokratisierung des Unternehmens und sorgte für mehr Offenheit und Transparenz.
Eine seiner Methoden zur Umsetzung dieser Managementphilosophie war die Einführung eines 360° Feedback Systems, bei dem die Rückmeldungen der Angestellten offen ins Intranet gestellt werden. Außerdem richtete er einen CEO-Blog ein über den er seine Mitarbeiter über die Entscheidungen des Managements auf dem Laufenden hält und auch den persönlichen Kontakt zu seinen Angestellten pflegt. Vineet Najar ist offen für die Anregungen und Vorschläge seiner Mitarbeiter und ist überdies der Ansicht, dass auch der CEO eines Unternehmens sich und seine Entscheidungen ständig hinterfragen sollte: „Ich glaube, dass der CEO der oberste Fragensteller sein sollte und nicht der, der auf alles eine abschließende Antwort hat.“ Mit Hilfe dieser und weiterer Maßnahmen schaffte Vineet Najar es, die zuvor sehr hohe Mitarbeiterfluktuation zu senken und die Eigeninitiative und Motivation seiner Mitarbeiter steigern.
In der Diskussionsrunde auf dem ConventionCamp wurden Probleme bei der Implementierung neuer Managementkonzepte angesprochen. Aus dem Publikum wurden Bedenken dahingehend geäußert, dass „historisch gewachsene deutsche Unternehmerkulturen“, die schon immer von strengen hierarchischen Strukturen geprägt gewesen seien, die Entwicklung einer Enterprise 2.0 Kultur hemmen. Viele der deutschen Top-Manager würden sich aus diesem Grund mit demokratischen Managementkonzepten schwer tun, da sich das alte System über lange Zeit bewährt habe.
Doch nicht nur die Manager müssen sich an neue Führungsansätze gewöhnen. Einige der Teilnehmer der Session berichteten von Erfahrungen mit der Einführung neuer Methoden im eigenen Unternehmen und von der anfänglichen Skepsis vieler Angestellter. Dennoch waren sich die Teilnehmer einig, dass neue, demokratischere Führungsansätze zu begrüßen sind und das Unternehmen die Möglichkeiten die das Web 2.0 bietet besser nutzen sollten.
Auch die Frage welche Erwartungen junge Bewerber an einen potenziellen Chef haben wurde gestellt. In diesem Kontext kam zur Sprache, dass ein Vorgesetzter für seine Mitarbeiter als Vorbild fungieren und zudem für Anregungen seiner Angestellten offen sein müsse.
17.11.2011
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