
Prof. Dr. Reinhold Haux lieferte Impulse und neue Ideen
Ein Großteil der eigenen Netzwerkpartner sitzt und arbeitet in der Region Braunschweig – Grund genug für eHealth.Niedersachsen und das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr der alten Domstadt am 01. Dezember 2009 einen ganzen Thementag zu widmen.
In der Dornse, dem Großen Saal im Altstadtrathaus, kamen über 100 Vertreter der niedersächsischen Gesundheitswirtschaft zusammen, um mehr über die Potenziale der Region zu erfahren.

Ulrich Petersen hielt die Keynote
Ulrich Petersen, Abteilungsleiter im Wirtschaftsministerium, verwies in seiner Keynote auf die Herausforderungen des demographischen Wandels: „Die gesellschaftlichen Veränderungen haben große Auswirkungen auf die Gesundheitswirtschaft. Wenn wir Wachstum und Beschäftigung wollen, dann müssen wir uns jetzt mit diesem Thema befassen.“ Darauf habe auch eHealth.Niedersachsen reagiert und am Morgen vor der Veranstaltung einen Beirat mit Vertreter aus Wirtschaft und Politik gegründet.

Prof. Dr. Ursula Hübner präsentierte die Ergebnisse des IT-Reports Gesundheitswesen
Prof. Dr. Ursula Hübner von der FH Osnabrück stellte in ihrem Vortrag die Ergebnisse des neuen IT-Report Gesundheitswesen vor.
„Unser Schwerpunkthema Vernetzte Versorgung ist hochaktuell. Leider mussten wir feststellen, dass das Interesse der Kliniken daran immer weiter sinkt. Vor allem die Bürokratie stellt eine zu hohe Barriere dar“.

Dr. Christoph Seidel stellte den Verein CCESigG e.V. vor
Das neu gegründete Braunschweiger Competence Center für die Elektronische Signatur im Gesundheitswesen (CCESigG e.V.) soll eine flächendeckende Einführung der elektronischen Signatur im Gesundheits- und Sozialwesen voranbringen, wie Dr. Christoph Seidel, IT-Leiter im Klinikum Braunschweig, erklärte. Denn die Einsparpotenziale seien enorm. „Allein das Klinikum Braunschweig verbraucht jedes Jahr elf Kilometer Papier. Das sind Kosten von rund 450.000€, die durch eine Digitalisierung gesenkt werden können.“

Dr. Maik Plischke über eHealth.Braunschweig
Dr. Maik Plischke der BITZ GmbH stellte das regionale Netzwerk eHealth.Braunschweig vor, das unter anderem ein Projekt zum Thema altersgerechtes Wohnen entwickele.
„Wir denken dabei nicht nur aus der Mediziner- oder IT-Sicht, sondern holen auch die regionalen Handwerker mit ins Boot“, fügte Prof. Dr. Horst-Peter Kierdorf vom Klinikum Braunschweig hinzu.

Thomas Schäffer und Prof. Dr. Reinhold Haux auf dem Podium
Prof. Dr. Reinhold Haux vom Peter L. Reichertz Institut präsentierte in seinem Impulsreferat beeindruckende Zahlen: „In der EU könnten durch den Einsatz von eHealth jährlich fünf Millionen Verschreibungsfehler und 100.000 unerwünschte medizinische Nebenwirkungen vermieden werden.“ Er wünsche sich, dass eHealth.Niedersachsen die Chance nutzt, erfolgreiche Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Thomas Schäffer, Geschäftsführer der nordmedia, führte durch den gesamten Thementag. Er moderierte auch die abschließenden Podiumsdiskussion, die mit Prof. Dr. Reinhold Haux, Dr. Carl Dujat von der promedtheus AG, Gerhard Töller vom Diakoniewerk Osnabrück, Dr. Thorsten Kleinschmidt der KVN Braunschweig und Helmut Schüttig, Geschäftsführer des Klinkums Braunschweig, hochkarätig besetzt war.

v.l.n.r.: Helmut Schüttig, Dr. Carl Dujat, Dr. Thorsten Kleinschmidt, Gerhard Töller
Die Teilnehmer setzten sich auf dem Podium kritisch mit den Fragen vom Moderator und dem Publikum auseinander. So mahnten sie an, dass zu wenig Innovation geleistet werde und es an Best-Practice-Beispielen fehle. Sie würdigten jedoch die gute Vernetzung der Akteure in Niedersachsen.
Einen positiven Ausblick gab Ulrich Markurth im Schlusswort. Der Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Braunschweig und Sozialdezernent der Stadt Braunschweig verkündete: „Wenn es uns hier in der Region nicht gelingt, wüsste ich nicht, wem es sonst gelingen sollte.“
23.02.2010
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