Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) soll in Zukunft die Krankenversicherungskarte in Deutschland ersetzen. Sie soll die Datenübermittlung zwischen medizinischen Leistungserbringern, Krankenkassen, Apotheken und Patienten in Zukunft kostengünstiger gestalten sowie entscheidend vereinfachen und beschleunigen. Die Rahmenrichtlinien hierzu, z. B. wie die Architektur der eGK spezifiert ist und wo die Daten hinterlegt werden sollen, erstellt die gematik GmbH. Nach und nach werden die neuen Funktionen eingeführt, mit denen die vielfältigen Möglichkeiten der Karte genutzt werden können. Nach der ersten Pflichtanwendung, dem elektronischen Rezept, werden schrittweise freiwillige medizinische Anwendungen wie Notfalldatensatz und Arzneimitteldokumentation eingeführt. Der Übergang von der Krankenversicherungskarte zur elektronischen Gesundheitskarte wird also fließend erfolgen. Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ist ein Vorhaben, das durch die hohe Zahl der beteiligten Akteure und die technischen Neuerungen sehr komplex und in seiner Dimension europaweit einmalig ist: 80 Millionen Versicherte, 21.000 Apotheken, 123.000 niedergelassene Ärzte, 65.000 Zahnärzte, 2.200 Krankenhäuser sowie die gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen werden über die Telematik-Infrastruktur miteinander vernetzt.
Die Testphase
Die Umsetzung des Gesamtprojektes zur eGK erfolgt in mehreren Teststufen. Diese Stufen umfassen die Testung der Komponenten in einem zentralen Testlabor. Die Errichtung von dezentralen Musterumgebungen und die Durchführung von Feldtests mit bis zu 10.000 Versicherten, bis zu 25 Ärzten, bis zu 15 Apotheken und bis zu 2 Krankenhäusern je Testregion. Die Testregionen in Deutschland sind Flensburg (Schleswig-Holstein), Wolfsburg (Niedersachsen), Bochum-Essen (Nordrhein-Westfalen), Löbau-Zottau (Sachsen), Trier (Rheinland-Pfalz), Heilbronn (Baden-Württemberg) und Ingolstadt (Bayern).
Zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte haben sich sieben Projektbüros bzw. Arbeitsgemeinschaften gegründet. Sie haben zum Ziel, die Einführung der eGK positiv mit zu gestalten und einen aktiven Beitrag als Testregion beizusteuern. Dabei verfolgen sie ausschließlich gemeinnützige Zwecke zur Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens sowie zur Förderung von Wissenschaft und Forschung im Zusammenhang mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Zweck der Projektbüros ist die Planung und operative Durchführung von Testphasen, Vorbereitung und Begleitung des Rollouts in den jeweiligen Modellregionen zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte.
Linkliste der Projektbüros
30.11.2009
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