Mit über 100 Teilnehmern aus der Film- und Fernsehbranche, 40 deutschen und europäischen Experten und einer technischen Ausstattung von über vierzehn Mio. Euro war die Hands on HD 2006 Workshop & Netzwerk-Veranstaltung von nordmedia und in Kooperation mit Band Pro Munich ein europaweit einmaliges Branchen-Ereignis.
Sieben Tage lang standen Vorträge, Seminare und praktische Übungen für die Teilnehmer aus den Bereichen Kamera, Postproduktion sowie Regie und Filmproduktion auf dem Programm.
In über 30 Vorträgen und ebenso vielen Seminaren lernten die Teilnehmer, die überwiegend aus Niedersachsen und Bremen aber auch aus anderen Bundesländern und Österreich und Schweiz kamen, die Vorzüge und Probleme einer HD-Produktion kennen.
Unter den Dozenten befanden sich mit Philippe Ros (HD-Kameramann aus Frankreich) oder John O’Quigley (Fachmann für Hard-Disk-Recording der Thomson Viper aus London) auch europäische Experten der neuen High Definition-Technik.
Kameras von Sony, Panasonic und JVC oder die für Kino- und Werbe-Produktionen entwickelten Thomson Viper und Arri D20 standen für praktische Übungen an vorbereiteten Sets zur Verfügung.
Hautnah konnte ein Praxistest für Flugaufnahmen verfolgt werden: Bei dem Einsatz eines Kamera-Helikopters mit HD-Equipment der Firma Heliteam aus Geretsried (Bayern) wurde ein neues System getestet, mit dem die Kamera während des Fluges noch ruhiger gehandhabt werden kann.
Als weiteres Highlight stand der Übertragungswagen TVN-Ü3HD der Firma TVN aus Hannover bereit. Der TVN-Ü3HD und sein Rüster können mehr als 24 Kameras verarbeiten und sind auf den 3-Regien-Betrieb ausgelegt. Der Übertragungswagen kam u.a. bei der WM 2006 zum Einsatz.
An fünfzehn Schnittplätzen von Avid, Sony, Apple und von der hannoverschen Firma DVS lernten die Teilnehmer im Bereich Postproduktion die Handhabung des zuvor gedrehten High Definition-Materials kennen. Im täglichen Produktionsablauf haben Kameraleute und die Postproduktion wenig Gelegenheit sich auszutauschen. Der Workshop gab so allen Beteiligten die Möglichkeit, auf die speziellen Bedürfnisse der Bereiche jeweils zu reagieren.
Rund 40 namhafte Firmen, die mit Technikbeistellungen im Wert von vierzehn Mio. Euro die Veranstaltungen möglich machten, waren durch Vertreter anwesend und nutzen die Gelegenheit, in die neueste Technik einzuführen.
Das Rahmenprogramm gab einen Vorgeschmack auf die Zukunft des digitalen Kinos: Mit einem hochauflösenden 4k-Projektor von Sony wurden auf HD gedrehte Spiel- und Dokumentarfilme vorgeführt. Bisher ist die digitale Produktionskette spätestens im Kino unterbrochen: Bis auf wenige Ausnahmen steht in den Kinos seit über 100 Jahren ein 35mm-Projektor, der teure Filmkopien vorführt. Bei der nordmedia -Talkrunde „Digital ist besser? HD in der Praxis“ diskutierten international renommierte Experten der HD-Szene im enercity Expo Café Hannover über die Chancen und Risiken von High Definition in der Produktion und bei der Verwertung im Kino und TV.
Doch nicht nur die neue Technik stand im Mittelpunkt des Geschehens: Normalerweise stehen Kameraleute in Konkurrenz zueinander, während des Seminars aber konnten Erfahrungen ausgetauscht und neue Kontakte geknüpft sowie zukünftige Projekte geplant werden - die ein oder andere Idee bekam dadurch neuen Input.
Als Location für den Workshop stand mit dem Expo-Wal auf dem ehemaligen Expo-Gelände in Hannover ein interessanter Veranstaltungsort zur Verfügung.
Sebastian Wolters, nordmedia Projektleiter und Referent der Geschäftsführung, erklärte nach dem Workshop: „Auf Grund der überaus positiven Resonanz durch die beteiligten Firmen ist nun eine dauerhafte Etablierung der HD-Workshop & Netzwerk-Veranstaltung in Hannover möglich. Diese in Europa einmalige Veranstaltung ermöglicht den Medienschaffenden, sich mit der digitalen Technik vertraut zu machen und so fit für die Zukunft zu sein. Hierdurch versprechen wir uns auch nachhaltige Effekte für den Standort.“
Hendrik Vogt, Band Pro Munich Technischer Verkaufsleiter: „Dieser Workshop hat zum dritten Mal in Folge bewiesen, dass HD in seiner gesamten Bandbreite Alltag geworden ist. Auf Grund der vorhandenen Vielfalt an Formaten und hochwertigen Produktionswerkzeugen ist das Angebot an herstellerneutralen Weiterbildungen extrem wichtig. Die daraus resultierenden positiven Kritiken der Teilnehmer bestätigen unser Workshopkonzept.“
20.08.2009