85 Teilnehmer, 10 Dozenten, 20 Kameras, 10 Schnittplätze und 5 Tage: Die nordmedia-Veranstaltung Hands on HD Workshop & Netzwerk. Die Premiere des Formatvergeichs "Five Reasons" sowie ein spannendes Rahmenprogramm mit einer Welturaufführung rundeten das Angebot ab.
"High Definition" (HD/HDTV) ist ein neuer Produktions- und Sendestandard in der Film- und Fernsehbranche.
In über 30 Vorträgen und ebenso vielen Seminaren lernten die Teilnehmer, die überwiegend aus Niedersachsen und Bremen aber auch aus anderen Bundesländern und Österreich und Schweiz kamen, die Vorzüge und Probleme einer HD-Produktion kennen. Unter der Leitung von Thomas Bresinsky (Kameramann bvk), Hendrik Vogt (Bandpro), Michael Radeck (Videocation) und Prof. Uli Plank (Hochschule für Bildende Künste Braunschweig) wurden Unterschiede, Besonderheiten und Vergleiche behandelt.
In den Hands On Tagung- Strategie & Netzwerk-Seminaren für Regisseure und Produzenten standen beispielsweise Produktions-Erfahrungsberichte, digitale Archivierungssysteme oder Auswertungschancen im Vordergrund.
Die Hands On- Teilnehmer aus den Bereichen Kamera lernten in verschiedenen Gruppen, aufgeteilt in "Experience HD" und "Master Class" Grundlagen-Themen wie Menueführung, Farbkorrektur oder Kontrastbeherrschung kennen, aber auch fortgeschrittene Kenntnisse über Komprimierungsverfahren, Farbmatrix oder die Handhabung des typischen Clippings.
Zwanzig Kameras, von Sony und Panasonic sowie der neue JVC-Prototyp JY-HD 10 EX oder die für Kino- und Werbe-Produktionen entwickelte Thomson Viper, standen für praktische Übungen an vorbereiteten Sets zur Verfügung. Unter den zehn Dozenten befanden sich mit Philippe Ros (HD-Kameramann aus Frankreich) oder John O'Quigley (MotionFX aus London, Fachmann für Hard-Disk-Recording der Thomson Viper) europäische Experten der neuen High Definition-Technik. Die beiden Dozenten beraten die Kamera-Hersteller auch bei der Entwicklung neuer Geräte.
An zehn Schnittplätzen von Avid, Sony, Apple, Quantel und von der hannoverschen Firma DVS lernten die Teilnehmer im Bereich Postproduktion die Handhabung des zuvor gedrehten High Definition-Materials kennen. Durch die digitale Technik bestand in der Nachbearbeitung die Möglichkeit, verschiedene Looks der Bilder auszuprobieren. Im täglichen Produktionsablauf haben Kameraleute und die Postproduktion wenig Gelegenheit sich auszutauschen. Der Workshop gab so allen Beteiligten die Möglichkeit, auf die speziellen Bedürfnisse der Bereiche jeweils zu reagieren. Als Location für den Workshop stand mit dem Jemen-Pavillon auf dem Expo-Gelände in Hannover eine interessante Kulisse zur Verfügung.
Doch nicht nur die neue Technik stand im Mittelpunkt des Geschehens: Normalerweise stehen Kameraleute in Konkurrenz zueinander, während des Seminars aber konnten Erfahrungen ausgetauscht und neue Kontakte geknüpft sowie zukünftige Projekte geplant werden - die ein oder andere Idee bekam dadurch neuen Input.
Rund 40 namhafte Firmen, die mit Technikbeistellungen die Veranstaltungen möglich machten, waren durch Vertreter anwesend und nutzen die Gelegenheit, in die neueste Technik einzuführen.
Im Rahmenprogramm zu der HD-Veranstaltung wurde u.a. die nordmedia geförderte und auf HD gedrehte Dokumentation "Für kurze Zeit Napoleon" von Regisseur Bart van Esch gezeigt. Ebenfalls auf HD gedreht ist die Film-Satire "Cyxork7" des gebürtigen Hannoveraners und heute in Hollywood lebenden Kameramanns und Produzenten Andreas Kossak, der gemeinsam mit Regisseur John Huff extra zu der Welturaufführung im Apollo-Kino in Hannover aus den USA anreiste.
Seine gelungene Leinwandpremiere erfuhr der Formatvergleich "Five Reaons", zu der nordmedia eingeladen hatte.
Sebastian Wolters, Projektleiter und Referent Standortentwicklung, berichtete nach dem Workshop: "Auf Grund der überaus positiven Resonanz wird mit den beteiligten Firmen über eine dauerhafte Etablierung der HD-Workshop & Netzwerk-Veranstaltung in den kommenden Jahren gesprochen, um so eine der führenden HD-Veranstaltung in Deutschland jährlich anzubieten."
Thomas Schäffer, Geschäftsführer der nordmedia - Die Mediengesellschaft Niedersachsen Bremen erklärt dazu: "Der HD-Workshop und der erfolgreiche Aufbau des Netzwerkes an Spezialisten und Entscheidern im Bereich der HD-Produktion wird die Kompetenz im Bereich der Film- und Fernsehproduktion am Standort stärken. So hält TVN in Hannover nunmehr bereits die komplette HD-Suite vor und rüstet sich auf die WM 2006 mit einem HD-Ü-Wagen, weitere Unternehmen gründen sich und/oder bereiten sich auf den neuen Standard vor. Wir initiieren und unterstützen diese Entwicklung und erwarten nachhaltige Effekte. Die diesjährige Veranstaltung war ein großartiges Event für die Branche."
Nils Loof, Regisseur und Bundesfilmpreisträger aus Hannover: "Netzwerk und Kontakte bei solchen Veranstaltungen sind mindestens genauso wichtig wie Informationen und praktische Erfahrungen. Der Workshop erfüllte sein Versprechen mit gebündelter Kompetenz und toller Atmosphäre im Jemen-Pavillon."
Hendrik Vogt, Band pro Technischer Verkaufsleiter: "Dieser Workshop war der beste Beweis dafür, dass HD keine Zukunftsvision ist, sondern Produktionsalltag und nicht mehr wegzudenken im Bereich der hochwertigen Akquise. Besonders erwähnenswert war die Kollegialität der Teilnehmer."
Prof. Uli Plank, Institut für Medienforschung an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig: "Durch meine Mitarbeit am HD Workshop habe ich selbst mindestens so viel gelernt, wie ich den Teilnehmern durch meine Vorträge weitergeben konnte. Ein hochprofessionelles Forum zur Information über das Fernsehen und die Filmproduktion der Zukunft, das in dieser konzentrierten Form in Deutschland einmalig ist."
Uwe Friederichs, Quantel Vertriebsleiter Postproduktion, zu der Teilnahme von Quantel zusammen mit seinem Partner creative tools an dem Workshop: "Für uns war der 'Hands on HD' ein großer Erfolg, die Teilnehmer waren von unserem Postproduktionssystem eQ begeistert!" Jens Herold von creative tools ergänzt: "Bei den HD-Projekten zeigte sich die Nutzung der Materialien in verschiedenen Auflösungen als unbedingt erforderlich und gerade hier konnte eQ mit 'resolution co-existence' überzeugen. Und unsere Performance in der Farbkorrektur fand mit QColor eine besonders große Aufmerksamkeit." "Daher werden wir sicher im nächsten Jahr wieder an dieser veranstaltung teilnehmen," fügt Herr Friederichs hinzu.
20.08.2009