Experten aus Politik, Wissenschaft und Medienbranche diskutierten gemeinsam mit dem bekannten Kinderpsychologen Wolfgang Bergmann über mögliche Folgen von Gewalt in Computerspielen.
Die öffentliche Debatte über sogenannte "Killerspiele" hatte mit der Aufnahme des Begriffs in den Koalitionsvertrag von CDU und SPD ihren ersten Höhepunkt erreicht. Aber nicht nur aus pädagogischer Sicht sind Computerspiele ein brisantes Thema. Die wachsende Anzahl der „Gamer" macht die virtuelle Realität auf Computer oder Konsole auch ökonomisch und gesellschaftlich zu einem bedeutsamen Faktor. Im Spannungsfeld zwischen Gefahr und Chance, Wirtschaft und Pädagogik stellten sich die Diskussionsteilnehmer der Frage "Wie sollte man mit Computer- und Videospielen umgehen?".
Die Podiumsgäste waren:
Dr. Wolfgang Bergmann
zählt zu den profiliertesten Kinder- und Familienpsychologen Deutschlands. Bekannt wurde er durch zahlreiche Veröffentlichungen über neues Lernen, Kinder und Neue Medien. Der ehemalige Chefredakteur der „Deutschen Lehrer Zeitung" betrachtet in Büchern wie „DigitalKids" Hyperaktivität nicht als Krankheit oder Störung, sondern als typische Reaktion von Kindern des Medienzeitalters, bei denen Computerspiele therapeutisch eingesetzt werden können.
Monika Griefahn
ist Mitglied des Bundestags und Sprecherin der SPD-Fraktion im Ausschuss für Kultur und Medien. Griefahn fordert eine klare Definition des Begriffs „Killerspiele" und eine Hinterfragung dieser Formulierung im Koalitionsvertrag. Die Politikerin regt dazu an, den kulturellen Wert von Computerspielen anzuerkennen und sich mit dem Thema sachlich auseinanderzusetzen.
Dr. Rainer Fromm
ist spätestens seit seinen Beiträgen über brutale Computer- und Videospiele der ZDF-Sendung Frontal21 in der Spielerszene bekannt. Der Journalist und Filmemacher, mit zahlreichen Fernsehbeiträgen und einer Buchpublikation Experte zum Thema „Rechtsextremismus im Internet", beschreibt in seinem Buch „Digital spielen – real morden?" die umstrittenen „Blut- und Ballerspiele" als Elemente einer neuen Jugendkultur.
Thomas Schäffer
ist Geschäftsführer von nordmedia, der Mediengesellschaft der Länder Niedersachsen und Bremen. Zum Förderspektrum der nordmedia zählt u.a. auch der Bereich Games Development.
Olaf Wolters
ist Geschäftsführer des Bundesverbands Interaktiver Unterhaltungssoftware e.V., der Interessenvertretung der in Deutschland ansässigen Anbieter von Computer- und Videospielen. Der Medienanwalt steht der in Politik und Öffentlichkeit geführten „Killerspiele-Debatte" kritisch gegenüber und fordert, Computer- und Videospiele als Unterhaltungsmedium für alle Altersgruppen anzuerkennen.
Moderation: Eiko Wachholz, TV-Produzent und Medienberater
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