
Volles Künstlerhaus
Die zweitägige Workshop- & Netzwerkveranstaltung „Game Forum Germany“ am 27. und 28. Januar 2011 konnte in ihrem fünften Jahr einen Teilnehmerrekord verzeichnen. Unter dem Motto „Prospering in a changing industry“ kamen mehr als 400 Besucher an beiden Veranstaltungstagen ins Künstlerhaus Hannover und konnten in zahlreichen Vorträgen und Workshops gemeinsam mit den internationalen Referenten aktuelle Trends und die Entwicklungen von morgen beleuchten.

Martin Jörg Schwiezer
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Martin Jörg Schwiezer, Gründer der in Hannover ansässigen Black Lions Studios und Entwickler des ersten deutschen MMOPRG „Neocron“. Schwiezer gab in seiner Rede eine Zustandsbeschreibung der Entwicklerlandschaft in Deutschland und bemerkte, dass das schlechte Image der Computer- und Videospiele durch die sogenannte Killerspiel-Debatte immer noch ein grundlegendes Problem für die Entwickler darstelle.

Ron Gilbert
Entwicklerlegende Ron Gilbert (ehemals LucasArts, USA) schaffte es, den Kinosaal im Künstlerhaus bis auf den letzten Sitzplatz und darüber hinaus zu füllen. Seine informative und unterhaltsame Rückschau auf die Entstehungsgeschichte von Maniac Mansion ließ erkennen, wie unbedarft das damalige Team von Lucas Arts die Entwicklung des Spiels in den 1980er Jahren in die Hand nahm und selbst heute noch überrascht ist wie richtungsweisend und visionär das Spiel den Markt durchdrang. Darauf folgte Mike Acton (Insomniac Games, USA) mit seinem überaus interessanten Vortrag zu Herausforderungen und Risiken bei der Entwicklung von Computerspielen.
Nach einer Mittagspause erläuterte Ryan Challinor von Harmonix Music Systems die Entwicklung des auf der Kinect Technologie basierenden Spiels „Dance Central“. Dabei ging er auch auf Probleme ein, die sich während des innovativen Entwicklungsprozesses herausstellten, beschrieb aber am Ende seines Vortags die zielführende Erkenntnis des Prozesses.

SPEEDLINK Netzwerkparty
Im Anschluss gab Mary-Margeret Walker (Mary-Margeret Network, USA) Einblicke in den Arbeitsmarkt und Rekrutierungsprozess der Gamesbranche und stellte einen gelungenen thematischen Übergang zu einem weiteren Highlight des ersten Veranstaltungstages, der Paneldiskussion zum Thema „Talent Recruitment“. Unter der Moderation von Heiko Klinge (IDG Entertainment Media GmbH, GER) wurden mit Branchenvertretern aus dem In- und Ausland Themen rund um die Nachwuchssituation in der Gamesbranche diskutiert und Ansprüche und Voraussetzungen formuliert. Abgerundet wurde der erste Tag mit einer Präsentation von Benedikt Grindel und Christopher Schmitz (Ubisoft Blue Byte GmbH, GER), die die crossmedialen Plattformen-Strategien von Ubisoft am Beispiel des Spiels „Die Siedler“ vorstellten und erfreuliches aus der deutschen Entwicklerlandschaft zu berichten hatten. „Als Browser-Game funktioniert es bereits sehr gut, als Social Game besitzt es zumindest hohes Potenzial“, fasst Grindel über „Die Siedler“ zusammen. Als gelungener Abschluss des ersten Veranstaltungstages fand die legendäre SPEED-LINK-Netzwerkparty im „Sol y Mar“ statt.

Andrew Walker
Der zweite Veranstaltungstag startete mit David Hellmans (The Hellman Studio LLC, USA) Vortrag zu „The Art of Braid“. Im Anschluss daran gab Andrew Walker (Carbon Based LLC, USA) einen Überblick über die Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und Publishern gerade im Hinblick auf neue Distributionsformen von Spielen. Mit einem besonders interaktiven Vortrag setzte Mary Bihr von LucasArts Entertainment den zweiten Tag fort und referierte über die Interdependenzen zwischen erfolgreichen Spielen und den dazugehörigen Filmen. Dabei ging Bihr insbesondere auf Lucas Film Produktionen wie Star Wars und Indiana Jones ein.

Kamingespräch
Richard Dansky (Red Storm Entertainment/Ubisoft, USA) und Jeff Ward (Fire Hose Games, USA) starteten als letzte Referenten des Game Forum Germany und ließen auch den Nachmittag des zweiten Veranstaltungstages mit ihren Vorträgen zu The Narrative That Dare Not Speak It's Name: Moving Beyond Genre Cliches and Archetypes sowie zu "Data Driven is Half The Battle" interessant ausklingen. Zum Abschluss der Veranstaltung warfen Bihr, Gilbert und Falstein gemeinsam im Rahmen eines Kamingesprächs einen Blick auf die Geschichte von LucasArts. Die Rekordbesucherzahl von über 400 Fachbesuchern machte die fünfte Auflage von Game Forum Germany zu einem Erfolg.

Referenten beim Student Track
Besonders der „Student Track“, in denen die Studenten sich in offenen Diskussionsrunden mit den internationalen Experten über die Unterhaltungssoftwareindustrie austauschen konnten, wurde von allen Seiten als gelungene Chance betrachtet. Aber auch die Business Lounge bot in diesem Jahr wieder Raum zum ausgiebigen Netzwerken. Darüber hinaus nutzen ausgewählte Nachwuchskräfte in sogenannten Project-Reviews die Gelegenheit, den nationalen und internationalen Experten ihre Projekte vorzustellen.
Besonderer Dank für die Unterstützung der Veranstaltung gelten den Firmen Jöllenbeck (SPEED-LINK), der Roccat GmbH, der gamescom und der GDC Europe, den Black Lion Studios GmbH sowie der Reakktor Media GmbH.
16.02.2011
Motto: "Prospering in a changing industry"
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